Was ist ein „Gutmensch“? Kurze Definition

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_von Manfred Kleine-Hartlage

«Gutmensch» ist ein ambivalentes Wort, je nachdem, wer es benutzt: Handelte es sich ursprünglich um die leicht spöttische Bezeichnung eines bestimmten Menschenschlags, so wurde es einerseits von just den so bezeichneten Menschen als Selbstbeschreibung übernommen, von anderen aber zum Schimpfwort verschärft. Was die Betroffenen wiederum überhaupt nicht verstehen können und dazu führte, dass das Wort zum «Unwort des Jahres 2015» gekürt wurde. Sie glauben nämlich, «Gutmensch» heiße so viel wie «guter Mensch». In Wahrheit kann ein Gutmensch im Privatleben so gut oder böse sein wie irgendein anderer auch – den Gutmenschen als solchen erkennt man daran, dass er im politischen Bereich das Gegenteil von dem tut, was allgemein als moralisch gut gilt: Der Gutmensch ist ein Pharisäer, der Andersdenkenden gegenüber zu einem frappierenden Maß an Bösartigkeit und Arroganz fähig ist.

(…)

Vielleicht mag man dem Gutmenschen, da seine Seele mit pseudoreligiösen Wahnideen vergiftet wurde, noch jene Art Mitleid entgegenbringen, die man auch für andere Sektenopfer übrig hat – allerdings nur, sofern er selbst die Folgen seines Wahnsinns ausbadet. Der typische Gutmensch ist allerdings einer, der nicht selbst Opfer bringt, sondern andere dazu zwingen will, und als Angehöriger der Sozial-, Integrations- oder Ideologieindustrie womöglich noch daran verdient. Der Gutmensch glaubt, er sei schon deshalb edel, hilfreich und gut, weil er eine bestimmte Ideologie bejaht und es aufgrund dieser Ideologie zum Beispiel für richtig hält, Menschen aus gewaltaffinen Machokulturen in ein befriedetes Europa einwandern zu lassen und den Einheimischen Millionen von neuen Mitbewohnern zuzumuten, die sie sich nicht ausgesucht haben, und die sie sich, hätte man sie gefragt, aus guten Gründen auch nicht ausgesucht hätten. Gutmenschen sind Leute, die so lange «Flüchtlinge» aufnehmen werden, bis keine mehr kommen, weil die Verhältnisse in Europa dann genau denen entsprechen werden, vor denen vorher die «Flüchtlinge» geflohen sind.

Gutmenschen vertreten grundsätzlich nur die Interessen von Minderheiten und finden es unmoralisch, dass Männer und nichtfeministische Frauen, Deutsche, Christen, Weiße und Heterosexuelle überhaupt existieren. Wenn sie aber schon existieren, so die Gutmenschen, dann sollen sie wenigstens ihren Mund halten und sich ihrer «Intoleranz» schämen – also sich schämen, dass sie überhaupt Interessen zu haben und diese gar zu artikulieren wagen. Gutmenschen sind Leute, die nicht ruhen werden, bis sie die Welt so weit «verbessert» haben, dass sich in ihr nur noch Verrückte, Perverse, Verbrecher und Schmarotzer wohlfühlen. Gutmenschen sind Leute, die das eigene Volk über die Klinge springen lassen, damit es ihrem Seelchen gut geht. Und Gutmenschen sind vor allem Leute, die es fertigbringen, sich trotzdem noch darüber zu wundern, dass das Wort «Gutmensch» ein Schimpfwort ist.

Manfred Kleine-Hartlage ist Publizist und Diplom-Sozialwissenschaftler.

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