Wes Geistes Knecht ist Wagenknecht? – Konformistenpresse ist irritiert

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Sahra Wagenknecht hat ein Problem: Sie ist intelligent und geistig flexibel, muss keine Kategorien bedienen. Damit steht sie konträr zur ödipalen Mutti-Republik und ihrer Fan-Presse. Die sucht ständig nach neuen Etiketten für die Vorsitzende der Linkspartei.

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_von Karel Meissner

Seit einiger Zeit bekommt diese Etikettierung einen inquisitorischen Unterton. Das begann mit ihrer Kritik am Euro und ihrer Dialogbereitschaft mit den Montags-Friedenswachen. Da fragten die Klischee-“Denker“: Ging sie von ganz links nach ganz rechts? Einer der wichtigsten Impulsgeber für diesen Verdächtigungsterror: natürlich Jutta Ditfurth… In ihrem Kielwasser witterte die Huffington Post eine Querfront-Strategie: „Was treibt eigentlich Sahra Wagenknecht an? Ist sie tatsächlich eine Sozialistin? Oder steckt in ihr das Verlangen, Brücken zum rechten politischen Lager zu schlagen? Seltsam blass ist die Oppositionsführerin im Bundestag, wenn es um Pegida geht, ihre Kritik wirkt seltsam zahm.“ Logisch: Sie hat vor dem Inquisitionstribunal nicht genug Empörung geheuchelt? Dann muss sie ja eine der Angeklagten sein.

Der Vorteil des Querfront-Begriffs für die Konformisten-Presse ist klar: Durch ihn lassen sich die alten Links-Rechts-Kategorien (inzwischen kräftig durcheinandergewirbelt) vordergründig retten: ;Du bist weder links noch rechts? Dann bist du rechts und willst dich bloß tarnen‘ … Schließlich wissen Halbgebildete seit Aristoteles, dass politischen Extreme sich in Wahrheit berühren – wie n-tv feststellte. So lässt sich aus jeder linken Position auch eine „rechte“ machen, um sie dann abzuschießen: „Gemeinsam sind Extremen auch, dass sie Werte und Institutionen der bürgerlichen Mitte verachten. So ist es kein Zufall, dass NPD und Linkspartei gleiche Dinge bekämpfen – von Banken bis zur Nato, von den USA bis zum Euro oder TTIP“ stellen die Konformisten fest. Folge: Entweder kritikloses Pro-Mutti oder rechts.

Und obwohl die Linkspartei mit Wagenknecht im Streit liegt, stellt n-tv sie gleich mit unter Verdacht: „Ein ungewöhnlich großer Anteil der Linken-Wähler erklärt in Umfragen Verständnis für die Pegida-Demonstrationen, sogar mit dem höchsten Wert aller im Bundestag vertretenen Parteien und dreimal so hoch wie bei den Sozialdemokraten.“

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Im Januar nun, als Reaktion auf die Kölner Silvesternacht, schoss Wagenknecht einen neuen Schocker in die Medienlandschaft: „„Wer sein Gastrecht missbraucht, der hat sein Gastrecht eben auch verwirkt“. Bei soviel Unverschämtheit fragte sich sogar die FAZ: „Ist Sahra Wagenknecht, die in der deutschen Politik doch eigentlich die Position links außen hält, in Wahrheit eine Rechte? Nicht nur Parteifreunde äußerten sich so. Auch die rechtspopulistische AfD frohlockte. ,Es ist erfreulich, zu sehen, zu wie viel Realpolitik die Linken manchmal fähig sein können‘, sagte Parteivize Alexander Gauland.“ Immerhin zitiert die FAZ auch Wagenknechts Antwort, die eigentlich alles sagt: „Links oder konservativ, das interessiert mich weniger (…) Ludwig Erhards Anspruch, Wohlstand für alle zu schaffen, das ist für mich linke Politik“, auch wenn Erhard kein „Linker“ war. Solches Überschreiten von Kategorien wird die meisten Konformistenpressler bereits zu sehr verwirren. Deren Trost: Wie gut, dass es wenigstens noch ein paar hirntote Antifanten gibt. Sonst wüsste man ja gar nicht mehr, was gut und richtig ist.

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