„Welt“ schießt gegen bevorstehende COMPACT-Geschichtskonferenz am 9. Juni

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Besonders der Auftritt der AfD-Abgeordneten Doris von Sayn-Wittgenstein ist dem Springer-Blatt ein Dorn im Auge

Am 9. Juni findet die erste COMPACT-Geschichtskonferenz statt – und schon im Vorfeld führt das Ereignis zu aufgeregtem Geschnatter. Jüngstes Beispiel ist ein (bezahlpflichtiger) Artikel der Tageszeitung „Die Welt“, in dem die Veranstaltung den „Problemzonen der AfD“ zugerechnet wird – obwohl COMPACT bekanntlich keine Parteizeitung ist. Den Springer-Leuten missfällt vor allem der Auftritt der schleswig-holsteinischen Landtagsabgeordneten Doris von Sayn-Wittgenstein, die gerade vor dem zuständigen Landesschiedsgericht einen Parteiausschlussantrag zurückweisen lassen konnte. Die „Welt“ berichtet von den folgenden Sympathiekundgebungen für Sayn-Wittgenstein: „Anfang Mai wurde aus der Landesgeschäftsstelle [der AfD](…) ein Extrablatt als Rundbrief für alle Mitglieder verschickt. Darin heißt es: ‚Es wäre nun an den Klägern – immerhin hochrangige Funktionsträger der AfD aus der Landtagsfraktion und dem Bundesvorstand – , sich bei Frau von Sayn-Wittgenstein persönlich und auch öffentlich zu entschuldigen und eine uneingeschränkte Ehrenerklärung für sie abzugeben.‘ (…) Die [Neuwahl des AfD-Landesvorstandes] wird wohl Ende Juni bei einem Parteitag stattfinden. Denkbar ist, dass von Sayn-Wittgenstein gegen den gemäßigten Kandidaten Christian Waldheim kandidiert. Das Selbstbewusstsein von Sayn-Wittgensteins scheint ungebrochen zu sein. So wird sie am 9. Juni in Magdeburg bei einem Kongress mit dem Titel ‚Freispruch für Deutschland‘ zusammen mit geschichtsrevisionistischen Autoren auftreten, die Hitlers Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zu relativieren versuchen. Veranstalter ist das in AfD- Kreisen viel gelesene Magazin COMPACT.“

Die „Welt“ und dahinterstehende Kreise haben offensichtlch gehörig Bammel vor einem politischen Comeback der Politikerin, die vor zwei Jahren um Haaresbreite zur Bundesvorsitzenden der AfD gewählt worden wäre, und sehen die COMPACT-Geschichtskonferenz als eine Art Promoveranstaltung für dieses Vorhaben. Doch da wird unsere Motivation gehörig missverstanden: COMPACT mischt sich nicht in die Querelen der AfD ein. Wir haben die Politikerin eingeladen, weil sie den sprichwörtlichen „Mut zur Wahrheit“ auch bei historischen Themen unter Beweis gestellt hat (demzufolge lautet der Titel ihres Referats auch „Meinungsfreiheit und Geschichtspolitik“). Dies war auch das Kriterium bei der Einladung der anderen Redner, die mit der AfD gar nichts zu tun haben und ebenfalls das Schmähwort „geschichtsrevisionistisch“ nicht verdienen. Da wäre etwa der hochdekorierte Bundeswehr-General Gerd Schultze-Rhonhof, der über die Vorgeschichte des Weltenbrands 1939 referiert („Der Krieg, der viele Väter hatte“); oder der frühere „Welt“-Autor und Historiker Jan von Flocken („1000 Jahre Deutsches Reich“) – den die „Welt“-Schreiberlinge von heute offensichtlich gar nicht mehr kennen; und der Buchator Wolfgang Effenberger, der zuletzt mit Helmut Kohls Staatssekretär Willy Wimmer ein Buch veröffentlichte (sein Referat: „Das Diktat von Versailles: Krönung der antideutschen Strategie“). Auch bei meinem Thema „Nicht über und nicht unter anderen Völkern wolln wir sein“ geht es nicht um Revisionismus (was immer das heißen mag), sondern um Gerechtigkeit für unser Volk – in Freundschaft zu unseren Nachbarn und früheren Kriegsgegnern, besonders zu den Russen.

Der von der „Welt“ perhorreszierte Albtraum, COMPACT beabsichtige mit der Geschichtskonferenz, „die Partei [AfD] als Ganze noch weiter nach rechtsaußen zu ziehen und dort neue Provokationen zu initiieren“, hat also mit der Realität nichts zu tun. Vielmehr wollen wir schlicht das Terrain der Geschichtspolitik, das die AfD leider (vorübergehend?) preisgegeben hat, nicht den Linken überlassen und mit hochkarätigen Referenten dagegenhalten. Wer das, wie die „Welt“, anrüchig findet, will offensichtlich keine offene Debatte.

Die COMPACT-Geschichtskonferenz „Freispruch“ für Deutschland findet am 9. Juni (Pfingstsonntag) in Magdeburg statt (halber85, Halberstädter Straße 85), und zwar von 12 Uhr bis 17 Uhr. Der Einlass beginnt um 11 Uhr, im Anschluss besteht noch die Möglichkeit zum gemütlichen Beisammensein bei Speis und Trank. Über 200 Karten sind schon verkauft, etwa 100 sind noch übrig. Wir empfehlen dringend, Tickets im Vorverkauf zu erwerben (FORMULAR GLEICH UNTER DIESEM TEXT) – sicher ist sicher, und billiger ist es auch. COMPACT-Abonnenten zahlen übrigens nur die Hälfte – ein Abo lohnt sich!

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

14 Kommentare

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    3. Mag man aus damaliger Sicht (wo es aber 1933 55% nicht-braune Wähler gab und genug Deutsche gegen Hitler) an Hitler und seinem Anhang, wo man vielen (wie auch den einfachen verbohrten Alt-Kommunisten) subjektiv durchaus eine redliche Gesinnung, positives Wollen zusprechen kann, manches verstehen, entschuldigen ist da gar nichts, so eine brutal-verrohte bis zuletzt offen mörderische Diktatur ist inakzeptabel, und der in ihr oben über mitte ("negative Gegenelite" laut Prof. Stürmer) bis unten dominante Menschenschlag entfesselter reaktonärer, herrschsüchtiger Spießbürger (viele noch mental nicht gebessert, sondern ultra-autoritär bis in die 70er!!), den es vorher wie nachher nicht mehr an der Macht gab, war abstoßend, dem Abschaum nahe wie heute die Merkel-Kreise und R2G!! Ähnlich auch der Verbrecher Mussolini, für den Hitler deutsche Soldatenleben opferte in Nordafrika und auf dem Balkan, und seine Leute in Italien. Was sie -Hitler und Duce- da sozial usw. geleistet haben, kann das Asozial-Kriminelle weder wegmachen noch entschuldigen!!

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      2. ….

      COMPACT: Sind Sie zu doof zum Lesem? Genau um das, was Sie der Konferenz vorwerfen, wird dort nicht zu hören sein. das ist genau der Quatsch, den die Mainstreammedien suggerieren und auf den Sie ebenfalls reinfallen. Vorschlag: Warten Sie ab, gehen Sie zu der Konferenz oder verfolgen Sie sie via Live-Übertragung – und DANN können Sie fundiert urteilen und kritisieren. Meinen Sie, Sie schaffen das?

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        Sie spielen also -wie das Regime und seine Medien, aber auch genug schon erlebt zuletzt bei den ach "so freiheitlich-"alternativen", super-demokratischen Patrioten-Medien- den Zensor, Unterdrücker gegen legitime Gedanken, fundierte Meinungen und relevante Fakten. Was Sie da machen wollen mit ihrer Tagung, 1991 waren Sie ja noch Anhänger der US-Besatzung Deutschlands, ist nichts als die alte abgestanden-plumpe NS-Apologetik, das zeigen schon die Referenten und die herbeigezogenen national-dummen AFD-Promis wie diese falsche Gräfin!! Und das Publikum dürfte entsprechend sein, das ist genau das, was zur AfD nicht paßt (siehe Ausschlußfall Härle in Hessen), sondern das ist NPD-affin, dann geht auch dorthin. Die nationale Wiedergeburt wird NICHT-braun sein, oder sie wird NICHT sein!!

        WIRD abgespeichert und weitergeleitet! Damit mal alle sehen, wohin Ihre Demokratie führen wird!!

        Putin-Lutschen und NS-Apologetik, bestimmt die beste patriotische Mixtur!!

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    Fischer's Fritz am

    "COMPACT bekanntlich keine Parteizeitung"

    Formal natürlich nicht, faktisch jedoch eine sehr AFD-parteiliche Zeitung (wogegen natürlich nichts einzuwenden ist). Nur, bitte keinen falschen Eindruck erwecken!

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      Lila Luxemburg am

      Eine Parteizeitung – wie etwa der ‚Vorwärts‘ bei der SPD (oder auch die ‚Rückwärts‘ bei der CDU) – ist trotzdem etwas anderes: Sie wird von der Partei selber herausgebracht … oder auch von irgendeinem juristischen Anhängsel, das aber von der Partei gelenkt und geführt (und natürlich finanziert) wird.

      COMPACT ist aber, soweit ich das erkennen kann, nach wie vor ein privat-kapitalistisches Projekt … das in seiner Ausrichtung Überschneidungen mit Positionen der AfD hat – und dadurch begründete Sympathien auch keineswegs zu verleugnen braucht.

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        Fischer's Fritz am

        @LILA…
        Einverstanden, frage mich nur, warum COMPACT gelegentlich einen so großen Wert auf diese Feststellung ("keine Parteizeiitung") legt, wo seine "Überschneidungen mit Positionen der AfD" (schön zurückhaltend formuliert, könnte auch von einem Parteisprecher im Wahlkampf stammen) na ja, sag ich mal, einen großen Raum einnehmen. 🙂

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    Chemnitzer am

    Muß man sich über dieses Gesox noch aufregen? Ich sage nein, denn wir sollten keine Energie an die verschwenden!!

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    Lila Luxemburg am

    "So wird sie am 9. Juni in Magdeburg bei einem Kongress mit dem Titel ‚Freispruch für Deutschland‘ zusammen mit geschichtsrevisionistischen Autoren auftreten, die Hitlers Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zu relativieren versuchen."

    Erstens orientieren wir uns – im Gegensatz zur WELT – bei der Frage nach der Verantwortung für den zweiten Weltkrieg an der diesbezüglich alle Maßstäbe setzenden Antwort des ersten israelischen Botschafters in der BRD auf die – wie üblich dumme (und in dieser Dummheit schon unverschämte) – Frage von Dschurnalisten, wer denn den 1. Schuß im 6-Tage-Krieg abgegeben habe: Nicht wer den ersten Schuß abgegeben hat ist entscheidend, sondern was den ersten Schüssen vorausgegangen ist!

    Und zweitens und drittens … auch. UND: Was DIESE Frage betrifft (was also den ersten Schüssen vorausgegangen ist, wurden und werden wir seit nunmehr 100 Jahren (der 1. Weltkrieg ist hier inclusive!) belogen, betrogen, für dumm verkauft und verarscht bis zum geht-nicht-mehr. Und zum Dank für unsere Unterwürfigkeit auch noch ökonomisch ausgebeutet bis ebenfalls zum geht-nicht-mehr.

    Anwürfe der WELT und Konsorten sind daher keine ‚Anklagen‘, sondern lediglich Offenbarungen … ihrer selbst. Und da sagen sie wirklich ALLES was man über diese … Bande wissen muß!!

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    Irgendwehr am

    Reflexartiges Umsichtreten kurz vor den Wahlen. Im Moment gibt es wohl Prämien für die Blätter, die gegen die AfD hetzen. Adressaten sind die noch Unentschlossenen, bloss keine Stimme der AfD. Bei mir rufen solche Aktionen das genaue Gegenteil hervor. Ich brauche auch keine Wahlplakate, die hier überall abgerissen auf dem Boden liegen. Zwei Tage hat das System noch, Dreck gegen die AfD zu werfen. Danach heisst es mal wieder einige Büros der Blockparteien räumen.

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    Rechtsstaat-Radar am

    Man kann nur noch schmunzeln, wenn man ab und an bei der "Welt" vorbeischaut und die immer selben Themen auffällig in die immer gleiche Richtung geschrieben werden. Das Repertoire, dieser Zeitung des stramm von den USA gelenkten Hauses "Springer", ist erschöpft. Man fällt nicht mehr auf ihre Irreführungs- und Erziehungs-Techniken herein. Das Gegenteil ist bei mir inzwischen der Fall.

    Man schaue nur einmal die Anstellungsverträge und die zur Bindung freier Mitarbeiter im Hause Springer an. Dort findet sich ein vorsichtig formuliert als "Wohlwollensklausel" zugunsten der USA und Israels zu bezeichnender Maulkorb für alle dort tätigen "Journalisten". Wer gegen diese Verpflichtung, die USA und Israel (sinngemäß) immer nur unkritisch toll darzustellen und alles das, was dieses in Frage stellen könnte, zu bekämpfen, verstößt, der kann durch Rauswurf diszipliniert werden.

    Springer, das ist übelste Lizenzpresse, das ist ein Name, durch den die fehlende Souveränität Deutschlands Tag für Tag greifbar ist.

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      Fischer's Fritz am

      @…-RADAR(STÖRUNG)
      "Springer, das ist übelste Lizenzpresse…"

      Genauso isse’s. RADAR funktioniert heute! 🙂

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    heidi heidegger am

    Pah! die WELT springt wie üblich zu kurz und stellt dann eh auf Automatic (Hitler sehr böse und schuld auf ewig und an allem usw.) -> ja-worrum war denn der Franzos‘ so sauer in Versailles, häh? ja-(auch) wegen Elsass-Lothringen (Bismarck: der schnappte es sich und Napoleon3 mit runtergelassenen Hosen gleich mit sozusagen). *istdochwahr*

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      Jeder hasst die Antifa am

      Hitler war ein Ziegenschiss in der deutschen Geschichte. istdochwar

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