Krebserkrankung von Asma al-Assad “trifft die Richtige'”? Pseudomoralisch und wenig überzeugend wird im Kleingedruckten relativiert, sogar das Christentum herbeigemüht, etwa, damit der Presserat nicht abmahnt?

    “Darf man sich freuen, dass Syriens mörderische Mutter Krebs hat?” So betitelte die Bild gestern einen Artikel, in dem es um die Krebserkrankung von Asma al-Assad, der Frau des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, ging.

    _ von Ralf Özkara

    Weiter im Artikel heißt es, “Die Frau des Chemiewaffen-Schlächters Bashar al-Assad (52) hat Brustkrebs. Und – in aller Ehrlichkeit – liegt ein Gedanke nicht fern, so schäbig er auch ist. Nämlich: ,Das trifft die Richtige!’”

    Wie niederträchtig kann man als Medium eigentlich noch sein? Die Bild bewegt sich fast schon auf Stürmer-Niveau. Abscheulich und widerwärtig zugleich. Damit demaskieren sich die Pseudomoralisten von der Bild restlos selbst, passend zu ihrer geopolitischen Berichterstattung. Wer derlei Gedanken über Krebserkrankungen bestimmter Menschen äußert, der ist journalistischer Abschaum, und sonst nichts.

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    Die Bekämpfung von Assad hat im Westen schon lange pathologische Züge angenommen und dem ,,Islamischen Staat’’ den Nährboden bereitet, auf dem er gedeihen konnte. Um dem IS entschlossen militärisch entgegenzutreten, braucht es die syrische Armee von Assad. Das müssten die westlichen Regierungen endlich mal einsehen, anstatt stur auf ihrem Feindbild zu beharren.

    Die Welt ist nicht mehr unipolar, sondern multipolar. Das hat der Westen immer noch nicht begriffen. Unter Berufung auf eine angeblich höhere Moral, die er wie selbstverständlich für sich reklamiert, schließt er Pakte mit dem Teufel, etwa mit Saudi-Arabien. Unter Ausblendung sämtlicher gesellschaftlicher Komplexitäten interveniert er in den arabischen Raum, den er eben nicht stabilisiert, sondern destabilisiert. Staatszerfallsprozesse im Orient sind im nicht unerheblichem Maße westlicher Aggression und geo- und machtpolitischer Hybris geschuldet und haben so ein islamistisch-terroristisches Großmonster nach dem anderen großgezüchtet, mit dem IS als traurigen Höhepunkt.

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    Und die transatlantischen Hofberichterstatter von der Bild spielen dieses absurde Spiel weitestgehend mit und offenbaren ihre ganze Pathologie, wenn sie Gedanken äußern, wonach die Krebserkrankung von Asma al-Assad ,,die Richtige” getroffen habe. Das ist einfach nur noch krank.

    Unser Gastautor Ralf Özkara ist Landesvorsitzender der AfD in Baden-Württemberg

     

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