Weltterrorist USA – neue Killerbilanz

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Über 1,5 Millionen Opfer der US-geführten Militärputsche allein in Südamerika. Aber auch in Europa installierten die Yankees ihre Diktaturen wie etwa in Griechenland 1967. Fight for Freedom and Democracy? So will sich der Weltpolizist USA gerne verkaufen. In Wirklichkeit gilt die Devise: Spricht Uncle Sam von Menschenrechten, geht es um Schürfrechte. Und wenn die US-Konzerne diese Schürfrechte nicht bekommen, heißt die Devise Putsch, Regime Change, Militärdiktatur, Bombenteppich.

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_von Jürgen Elsässer

Eine aktuelle Aufstellung des langjährigen Botschafters Dr. Winfried Hansch (heute Vorsitzender der Alexander-von-Humbolst-Gesellschaft*) zeigt, dass die von Washington dirigierten Umstürze in Lateinamerika in den letzten Jahrzehnten 1,5 Millionen Tote gefordert haben. Die meisten erinnern sich nur an den CIA-Putsch in Chile 1973 (übrigens auch am 11. September…), aber es geht um eine ganze Kette an Gewaltakten, die den Subkontinent an die Supermacht gefesselt hat:

Kolumbien: 1953 (Putsch durch General Rojas Pinilla) bis heute: 6.800.000 Kriegsopfer, davon 950.000 Morde, Entführungen, Folterungen und Vergewaltigungen

Paraguay: Mai 1954: Putsch durch General A. Stroessner: 50.000 Tote; bei 19.882 Verhaftungen, 18.772 Gefolterte, 30.000 Verschwundene, 400.000 Vertriebene

Guatemala: 1954 (Sturz der Regierung Jacobo Árbenz), bis 1996: 200.000 Tote, 45.000 Verschwundene, 1.000.000 Vertriebene

Kuba: April 1961 (Invasion Schweinebucht) bis heute: 3.700 Tote, 104 Milliarden US-Dollar Embargo-Verluste

Brasilien: März 1964 (Putsch unter General Castelli Branco) bis 1985: 3.000 Tote, 200 Verschwundene, 20.000 Gefolterte

Bolivien: Putsch1980: 500 Tote, 4.000 Verhaftete

Dominikanische Republik: April 1965 (Militärintervention der USA): 4.000 Tote

Uruguay: 1973 (Putsch) bis 1985 700 Tote, 164 Verschwundene

Chile: 11. September 1973 (Putsch) bis 1990: 2.100 Tote, 1.100 Verschwundene, 200.000 Verhaftete, 100.000 Gefolterte, 400.000 Exilierte

Argentinien: 24. März 1976 (Putsch) bis 1982: 30.000 Tote und Verschwundene

El Salvador: 15. Oktober 1979 (Putsch) bis 1992: 75.000 Tote

Nicaragua: Somoza- Diktatur und Unterstützung der Contras: 100.000 Tote, 350.000 Kriegsflüchtlinge

Peru: 1980 – 2000 Aufstandsbekämpfung gegen den „Leuchtenden Pfad“: 60.000 Tote, 7.000 Verschwundene, 1.000.000 Vertriebene, 10.000 politische Gefangene

Grenada: 1983: Militärintervention der USA: 94 Tote, 511 Verwundete

Panama: 1989: Militärintervention der USA: 3.000 Tote

Venezuela: April 2002: Putsch gegen Präsident Hugo Chávez: mehr als 100 Tote

Bolivien: September 2008: Putschversuch der Separatisten in Santa Cruz, keine Zahlen bekannt

Honduras: Juni 2009: Putsch gegen Präsident Zelaya, 100 Tote

Ecuador: 30. September 2010: versuchter Staatsstreich gegen Präsident Correa: fünf Tote, 30 Verletzte,

Paraguay: 2. Juni 2012, Staatsstreich gegen Präsident Bischof Fernando Lugo, keine Zahlen bekannt

Die Supermacht hat eine Blutspur auf dem Globus hinterlassen! Wer da keine antiamerikanischen Reflexe spürt, ist hirntot…Deshalb sagen wir in der neuen COMPACT-Spezial-Ausgabe „Ami go home“ und fordern „Freiheit für Deutschland – Für das Ende jeder Besatzung“ auf unserer großen Souveränitätskonferenz am 24. Oktober in Berlin.

Und nicht, dass jemand denkt, die Yankees machen das nur in der Dritten Welt. Auch in Griechenland herrschte eine von Washington gestützte Militärjunta von 1967 bis 1974, alle Oppositionellen wanderten in Lager auf den Ägäis-Inseln… Hintergrund des Umsturzes war eine Situation, wo im Parlament ständig wechselnde Mehrheiten und das Stärkerwerden von NATO-kritischen Parteien, die für den Abzug der US-Truppen aus Griechenland warben, die geostrategische Position des NATO-Paktes an seiner Südflanke bedrohten. Wer macht sich angesichts dieser Parallelen zur aktuellen Lage in Athen nicht Sorgen um das Schicksal von Premier Alexis Tsipras?

Manche hofften, dass diese Politik von Obama gestoppt wurde. Wie grausam sie enttäuscht wurden! Die letzten zwei oben genannten Interventionen in Südamerika fallen in seine Amtszeit… Wie schrieb ich schon in meinem Editorial für COMPACT-Spezial: „Der hässliche Amerikaner – das waren früher die Cowboy-Typen, die Faschisten, die Ku-Klux-Klan-Männer. Mit dem demographischen Zerbröseln der weißen Vorherrschaft heuert das Große Geld, dessen Eigentümerfamilien seit Jahrhunderten dieselben sind, andere Frühstücksdirektoren an. Die neuen Charaktermasken des Imperialismus sind farbig, weiblich, schwul. ‚Zuerst schießen, dann fragen‘ – das war das Motto der alten Verbrecher. ‚Totschießen und tot säuseln‘ ist die Taktik ihrer Nachfolger. Dieses Gesäusel auseinanderzunehmen, die Propaganda mit Fakten zu kontern – das ist der Anspruch von COMPACT.“

Warnhinweis: Ein COMPACT-Abonnement  könnten Ihrer Gesundheit schaden. Die Lektüre wird die Nerven strapazieren und zu Albträumen führen. Vieles wird schockierend neu für Sie sein. Anderes werden Sie vielleicht schon im Internet gelesen, aber – so flüchtig sind die elektronischen Medien! – gleich wieder vergessen haben. In COMPACT haben Sie es Schwarz auf Weiß. Nun wissen Sie Bescheid. Das wird Ihr Leben unruhiger machen. Aber, Hand aufs Herz: Kann man gut schlafen, wenn das Bett brennt? Wer COMPACT liest, hat jedenfalls die Gefahr, die von der Supermacht droht, immer im Blick.

* Die Studie gibt es ausführlich hier.

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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