In meinem gestrigen Beitrag auf COMPACT-Online vertrat ich die These, dass auch die AfD in Bayern zu den Wahlverlieren gehört. Zahlreiche Leser wiesen mich daraufhin, dass der Ergebnisbalken der AfD ja doch wohl ein fettes Plus aufweise, nämlich 10,2 Prozent. Kann der Elsässer etwa nicht rechnen?

    Nur: Dieses fette Plus gibt die Veränderung zur letzten Landtagswahl an, 2013. Damals ist die AfD gar nicht angetreten! Mein Hinweis auf Verluste bezog sich demgegenüber auf die Bundestagswahl 2017. Im Vergleich dazu hat die AfD bei der aktuellen Landtagswahl 2,2 Prozent (von 12,4 auf 10,2) oder etwa 175.000 Stimmen verloren.

    Ein weiterer Hinweis von Lesern bezog sich darauf, dass der leichte Rückgang der AfD im Vergleich zur Bundestagswahl auch damit zusammenhängen dürfte, dass bei der aktuellen Landtagswahl die Freien Wähler (FW) auftrumpften, die mit der AfD vergleichbar sind.

    Schauen wir uns also die die Entwicklung zwischen FW und AfD an. Bei der Bundestagswahl im September 2017 erhielten die FW in Bayern 2,7 Prozent der Zweitstimmen, die AfD 12,4 Prozent. Bei der aktuellen Lantagswahl sprangen die FW auf 11,6 Prozent, das ist ein Plus von 8,9 Prozent, die AfD verlor die besagten 2,2 Prozent.

    Es war klar, dass die FW bei der Landtagswahl zulegen mussten – in Bayern waren sie schon im Parlament, im Bund hatten sie keine Chance. Erklärbar wäre also durchaus gewesen, wenn sie wieder etwa die acht oder nein Prozent vom letzten Mal geholt hätten, was der AfD auch noch ein paar Prozent Zuwachs gelassen hätte. Es kam aber anders: Die FW haben weit mehr zugelegt, und die AfD gab sogar ab (immer im Verhältnis zur Bundestagswahl 2017).

    Genau das ist die Entwicklung, die erklärungsbedürftig ist, wenn die AfD sich nicht mit dem Erreichten begnügen will.

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