Weihnachtszeit: Unsere besten Bücher zum Schmökern

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Alljährlich werden mehr als 70.000 neue Buchtitel auf den Markt gebracht. Teils eine unüberschaubare Anzahl. Darunter die Kleinode zu entdecken, ist nicht immer einfach. Und dabei auch noch den Geschmack des lesenden Publikums zu entdecken, umso mehr. Wir haben nicht einmal 100 Titel für Sie ausgewählt.

Compact hat sich dieser Aufgabe gestellt und zum ersten Mal einen „richtigen“ Katalog zusammengestellt. Zwar umfasst dieser nicht mal 100 Titel, dafür haben es aber einige Werke in sich. Sie gilt es zu entdecken. Es sind Nischen, die besetzt werden, oder aber es werden Themen aufgegriffen, die gerade jetzt wieder Konjunktur haben.

Der 2. Weltkrieg ist zwar immer noch in aller Munde, aber sein Ende jährt sich im nächsten Jahr bereits zum 75. Mal. Vielleicht deshalb fanden auch einige wichtige Titel zum Thema Eingang in unsere Leseauswahl. Geht es bei Patricia Clough um die große Flucht aus dem Osten. Auf dem Rücken der berühmten Trakehner, einer Pferderasse, worauf schon preußische Könige stolz waren. Dabei schafft es Clough mit ihrer einfühlsamen Art, die bedrückenden Erlebnisse der damaligen Zeit heute wieder lebendig erscheinen zu lassen.

So rütteln andere Werke an mächtigen Schweigekartellen. Wenn es um die großen Tabus des letzten Jahrhunderts geht, steht an erster Stelle das Schweigen über die Verbrechen an Deutschen. Furchtbar haben sich die Sieger an uns gerächt und die Deutschen spüren lassen, dass sie die Verlierer sein würden, während der beiden großen Kriege und auch danach, eigentlich bis heute.

Mit seinem neuen Sonderheft aus der Geschichtsreihe geht COMPACT voran und bricht dieses Tabu. Ab jetzt darf auch über Verbrechen an Deutschen offen geredet werden. Die Forderung an zukünftige Generation wird die sein, sich dieses Gedächtnis zu bewahren. Die unvorstellbaren Zahlen des Dresdner Grauens stellte  Wolfgang Schaarschmidt zusammen, der das Inferno im Februar 1945 überlebte. Mit der unsäglichen Kleinrechnerei der Opferzahlen jener beiden Bombennächte wurden nach 1990 im wiedervereinigten Deutschland die Opfer geradezu verhöhnt und starben sozusagen zum zweiten Mal.

Wenn man über den Terror gegen die deutsche Bevölkerung spricht, darf auch Jörg Friedrichs Klassiker „Der Brand“ nicht fehlen. Jetzt als Taschenbuch erhältlich. „Geliehene Schuld“ zeichnet den Beginn unter Adenauer nach, als Roman sehr lesenswert

Nicht wenige Zeitgenossen sprechen über 1989 als eine „Zeit nach einem Kriege“. Einem deutsch-deutschen, wie der überragende DDR-Chronist Christoph Hein so treffend analysierte und sich zu seinem 75. Geburtstag mit „Gegenlauschangriff“ sozusagen selbst beschenkte. Man findet bei uns im Katalog auch Werke, die zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls nicht fehlen dürfen. Der unvergessene und viel zu früh verstorbene Walter Kempowski hinterließ uns seine zwei Tagebücher aus dieser Zeit. Er, der im Osten im „blauen Elend“ in Bautzen einsaß, in den Westen emigrierte und mit dem Mauerfall in seine Heimatstadt Rostock zurückkam. Sein Ausspruch: „Es ist leichter fortzugehen als zurückzukommen“, lässt seine Gefühle, sein Überwältigtsein in den Momenten dieser Zeitenwende nur sehr flüchtig erahnen.

Was wäre die Erzählung über die untergegangene DDR ohne Tellkamps „Turm„? Dessen Verfilmung einem Großteil der Deutschen Ostdeutschland näher brachte. Zu dessen Epos sich der „Ossi“ Jens Bisky in der „Süddeutschen“ hinreißen ließ, zu sagen: „Wenn in Zukunft einer wissen will, wie es denn wirklich gewesen ist in der späten DDR, sollte man ihm rasch und entschlossen den neuen Roman von Uwe Tellkamp in die Hand drücken: »Nimm und lies«“.

Wer dem Schrecken der scheinbar allgegenwärtigen Stasi nachspüren will, wird überrascht sein, wenn er in „Ich habe ‚Nein!‘ gesagt“ von ganz unterschiedlichen Reaktionen auf erfolglose Anwerbeversuche liest. Wenn es um Fahnenflüchtige geht, kennt keine Armee der Welt besondere Milde. Dabei betraten die jungen Burschen bei der Volksmarine einen sehr schmalen Grat, zwischen Verrat an ihren Kameraden und dem sehnlichen Wunsch nach Freiheit im verlockenden Westen. Der ehemalige Offizier der DDR-Marine Ingo Pfeiffer hat die Schicksale jener Bootsbesatzungen im Lichte des MfS umfassend recherchiert und für uns aufgeschrieben.

Max Otte: Weltsystemcrash

Verlässt man den Rahmen der deutsch-deutschen Vergangenheit, so landet man schnell bei den großen Themen unserer Zeit. Zum einen geht es wieder um Flucht und Asyl. Literarisch verarbeitet von Derek Turner in „Sea Change„, über den der Verlag schreibt: „Turners Debütroman, 2012 in den USA erschienen, hat mit bestürzender Genauigkeit die Mechanismen, Wege und Verläufe der so genannten Flüchtlingskrise vorgezeichnet, die über die Alte Welt hereinbrach.“

Zum anderen um die „neuen“ Erfahrungen vor Gericht. „Wenn Deutschland so scheiße ist, warum sind Sie dann hier?“, fragte Amtsrichter Zantke einen der Neuankömmlinge in seinem Gerichtssaal und wurde damit schlagartig berühmt. In der Schule: „Eine Lehrerin sieht rot„, von Doris Unzeitig, die mit ihrem Engagement sogar bei Stern-TV landete. Bei der Erziehung: „Wir erziehen. Zehn Grundsätze“, aufgeschrieben von Caroline Sommerfeld. Allgemeiner formulierte es Andrea Paulsen in „Deutschland außer Rand und Band„, dem ein emotionaler Brief an die Bundeskanzlerin voranging, der durch die Medien ging. Oder: Gerade nach dem Dresden-Raub in aller Munde – die arabischen Clans.

Ein neues weibliches Selbstverständnis lässt uns die heutige Ehefrau Martin Sellners erleben. Brittany Pettibone postuliert für uns ihr jung, weiblich, rechts.
Wie kaputt die Gesellschaft bereits ist, zeigt uns der COMPACT-Lesern einschlägig bekannte Manfred Kleine-Hartlage in „Die liberale Gesellschaft und ihr Ende“ und in „Ansage„, über das der Verlag zutreffend schreibt: „Lesen, lachen – und an den linken Nachbarn verschenken!

Was wäre ein COMPACT-Katalog ohne die Kleinodien und Werke abseits des Mainstreams, die es zu entdecken gilt. „Zur Tyrannei der Werte„, „Sozialismus und Nation“ und Sanders „ghibellinischer Kuß“ gehören ebenso dazu wie Bräuningers „bleiche Erinnerung“ oder auch der spannende Justizroman „Pascal Ormunait“ von Björn Clemens, dem man viele Leser wünscht.

Immer und zu allen Zeiten waren die Menschen neugierig, wenn es um die Großen, die Promis geht. Hier hätten wir Sarah Wagenknecht, Alice Weidel  The Big „T“ – Thomas Middelhoff, oder auch Putin, dem der große Philosoph Alexander Dugin zu Leibe rückt.  „Ich bin Matteo Salvini“ gehört ebenso zu unseren Bestsellern wie Höcke, Cyril Moog oder auch COMPACT-Autor Viktor Timtschenko mit seinem „Feldzug gegen die Nation„, über den Gabriele Krone-Schmalz schrieb: „Er stellt einfache Fragen und hütet sich vor einfachen Antworten. Und überrascht mit seinem Fazit.“

Vollständig blättern und viele weitere spannende Titel entdecken, können Sie in unserem Katalog gleich hier.

Viel Spaß beim Schmökern!

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2 Kommentare

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    Danke für die Tipps. Frei nach Volker Piespers will ich mal fragen,-ist man auch im Widerstand wenn man eines der Bücher gelesen hat oder ist man das nur wenn man eine Eintrittskarte zum Konzert von Xavier Naidoo vorzeigen kann?

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