Warum Pamela Anderson die Gelbwesten verteidigt

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Pamela Anderson, Baywatch-Star und Sexsymbol der Neunziger, solidarisiert sich trotz der jüngsten Antisemitismus-Vorwürfe mit den Protesten der Gelbwesten in Frankreich. Dabei schlägt das ehemalige Playboy-Model überraschend philosophische Töne an.

Die Tage, in denen sich Pamela Anderson in der Fernsehserie Baywatch im knappen roten Badeanzug in die Wellen warf, für den Playboy alle Hüllen fallen ließ oder mit turbulenten Männergeschichten für Furore sorgte, sind lange vorbei. Dafür mehren sich ihre politischen Botschaften – denn das wohl bekannteste Nacktmodel der Neunziger und populärste Playmate aller Zeiten probiert sich immer häufiger als  Aktivistin. Bekannt ist Anderson vor allem für ihren Einsatz in Sachen Tierschutz. Unter anderem engagiert sich die langjährige Vegetarierin für die Tierrechtsorganisation PETA, bei den militanten Walfänger-Jägern von Sea Shepheard sitzt sie sogar im Vorstand. Weniger Aufmerksamkeit bekamen bisher ihre politischen Wortmeldungen in Frankreich, denn die 51-jährige lebt mit ihrem deutlich jüngeren Lebensgefährten Adil Rami in Marseille. Immer wieder solidarisiert sie sich mit den teils gewaltsamen Protesten der Gelbwesten-Bewegung, die die Präsidentschaft Emanuel Macrons seit Ende vergangenen Jahres erschüttern. Dabei lässt sie sich auch von Kritikern nicht einschüchtern, die den Demonstranten rechtes Gedankengut oder Antisemitismus vorwerfen. Trotz aller Warnungen, sich aus der aktuellen „toxischen“ Debatte über Judenfeindlichkeit lieber herauszuhalten, twitterte sie: „Es gibt sicher Antisemitismus unter den Gelbwesten, und Macron benutzt ihn, um die Gelbwesten, […], zu diskreditieren, um die ganze Bewegung antisemitisch aussehen zu lassen (was falsch ist).“

Keine Angst vor der Antisemitismus-Keule

Pamela Anderson 2009. | Foto: Glenn Francis, CC BY-SA 3.0

Tatsächlich fallen Andersons Botschaften analytischer aus, als man vielleicht erwarten würde: Bereits Ende letzten Jahres hatte sie geschrieben, man solle sich nicht von den Bildern brennender Autos ablenken lassen, sondern nach den Ursachen des sozialen Bruchs fragen. Die Proteste „entstanden aus der wachsenden Spannung zwischen der städtischen Elite und der armen Landbevölkerung, zwischen einer Politik, für die Macron steht, und den 99 Prozent, die genug von der Ungleichheit haben, nicht nur in Frankreich“, so das Ex-Busenwunder. Bei dieser Position bleibt sie auch nach der Verbal-Attacke auf Alain Finkielkraut, die eine nationale Debatte über Antisemitismus ausgelöst hat. Zwar stimme es, dass es Antisemiten in der Bewegung gebe. Die seien zwar in der Minderheit – würden aber aufgebauscht, „weil es der Bewegung schadet und hilft, die Macht der Oligarchen zu verteidigen“. Diese „Oligarchen“ hätten großes Interesse daran, die Bewegung als gefährlich zu verteufeln. „Aber das ist sie nicht“, schreibt Anderson. Daher erfreue sich der Protest auf der Straße auch nach wie vor großem Zulauf. „Man kann über sie denken, was man will, aber es ist klar, dass Frankreichs Probleme ungelöst bleiben. Die Kosten für die Energiewende sollten nicht von denen getragen werden, die bereits zum Opfer der europäischen Austeritätspolitik geworden sind“, kommentiert sie.

Keine Burkinis am Strand

Und nun – Pamela for President? Vorerst sympathisiert sie ausgerechnet mit dem Linken Jean-Luc Mélenchon, für den sie sich bereits im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2017 stark gemacht hatte. Dessen Partei La France insoumise („Das unbeugsame Frankreich“) versucht, von den Protesten der Globalisierungsverlierer gegen die kosmopolitischen Eliten in den urbanen Zentren zu profitieren. Doch das muss auch mit mehr Klasse gehen. Vielleicht sollte sich Anderson ein Vorbild an einer nationalen Ikone ihrer Wahlheimat nehmen: Brigitte Bardot. Die war und ist wie Pamela Schauspielerin, Model, Tierschutz-Aktivistin – und Sympathisantin der Gelbwesten. Doch „BB“, das Sexsymbol der 50er Jahre, hat Anderson nicht nur die französische Nonchalance und dreißig Jahre Lebenserfahrung, sondern auch politische Weitsicht voraus. Seit Jahren setzt sie sich gegen die Masseneinwanderung, Islamisierung und die Verweichlichung der Männer ein, unterstützt den Rassemblement National (ehemals Front National). Kein Wunder, dass dessen Vorsitzende, Marine Le Pen meint: „Frankreich, das sind nicht Burkinis am Strand – Frankreich, das ist Brigitte Bardot“. Das kann man so sicherlich auch für Pamela und Malibu Beach gelten lassen.

COMPACT berichtet regelmäßig von den Protesten der Gelbwesten in Frankreich, die mittlerweile auch auf Deutschland übergesprungen sind: In der Januarausgabe aus dem brennenden Paris, in der aktuellen Ausgabe 03/2019 mit einer ausführlichen Reportage aus Stuttgart, wo die Demonstranten gegen Dieselfahrverbote auf die Straße gegen. Außerdem erfahren sie darin, wie die Grünen über Verbote und Schikanen hinaus unsere Demokratie bedrohen. Am Besten, Sie unterstützen uns durch Ihr Abo.

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29 Kommentare

  1. Avatar

    In obiger Aufzählung der Standpunkte der BB fehlt noch ihre Kritik an der Fast-Food-Kultur. Nicht unwichtig. Denn man sollte nie vergessen, dass die Überfremdung ein Aspekt der Amerikanisierung ist und als Mittel für mehrere Zwecke dient: U.a. der Entwurzelung der Europäer, aber auch der Zerstörung der europäischen Sozialsysteme.

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    DerSchnitter_Maxx am

    Man muss nicht jeden mögen, aber deswegen ist man doch nicht gleich ein Antisemit oder Rassist … !? Pfff … Alibi für ALLES – wer hat’s erfunden ?

    "Wer Kritik übel nimmt, hat etwas zu verbergen." (Helmut Schmidt)

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    Doris Mahlberg am

    Ob Pamela Anderson nun ein Playmate und Nacktmodel war oder ist, interessiert mich gar nicht. Sie hat ihre Schönheit eben dazu benutzt, Geld zu verdienen. Warum auch nicht ? Was sie heute ist, tut und sagt, findet meine volle Zustimmung. Eine tolle Frau, und klug noch dazu. Jedenfalls ist mir Pamela Anderson hundert Mal lieber, als Sawsan Chebli, oder Göring-Eckardt, oder Claudia Roth, oder Määäärkel ………….. oje, es wird immer schlimmer, ich mach lieber Schluß.

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      "Sawsan Chebli, oder Göring-Eckardt, oder Claudia Roth, oder Määäärkel "

      Da haben Sie aber auch ein wahres Schreckenskabinett aufgezählt… da wird einem ja speiübel!

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        Doris Mahlberg am

        Richtig ! Aus diesem Grund habe ich meinen Kommentar auch beendet. Ich möchte wirklich nicht Schuld daran sein, wenn anderen Menschen übel wird ……….

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    Warum wird uns eigentlich immer wieder diese ganz unwichtige Person,die ihre besten Jahre lange hinter sich hat, aufgetischt? Ihre Meinung ist nicht wichtiger als die von jedem Lieschen Müller-Schulz.Und auch disqualifiziert ,denn wer mit den spinnenden PETA-Gangstern rudert gehört nicht ins Weltall.

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      HERBERT WEISS am

      "Wie jemand mit den Viechern umgeht, so verhält er sich auch zu seinen Mitmenschen" – sagte mal meine Urgroßmutter, die auf den Bornimer Gut (am nördlichen Rand Potsdams) lebte und arbeitete, Mag sein, dass die PETA-Aktivisten gelegentlich etwas übertreiben. Aber es gibt echt grausige Zustände auf dieser Welt, teilweise auch in Deutschland. Mein Urgroßvater würde gern mit der Mistgabel in der Hand solchen üblen Tierschindern Einhalt gebieten wollen.

      P. A. jat nun einmal eine gewisse Popularität. Wenn sie diese für eine gute Sache einsetzt, ist es o. k.

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        Nix wissen ist Macht.Sie,Herbert nix wissen,daß Peta-Kriminelle schwere und schwerste Staftaten begehen und Tiere allgemein über und neben den Menschen stellen? "Gute Sache",ha! Ich meine zwar auch,daßHunde über den Menschen stehen,aber Ich würde nicht so weit gehen,Menschen im vermeintlichen Interesse des Viehs zu schädigen.

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      Chantal Sonnenburg am

      Lieber Sokrates

      Warum nur unwichtige Leute ? Ganz einfach. Da sich wichtige Leute, da sie gebildet sind für gewöhnlich, nicht der Meinung abschließen welche hier vertreten wird.

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        Werte Dame , Möglicherweise menten Sie ANschließen? So gaz verstehe Ich nicht,was Sie sagen wollten.

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      Sokrates,
      was sind eigentlich deine wahren Probleme ?
      Da übst du eine unberechtigte Kritik, obwohl die Pamela die Wahrheit sagt ?
      Kommst du mit der Realität nicht klar ?
      Wenn was Unwichtig ist, dann ist es dein Kommentar !!!

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    Ulrich Dittmann am

    Freue mich als Tierfreund ganz besonders, dass die engagierte Tierschützerin Pamela Anderson eine solch politsch hervorragende, kluge Einstellung mit Verve vertritt!
    Bei Brigitte Bardot ist dies ja seit langem bekannt.

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    Verdammt starke Sätze von der Frau! – Und, Leute, bitte kritisiert Pamela nicht dafür, dass sie selbst keine Gelbweste trägt. Sie kriegt die oben rum einfach nicht zugebunden …

    Sorry, aber der mußte sein. 😉

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    J.L.Scharoun am

    Den Antisemitismusvorwurf sollte man meiner Meinung nach mit Norman Finkelstein und Moshe Zuckermann beantworten: "Der Vorwurf des Antisemitismus als politisches Herrschaftsinstrument". Sind jüdische Gegner des Zionismus Antisemiten ? Sind alle Juden Zionisten ? Sind alle Zionisten Juden ? Sind alle Juden denn überhaupt Semiten bzw. semitischen Ursprungs ? Der Vorwurf des Antisemismus zielt somit hauptsächlich auf die Gegner des Zionismus zu denen auch viele Juden gehören.

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    Woraus man lernen kann: es soll keiner mehr was gegen Blondinen sagen (war schon immer meine Meinung) 🙂

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      heidi heidegger am

      ClaudiaSchiffer??..hihi, worumm schreibts‘ Mäxxle nix, über "seine" stolze Canadierin, häh?

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        heidi heidegger am

        *shicedrauf.Malle.istnur1malimJahr* -> das ist für Päm und Gabi *Schlabber-lechz-Smiley*:

        [ HARD-ONS – The worst of… full album ] Year: 1988 Label: Vinyl Solution

        minute 11:32 ca.!!, ihr Pappnasen! 🙂

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      Wer sagt denn was gegen Blondinen? Echte solche sind selten,und Seltenes Ist kostbar .Ähm,mit 51 dann auch nicht mehr.

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        HERBERT WEISS am

        Da ist echt was dran. Und der Gedanke an einige etwas dunklere Damen führt die vor einigen Jahren populären Blondinenwitze ad absurdum. Zudem kommt es darauf an, wie sie sich gehalten haben. Manche sehen mit 51 immer noch besser aus als andere mit 31.

        Außerdem sind wir beide auch nicht mehr so ganz taufrisch…

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        heidi heidegger am

        servus, @Herbert am 25. Februar 2019 21:54,

        Einen hätte ich aber doch: mit der Löschtaste geht eine B. gegen einen brennenden Computer vor.

        gut erzählt, gell? *lach* 🙂

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        heidi heidegger am

        OT: @Gabi -> Kuckuck!! Mimon hat nen Mistkäfer-Skarabäus und buddelt (oder liess buddeln..) genau wie du irgendwie, hihi:

        [ Mimon Baraka Kampf & Kriegsmodus ]

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        heidi heidegger am

        😕 🙂 ohSoki am 25. Februar 2019 18:51, du bist nicht 51, sondern 81 oder so. *schmunzel*

        *meep-meep*

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        oh Heidi,Männer altern ab 50 nicht mehr. Und haben neben dem Aussehen noch andere Qualitäten.

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      Ulrich Dittmann am

      … tja, wenn man sich die Visagen linker Protagonistinnen und Politikerinnen zu Gemüte führt – und dann hier mit Pamela Anderson vergleicht, könnte fast zu der Überzeugung gelangen, dass Unattraktivtät mit übelster Dummheit einhergeht und Attraktivität mit Klugheit.

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      Lila Luxemburg am

      Gegen Blondinen … sagen hauptsächlich DIE etwas, die gerne eine hätten – aber leider keine haben.

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        heidi heidegger am

        hah!, jibbett auch männliche Bimbos äh Blondinen wohl, hihi-> hier der freche Holländer, der sich an das sauschwere-schwierige LittleFeat-Liedchen ranwagt und es ²*nailed*, wie der Franzmann sagt. Und der Drummer ist eh der OberHammer!!:

        [ DeWolff – Rock And Roll Doctor (live @ Plato Live, Mansion24 Apeldoorn 06.02.2016) 4/4 ]

        ²~Volltreffer/~richtig liegen

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        heidi heidegger am

        ich weiss was!: echte Blondininnen haben durchsichtige Brauen wie Carolina Klüft (schwedische L-Athletin) undoder Gabi, hihi.

        Und Elsässers Heroine (Frau Schellhase) ist äh "meine" Sybil Danning, ätsch!

        >> Sybil Danning (* 24. Mai 1947 in Ried im Innkreis, Oberösterreich als Sybille Johanna Danninger) ist eine österreichische Schauspielerin, die vor allem brillierte in *Sador – Herrscher im Weltraum ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von B-Movie-Produzent Roger Corman aus dem Jahr 1980. <<

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