„Weißhelme“: Maas gibt Terrorhelfern Asyl in Deutschland

57

Ein neues „Dünkirchen“ für den britischen Imperialismus: 800 „Weißhelme“ geben Fersengeld und werden von Israel aus Syrien evakuiert.

Es war eine spektakuläre Evakuierung: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde 800 „Weißhelmen“ auf den Golanhöhen von israelischen Truppen erlaubt, die Grenze zu übertreten und im jüdischen Staat Zuflucht zu suchen. Damit wurde die Gefangennahme der Terrorhelfer durch die vorrückende syrische Armee in letzter Sekunde verhindert. Israel will diese zwielichtigen Subjekte freilich nicht im eigenen Land behalten und übergibt sie in Kürze dem benachbarten Jordanien. Von da werden sie – „refugees welcome“ – in aufnahmewillige westliche Länder verteilt. Überraschung: Die Bundesregierung hat schon zugesagt, einen Teil der armen jungen Männer bei uns aufzunehmen. „Die Weißhelme haben seit Beginn des Syrien-Konflikts mehr als 100.000 Menschen gerettet. Mehr als 250 von ihnen haben ihren Mut und ihre Mitmenschlichkeit mit dem Leben, viele mehr mit ihrer Gesundheit bezahlt. Ihr Einsatz verdient Bewunderung und jeden Respekt, und wir haben ihn aus Überzeugung unterstützt,“ sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) heute früh „Bild“-online. Und weiter: „Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, dass viele dieser mutigen Ersthelfer nun Schutz und Zuflucht finden, einige davon auch in Deutschland. Wir sind allen Partnern dankbar, die dazu beitragen.“ Eine genaue Zahl, wie viele Weißhelme in Deutschland künftig auf Kosten des Steuerzahlers durchgefüttert werden sollen, nannte Maas nicht, „Bild“ geht von 50 Personen aus.

*** Grundwissen über die US-Außenpolitik: über den Tiefen Staat („Heil Hillary“), über den Neuansatz von Trump („Krieg und Frieden“, seine Reden auf Deutsch) und über die US-Besatzung in Deutschland („Ami go home“) – drei COMPACT-Sonderausgaben zum Preis von zwei! ***

Ein kleines „Dünkirchen“

Die Evakuierung erinnert ein bisschen an die Flucht des britischen Expeditionskorps aus Frankreich: Nach dem Sieg der deutschen Truppen war dieses im Juni 1940 an der Atlantikküste eingeschlossen, kurz vor der Vernichtung. Doch die deutschen Panzerspitzen wurden von Hitler gestoppt, das ermöglichte Churchill die Evakuierung über See. Hatte Hitler über einen Deal versucht, mit Großbritannien zu einem Ausgleich zu kommen? Das wird bis heute kontrovers diskutiert.

Ein Deal lag jedenfalls der Evakuierung der Weißhelme zugrunde, wenn man der in Jerusalem und Tel Aviv gut vernetzten „Bild“-Zeitung glauben darf. Hinter den Kulissen hätten Emissäre von Assad, Putin und Natanjahu den Abzug ausgehandelt. Die Übereinkunft ist im Interesse aller drei Staaten: Die siegreiche syrische Armee rückt mit russischer Luftunterstützung immer weiter vor, die Front nähert sich den Golanhöhen, die seit 1967 von Israel besetzt sind. Netanjahu hat klar gemacht, dass er syrische Vorstöße an die Demarkationslinie, eventuell unterstützt von pro-iranischen Milizionären, als Bedrohung des jüdischen Staates betrachtet. Eine unmittelbare Konfrontation zwischen beiden Staaten hätte gedroht. Der Deal schafft Assad nun eine gefährliche Untergrundtruppe vom Hals, ohne dass die syrische Armee weiterkämpfen muss – und Israel schafft sich einen Puffer ohne iranischen Einfluss über den Golan hinaus. Putin, der das Quid-pro-quo vermittelt hat, steht als Friedensstifter da.

So weit also eine glückliche Realpolitik, die man keinem der drei Beteiligten vorwerfen kann. Das Problem liegt wieder einmal bei Merkel und Maas, die nichts Besseres zu tun haben, als die Terrorhelfer zu uns zu holen. Warum werden sie nicht über Jordanien auf andere muslimische Staaten verteilt? Die Ölprinzen in Saudi-Arabien und den Golfstaaten haben doch genug Geld? Aber nein, sie müssen nach Deutschland, damit wir noch mehr Unruhestifter hier haben.

Hauptfinanzier Großbritannien

Entgegen der tränenreichen Propaganda des Bundesaußenministers (siehe oben) handelt es sich bei den Weißhelmen nicht um unparteiische Retter, sondern um Unterstützer der Dschihadisten, quasi deren PR-Flügel. Sie waren regelmäßig die Ersten, die Aufnahmen von angeblichen chemischen Angriffen in Syrien in den sozialen Medien verbreiteten und damit Druck machten, die vermeintlichen Verursacher zu bestrafen. Prompt kam es zu einer Welle von Bomben- und Raketenangriffen durch NATO-Staaten nach den von den Weißhelmen lügnerisch bezeugten Giftgas-Vorfällen in Chan Schaichun (April 2017) und Duma (April 2018).

Selbst der öffentliche-rechtliche MDR schreibt über die Weißhelme: „Die Zivilschutzorganisation Weißhelme wird von Großbritannien unterstützt und ist im Syrischen Bürgerkrieg nur in den von dem extremistisch-islamistischen Bündnis Haiat Tahrir asch-Scham kontrollierten Landesteilen aktiv.“ Das Nachrichtenportal „Hintergrund“ fasst zusammen: „Der ersten Anschubfinanzierung von 300.000 US-Dollar im Jahr 2013 über den Haushalt der US-Entwicklungshilfebehörde USAID folgten weitere dreizehn Millionen von US-amerikanischen und britischen Behörden. In einem Bericht von USAID im Juli 2015 ist schon von sechzehn Millionen US-Dollar die Rede, die an die Weißhelme flossen. Im September 2015 meldete der britische Telegraph wiederum, dass das britische Außenministerium nun der größte einzelne Geldgeber sei. Es folgten weitere Millionen aus Frankreich, den Niederlanden, Japan und Dänemark. Auch das Auswärtige Amt in Berlin zeigt sich gönnerisch und erhöhte im September seinen Spendenetat für die Weißhelme von zwei auf sieben Millionen Euro für das Jahr 2016. (7) Inzwischen dürften der Organisation, die ‚mit nichts als ihren bloßen Händen‘ (Netflix) Menschen aus den Trümmern rettet, mehr als einhundert Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt worden sein.“

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel