Weniger Kinder, jetzt! Zum Kinostart von “What happened To Monday?“

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Wenn vor einem Thriller, der die Folgen der Überbevölkerung thematisiert, die Vorschau einer Komödie gezeigt wird, welche ebenfalls die Folgen der Überbevölkerung dramatisiert, weiß man: Die medial-politische Klima-und Planeten-Hysterie hat eine neue Ebene erreicht. Hollywoods Stichwortgeber ist anscheinend der Club of Rome.

Mittwochabend, schön ins Kino gegangen… Schon in der Werbung, wie üblich, die volle Dröhnung Propaganda: Ein BILD-Spot, der Islamisierungsgegner verspottet. Ein WELT-Spot, der Denis Yücel feiert und IS-Propagandabilder kolportiert. Ein Spot des Bundesinnenministeriums gegen Rechts und für Demokratie und so. Uff…

Anschauen möchte ich What happened to Monday, eine Dystopie aus naher Zukunft, in der die Regierung hammerhart eine Ein-Kind-Politik durchsetzt, um die erdlichen Ressourcen vor der Bevölkerungsexplosion zu schützen.

Ich staune nicht schlecht, als mit Downsizing (Kinostart: 18.01.2018) eine Komödie angekündigt wird, in der sich haufenweise Menschen auf 0,3 Prozent ihrer Körpergröße schrumpfen lassen, um somit ebenfalls den Planeten zu schonen. Trailer hier.

Da fällt mir ein: Schon 2015 jagten die Kingsmen, britische Meisterspione, einen von Samuel L. Jackson gespielten Bill-Gates-Verschnitt über die Leinwände der Welt, der die Menschheit via Mobilfunkstrahlung zum kollektiven Amok gegen sich selbst anstiften wollte. Motiv: Die Gaia-Hypothese: Der Klimawandel sei ein Fieber, mit der unser Planet das Virus Mensch ohnehin loswerden wolle.

Okay, ich hab’s kapiert! Nach Jahren der politisch und medial geförderten Klimawandel-Hysterie kommt Hollywood jetzt zu, sagen wir, Phase 2, zum angeblichen Kern der Sache vor, der Überbevölkerung. Die Vereinten Nationen erwarten 2050 etwa 9,7 Milliarden Menschen auf dem Globus. Das sind eine Menge Esser…

Die Schwestern (Noomi Rapace) in ihrer sicheren Wohnung.
© Splendid Film GmbH

What happened to Monday setzt etwas früher ein, ungefähr 2030. Genetisch verändertes Saatgut hat zu einem Anstieg von Mehrlingsgeburten geführt, wodurch das Problem der Überbevölkerung verschlimmert wurde. Die Regierung eines nicht näher genannten Staates (wahrscheinlich USA oder UK) führt eine Ein-Kind-Politik ein. Eine „Kinder-Zulassungsbehörde“ prüft die Einhaltung mit brutalem Pflichtbewusstsein. Zweitgeborene und so weiter werden von der Behörde „verwahrt“, eingefroren (angeblich…), bis „bessere Zeiten anbrechen“ – heißt es in der Propaganda.

Ein Vater (Willem Dafoe) versteckt seine sieben Zwillingstöchter, benennt sie nach den Wochentagen. Alle sieben spielen fortan dieselbe Person. Jede an einem anderen Tag. Als sie 30 sind, kommt Monday (Noomi Rapace) eines Tages nicht mehr zurück. Das Geheimnis droht aufzufliegen.

Irgendwo scheine ich den Plot schon mal gelesen zu haben, denke ich. Der Club of Rome, eine elitäre Gruppe von Persönlichkeiten, „die die gemeinsame Sorge um die Zukunft der Menschheit verbindet und die danach streben, diese zu verändern“, wie der Club sich selbst beschreibt, hat das Ende der Welt ja schon 1972 angekündigt – in seinem 30 Millionen mal verkauften Werk Die Grenzen des Wachstums.

In COMPACT-Spezial „Klimawandel – Fakten gegen Hysterie“ heißt es dazu:

Die Autoren sagten in ihrem Report voraus, dass Öl und Erdgas 1990, spätestens 1992 verbraucht sein würden… Weiter hieß es in dem Bericht, dass die Vorkommen von Metallen wie Aluminium, Kupfer, Gold, Blei, Quecksilber und Molybdän vor 2013 erschöpft wären – mit entsprechend katastrophalen Folgen für die Weltwirtschaft. Auch diese Warnung bewahrheitete sich nicht. Björn Lomborg, Professor an der Copenhagen Business School, schrieb dazu in einem Gastbeitrag für Welt Online Ende Juni 2013: «Das Geniale an Die Grenzen des Wachstums war, diese Bedenken mit der Angst zu verbinden, nicht mehr genug zu haben. Unser Schicksal war besiegelt, weil zu viele Menschen zu viel konsumieren würden.»

Die Lösung des Clubs für dieses imaginierte Problem fasste Lomborg mit deutlichen Worten zusammen: Unsere einzige Hoffnung bestehe nämlich darin, «das Wirtschaftswachstum selbst zu stoppen, den Verbrauch zu drosseln, Recycling zu betreiben und die Menschen dazu zu zwingen, weniger Kinder zu bekommen, um die Gesellschaft auf einem bedeutend ärmeren Niveau zu stabilisieren». Anders ausgedrückt: Willkommen in der grünen Neuen Weltordnung.

Vielleicht ist es Zufall, dass Regisseur Tommy Wirkola die fanatische Leiterin der Kinder-Zulassungsbehörde und vermeintliche Retterin des Planeten (Glenn Close) in grün und rot gekleidet durchs Bild laufen lässt? Schon die kürzlich gestartete Neuverfilmung von Ödön von Horváths Nazi-Roman Jugend ohne Gott geriet zur kaum verhohlenen Anklage gegen die Ökofaschisten.

In What happened to Monday schwant der großen Entvölkerin vor, die Fortpflanzung fortan gänzlich den Schönen und Reichen zu überlassen – zum Wohle des Planeten versteht sich. Auch dabei könnte der Club of Rome die Inspiration gewesen sein.

In einem Folgebericht von 2016 fordert er: „die Belohnung von kinderlosen Frauen mit 80.000 Dollar zur Bremsung der Über­bevölkerung, ein Renteneintrittsalter von 70 Jah­ren, eine Erbschaftssteuer von 100 (!) Prozent, eine Beschränkung des Außenhandels sowie eine glo­bale CO2-Steuer.“ (Zitiert aus COMPACT-Spezial „Klimawandel – Fakten gegen Hysterie“)

Und weiter:

Vielsagend ist dabei nicht nur die grenzenlose Überheblichkeit, mit der solche Warnungen – er­neut – ausgesprochen werden, sondern die kaum kaschierte Forderung nach Abschaffung der Demo­kratie. China, so [der Autor des Berichts, Jorgen]  Randers, sei im Sinne des Club of Rome «eine Erfolgsgeschichte». Überzeugt habe der autoritäre, sozialistische Staat durch seine «Fä­higkeit zu handeln».

Ein Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung formulierte dazu Mitte 2012: «Diese Passagen von Randers Bericht durchweht der Glaube an die Überlegenheit zentralistischer Planungssysteme gegenüber ungeplanten markt­wirtschaftlichen und demokratischen Prozessen.» Und weiter: «Nicht wenige Klimawissenschaftler neigen zu autoritären Träumen von einem globalen CO2-Regime.»

In What happened to Monday ist dieses Regime Wirklichkeit. Nebst der Ein-Kind-Politik müssen hier alle Bürger elektronische Armbänder tragen, die sie identifizieren. Ein Narr, der hier an Science-Fiction denkt.

2007 hatte die chinesische Regierung 150 Millionen vom Land in die Städte gezogene Bürger angeordnet, RFID-Ausweise zu beziehen, die neben Namen und Adresse des Trägers auch deren beruflichen Werdegang, Bildungshintergrund, Religion, Ethnie, Strafregister und Versicherungsstatus speichern. „Wenn sie sich die Ausweise nicht holen, dürfen sie hier nicht leben und keine Leistungen der Regierung beziehen“, zitierte die New York Times den Vizepräsidenten der Kartenherstellerfirma am 12. August 2007. „So kann die Regierung die Bevölkerung in Zukunft kontrollieren.“

What happened to Monday tastet leider nicht an, dass Erdöl- und Wasserverbrauch, Überfischung, Entwaldung usw. zwar auf Kosten des Planeten gehen aber zum Profit mächtiger Konzerne (denen wir die Türen einlaufen). Sieht man darüber hinweg und über die Tatsache, dass die zweite Filmhälfte aus arg viel Jump & Run besteht, kann man sich auf die in sieben Rollen glänzende Noomi Rapace (Verblendung, Prometheus) freuen.

Als Begleitlektüre vor und nach dem Film am besten COMPACT-Spezial „Klimawandel – Fakten gegen Hysterie“ lesen. Akribisch recherchiert wartet diese Sonderausgabe mit wissenschaftlichen Fakten auf, damit Sie eine einwandfreie Diskussionsgrundlage haben. Wir lassen Sie nicht im Regen stehen!

What happened to Monday läuft seit dem 12. Oktober im Kino.

 

Über den Autor

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Katja Wolters ist bekennende Lipstick-Feministin, selbstbewusst und betont weiblich zugleich. Die zweifache Mutter und freie Journalistin lebte lange in England. Die Abwesenheit schärfte ihren Blick auf die Heimat. Denkverbote kennt sie nicht, Probleme nennt sie sofort beim Namen. Dafür lieben wir sie.

 

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