Wenn dominante Ideologien die Fähigkeit zum selbständigen Denken blockieren

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Eine Nachbetrachtung zur Bundestagswahl, anlässlich des CDU-Parteitags.

_von Jens Thino Friedrich

Das Wahlergebnis der Bundestagswahl vom September 2017 war für einige Wähler erfreulich, für andere ernüchternd, für einen Gutteil jedoch schwer enttäuschend. Die Verteilung des wahlaktiven Stimmungs-bildes war nicht nur von erheblichen Differenzen zwischen den einzelnen Bundesländern oder Wahlbezirken, sondern bis hinein in die einzelnen Wahlkreise geprägt.

Unter den zur Wahl stehenden, sogenannten etablierten Parteien des traditionellen Politikspektrums schwankte man mit dem Einzug eines absoluten Neulings und seiner Kandidaten in den Bundestag schwer zwischen Schockstarre und hysterischer Schnappatmung.

Eine mit einer Floskel aus der phantastischen Filmreihe Krieg der Sterne vergleichbare „Störung der Macht“ zeichnete sich immer deutlicher ab. Hatte man bisher, von gelegentlichen vergleichbaren Störungen nur marginal berührt, sich in verbalen Scheingefechten wie auf einer Theaterbühne an der Begeisterung der treu- und demokratiegläubigen Wählerschaft erfreut und im Stillen innerhalb der Regierung lediglich ein lustiges Kompetenzenschieben unter Gleichgesinnten veranstaltet, war und ist nun ein unberechenbarer Störfaktor in den realen Burgfrieden á la Bundestag eingezogen.

All die initiierten Widerstandsaktionen der Haus- und Hof- Berichterstatter, die Lächerlichmachung und Verunglimpfung dieses plötzlich ernst zu nehmenden Gegners waren für einen maßgeblichen Teil der Wählerschaft wie Maiskörner in der Pfanne aufgepoppt und wurden einfach in ihrem Innersten offenbar. Man erkannte, was hinter den Parolen und geschickten Umformulierungen der Systempresse verborgen war und nutzte die blitzschnelle Reaktionsfähigkeit einer neu entstandenen politischen Intelligenz des Volkes, um die Ziele der zunehmend hilfloser und unvorsichtiger werdenden „Verteidiger“ zu unterminieren. Bloßstellung von Bloßstellungen war das Gebot der Stunde, und es funktionierte.

Nun ist man in der 87%-Fraktion des Bundestages inzwischen wieder fast zur Normalatmung zurückge-kehrt und erprobt sich in der bisher nicht offen notwendigen Strategie des Verzögerns und Aussitzens.

Die „Geschäftsführende Bundesverwaltung“ veranstaltete Sondierungen, die in Verlauf und Ergebnis oft schon feststanden, bevor man sich noch zu ersten Gesprächen zusammengefunden hatte.

Eine Jamaika-Koalition kippte mit einer erwarteten, aber als spontan dargestellten Absage der Liberalen. Mit kaum unterdrückter Häme ergingen sich „enttäuschte Grüne“ vor diversen Kameras und Mikrophonen in stundenlangen Erklärungsversuchen und Schuldzuweisungen. Überflüssig wie eine minütliche Wasserstandsdurchsage der Elbe an einem lauen Frühlingstag, konnte man doch als objektiver Beobachter bereits das Ergebnis dieser „Sondierungen“ von der Kulisse ablesen.

Die inzwischen abgeschlossenen Verhandlungen um eine Große Koalition (eine sich selbst überhöhende Bezeichnung) gestalteten sich zur Abwechslung als Fechtturnier mit bunten Partyspießen, kommentiert von einer dramatisierenden Presse, die es schon in der Vergangenheit mehrfach geschafft hat, argumentative Mäuse zu Elefanten hochzustilisieren.

Man erinnert sich noch der vollmundigen Absagen eines 100%-Spitzenkandidaten der demaskierten und desillusionierten Sozialdemokraten, für eine weitere Koalition mit der Mehrheits-CDU unter der Fingerakrobatik-Kanzlerin-Darstellerin Merkel „nicht mehr zur Verfügung zu stehen“!

Nun bückt sich derselbe Parteichef mitsamt der Mehrheit seiner Parteivasallen entgegen seiner Bekundung wieder vor der Riege der vom Glauben an das Christentum abgefallenen Christdemokraten, um „dem Auftrag des Wählers folgend für ein stabiles Europa“ mitspracheberechtigt zu bleiben.

Hier tritt jedoch ein nicht zu vernachlässigendes Problem zutage: Ein großer Teil der Wähler hat der jeweiligen Partei keinen Auftrag hinsichtlich Europas, sondern im Falle der Mehrheit oder einer klar dargestellten anderen Koalition ein Mandat zur Bildung einer Regierung für Deutschland erteilt. Doch das Schauspiel in Berlin, Koalitionsverhandlung genannt, offenbarte, dass der Wählerwille unter den Noch- und Wiederregierigen kaum mehr eine Rolle spielt. Fröhlich betreibt man mit neuem Furor die Auflösung der deutschen Staatlichkeit hin zu dem politischen Traum der „Vereinigten Staaten von Europa“. Deutlich ohne den tatsächlichen Wählerauftrag.

Doch ein seit 2015 immer drängender werdendes Problem steht für einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung nach wie vor außerhalb einer mehrheitlich gewünschten Lösung:

Die Eindämmung des anhaltenden Zustromes von Fremdkulturisten aus Weltregionen, in denen seit Jahrzehnten weder wirklicher Frieden noch eine an das gewohnte europäische Demokratieverständnis angenäherte Lebensart herrscht.

Doch man lobte sie ja bereits unverdientermaßen zu einer Bereicherung, gar zu Goldstücken hoch und plant nun, wie es sich in einer Kaste der schnellen Entscheidungen geziemt, den im Jahre 2016 etwas abgeebbten Zug der Wandervögel mit einer Nachzugs- und Weiterwillkommenskultur neu zu beleben.

Die Konsequenzen dieser als politische Weitsicht und „deutsche Verantwortung“ bezeichneten Arme-Aufhalten-Strategie genießt der gendergemainstreamte und welcome-besoffene Sühnedeutsche bereits seit Monaten in vollen Zügen, ersatzweise auf öffentlichen Plätzen oder, von 30 Jahre jungen unbegleiteten Minderjährigen, in Schulen oder unter den Bettdecken der naiven minderjährigen Töchter.

Doch die vereinzelt an das Ohr der Masse klingenden Vorkommnisse sind ja nur Einzelfälle, so vernimmt man tröstend und kehrt schnell wieder zurück in tägliche Allerlei von GZSZ, DSDS und Tagesschau.

Wer allerdings sich spontan der einst genossenen Schulbildung erinnert, an die Zeit mit Zählhölzchen und dem elektronischen Abakus, und beginnt aus einer fixen Idee heraus, all die zahllosen, also besser nicht zu zählenden Einzelfälle penibel zu addieren, der gleitet in den Augen der Anti-Algebraisten schnell in eine Ecke der Gesellschaft ab, aus der ein Entkommen scheinbar unmöglich ist.

Dieser verdammte „Rechte Winkel“, also der Ort, wo sich die vielen Zweifler, Ängstlichen, Hetzer, Fremdenhasser, Ausländerfeinde, Reichsbürger, Nazs und AfDler tummeln, ist inzwischen schon mit einer wiederum ebenso riesigen Masse an Menschen gefüllt, dass man all die verargumentierten völkischen Umsiedler kaum mehr mit in diese spezielle Ecke hineinpressen kann. Es wird zu eng in dieser Ecke, und so breitet sich, trotz verzweifelter Gegenwehr all der Wortdeuter und Willkommensheißer die zunehmende Masse der Nihilisten immer weiter in die Mitte, zum Teil sogar in die kuschelige Linke Ecke aus.

Was in der Betrachtungsweise dieser Verortung jedoch kaum eine Erwähnung findet, ist die öffentlich dargestellte direkte Beziehung der „Rechten Ecke“ und des geometrischen „Rechten Winkels“.

Diese 90 Grad des Rechten Winkels finden sich nämlich verbaltheoretisch bisher nur in dieser Rechten Ecke wieder, im Unterschied zum gutgewillten und völlig (welt)offenen Restvolk:

Die Einen, also die Guten, liegen den Neusiedlern sowohl wirtschaftlich als auch ideologisch zu Füßen, was in der Geometrie gern durch eine Waagerechte dargestellt wird.

Im Unterschied zur steigenden Belegschaft der „Rechten Ecke“, die wegen der zunehmenden Enge in ihrem Winkelchen dieses langgestreckte Liegen kaum mehr praktizieren können, sondern einen Winkelschlag von 90 Grad vollzogen haben. Doch nicht mit einer Änderung der Liegerichtung, sondern durch ein Aufrichten in die Vertikale. Was dem Wortspruch „Aufstehen“ zudem einen weiteren Sinn verleiht. Denn Aufrechtzustehen bedeutet auch, Luft zum Atmen, Freiraum zum Sehen und die Freiheit, beim leichten Kopfheben nicht nur ein weiteres Arschloch vor Augen zu haben.

Und dieses Aufstehen löst wegen der Enge, die durch den beständigen Zustrom erzeugt wird, offenbar in immer mehr Neubürger-Ansiedlungsgebieten einen immanenten Wandertrieb aus. Keinen Auswanderungstrieb, sondern eher das Auftreten zahlreicher Spaziergänger innerhalb dieser Örtlichkeiten.

So verzeichnet der verblüffte Mainstreammedien-Dauerkonsument spontane, seit Generationen ungewohnte Aktivitäten anderer Mitbewohner seiner vom Fenster aus beschaulichen Heimat auf den Wegen, die er sonst zu regelmäßigen Zeiten lediglich für den Weg zum „Schaffen“, für die notwendigen Einkäufe oder für gut geplante Verwandtenbesuche frequentiert hatte. Und im Gegensatz zu den sowieso zur Gewohnheit gediehenen Präsentationen von Kopftüchern und Kinderwagen in der Gefolgschaft wichtig dreinschauender Wasserpfeifenraucher auf den asphaltierten Wegen, tragen die Teilnehmer dieser ungewohnten nachmittäglichen oder abendlichen Spaziergänge kurze Stöcke mit Tuch herum, das fast zwanghaft in seiner Farbgebung an etwas erinnert, dass gemäß dem Verhalten der Oberen der Sprachgemeinschaft irgendwie nicht mehr Zeitgemäß ist.

Schwarz- Rot- Gold — da war doch mal was?

Genau. Es sind ebendiese Farben, die von der selbsternannten Alleinherrscherin über unsere Heimat und die erhofft künftige Kaiserin von Europa mit angewidertem Blick von der Bühne befördert wurden, die von „politischen Aktivisten“ zum prämienbewehrten Sammelgut bei der letzten Fußballweltmeisterschaft deklariert wurden, diese Farben, die von „Rechtsextremen, Rassisten, Nationalisten und nur angeblich Besorgten“ als Zeichen spontanen Widerstandes auf diversen „fremdenfeindlichen“ Demonstrationen endlich wieder auf die Straße und damit in das Bewusstsein gebracht werden.

Doch den Nachweis einer Fremdenfeindlichkeit, der sich in den rotbebrillten Augen der geifernden Volksfeinde schon zwangsläufig aus einer mehr oder minder übertriebenen Heimatliebe und Sorge um die hergebrachten Lebensarten ergeben soll, bleibt man aus selbst zuerkannter Deutungshoheit weiterhin schuldig. Was aber kein Hindernis für aggressives Gegenauftreten darstellt.

Es jault immer lauter aus den Reihen der Erhaltungssüchtigen, der Demokratie-Definierer der Altparteien und sogar aus den Reihen der bekennenden Demokratie-Hasser mit schwarzvermummten Gesicht. Diese inzwischen als kriminelle, wenn nicht gar als terroristische Vereinigung erkannte Bande, die ihr Selbstverständnis und auch ihre Existenz allein aus der Förderung und dem Schutz der eigentlichen Feinde bezieht. Und diese Definition ist nicht auf die hyperaggressive Schlägerbande der Linken und Grünen beschränkt, sondern weitet sich in Handeln und Auftreten auch auf die etablierte Parteienlandschaft aus.

Die ANTIFA schadet und beschädigt bewußt jede Person und jeden Besitz der Vertreter der jungen parlamentarischen und außerparlamentarischen Opposition und verliert vorgeblich die verhaßten Kapitalisten und Konservativen alter Couleur vorübergehend aus den Augen. Die Alteingesessenen in den Plenarsälen verlieren aus gespieltem, weil mehrheitlich unbegründetem Mitgefühl für das importierte Integrationsmaterial ihre eigentliche Aufgabe, die sich aus den bedeutendsten Vorgaben des Grundgesetzes ergeben.

Und sie beginnen in auffälliger Einmütigkeit eben jene Menschen zu hassen, auf deren Willen und Bereitschaft zur Leistung sich ihre Existenz begründet. Doch sie schufen und verbreiten ausgerechnet mit diesem hysterischen, unkoordinierten und illegalen Vorgehen gegen AfD, Pegida und Co. genau das eigene „Problem“, daß sie eigentlich bekämpfen wollen.

Aber den Dank DAFÜR sollte man eben auch einfach nur schuldig bleiben.

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