Wagenknecht: Aufregung um Essener Tafel „scheinheilig“ – Bundesregierung schuld

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Ihr GEZ-Gesprächspartner will von der Fraktionsvorsitzenden der LINKEN offenbar nur hören, dass die Situation bei der Tafel Essen „Rassismus“ sei. Doch da macht die kluge Sahra nicht mit.

Im Interview mit dem Deutschlandfunk bezeichnet Sahra Wagenknecht das Gezeter um die Entscheidung der Verantwortlichen der Tafel Essen, keine Ausländer mehr zu versorgen, als „über alle Maßen scheinheilig“.

Wagenknecht:

Dass es Probleme an den Tafeln gibt, das weiß man seit Langem. Und zwar Probleme gibt es deshalb, weil natürlich jetzt sehr, sehr viel mehr Menschen auf diese Leistungen angewiesen sind, und es gibt auch an anderen Tafeln längst Rationierungen. Und was ich wirklich fatal finde, und ich finde, darüber sollte man in erster Linie sich aufregen und vor allen Dingen darüber nachdenken, wie man es ändert, dass überhaupt in einem Land, was so reich ist wie Deutschland, ein Streit darüber entbrennen kann, wer jetzt Zugang zu abgelaufenen Lebensmitteln hat.

Der Nachfrage des Interviewers, ob das Vorgehen der Tafel Essen denn nun „richtig oder falsch“ sei, geht die in ihrer antideutsch-versifften Partei in der Kritik stehende Wagenknecht nicht auf den Leim. Stattdessen weist sie auf das Versagen der Regierenden hin:

Ich finde es falsch, die Tafeln in dieser Weise zu überlasten. Und ich meine, die Bundesregierung hat die Entscheidung damals getroffen, sehr viele Menschen aufzunehmen, und sie hat sich in keiner Weise darum gekümmert, wie die Folgen jetzt so zu gestalten sind, dass sie nicht zulasten der Ärmsten gehen und der Ärmeren. Und gerade diejenigen, die bei den Tafeln sich sozusagen …, die darauf angewiesen sind, dort ihre Lebensmittel zu holen, das sind die Allerärmsten. (…) Eine deutliche Rentenerhöhung würde garantiert auch eine Lösung sein, dann würden die Leute gar nicht mehr da hingehen.

Tafel-Chef Jörg Sartor hatte den Zustrom von Ausländern auf die Tafeln als „Verdrängungswettbewerb“ geschildert. COMPACT hatte den Verteilungskämpfe an den Tafeln als „Mikrokosmos“ bezeichnet, „in dem den Schwächsten das multikulturelle Experiment der Volksabschaffung als erstes um die Ohren fliegt“. Die anhaltende Borniertheit ihres Gesprächspartners, („ist das einfach purer Rassismus, der sich da äußert?“), quittiert Wagenknecht ähnlich:

Also ich weiß von sehr engagierten Menschen, die bei den Tafeln arbeiten und (…) darüber klagen, dass sie begrenzte Möglichkeiten haben, weil einfach die Lebensmittelzufuhr nicht so vermehrt wurde wie die Nachfrage. Und wenn ich natürlich immer mehr Nachfrage habe, aber ich kann nicht mehr Lebensmittel verteilen, dann habe ich ein Problem, weil das heißt: Alle, die nachfragen, bekommen weniger, auch die, die vorher schon da waren. (…)

…es geht darum, dass nicht ausgerechnet diejenigen, denen es sowieso nicht gut geht, jetzt auch noch die Lasten der Zuwanderung tragen. Und das ist die Konsequenz der Politik der Bundesregierung. Das ist ja nicht die Verantwortung der Flüchtlinge, sondern es ist die Verantwortung der Politik, die aufgenommen hat, die die Weichen so gestellt hat, dass viele Menschen kommen konnten, und die sich nicht darum kümmert, wie jetzt die damit verbundenen Probleme gelöst werden.

Der GEZ-Empfänger gibt nicht nach: „Also wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft kein Essen bekommen, dann ist das nicht rassistisch Ihrer Meinung nach?“

Wagenknecht:

Also ich finde, dass niemand in Deutschland in der Situation sein darf, dass er kein Essen bekommt, also das ist ja wohl unglaublich, dass man überhaupt in eine solche Situation gebracht wird. (…) Aber wirklich verantwortlich dafür sind eben diejenigen, die solche Konflikte zulassen, und das ist in erster Linie die Bundesregierung selbst.

Wagenknecht sagt, ihre Partei habe „kein Interesse daran, dass in Deutschland im Niedriglohnsektor noch mehr Konkurrenz existiert und die Unternehmen sozusagen die Arbeiter und die Arbeitnehmer noch besser gegeneinander ausspielen können, weil sie dann auch noch Menschen haben, die auch aufgrund ihrer persönlichen Situation natürlich für noch schlechtere Löhne arbeiten“.

Darauf hingewiesen, dass Bernd Riexinger die Flüchtlinge von heute als die Arbeiter von morgen bezeichnet hat, widerspricht Wagenknecht:

…es ist auch nicht unsere Position, dass es in erster Linie darum geht, möglichst viele Menschen nach Deutschland zu holen, das ist ganz klar, kann keine linke Position sein. Weil, man muss … Man kann immer nur so vielen Menschen helfen, wie man auch Infrastruktur und Kapazitäten hat. (…) das ist einfach der ganz normale und vernünftige Menschenverstand, dass man nicht Menschen helfen kann, wo man die Hilfe nicht gewährleisten kann, es ist ja niemandem gedient, …

Schade, dass die kluge Sahra noch immer in der Partei ist, der man gesunden Menschenverstand nun wirklich nicht mehr nachsagen kann. Aus COMPACT-Spezial Verrat am Wähler:

Statt für das Volk tritt die Partei als Sachwalterin eines Sammelsuriums allerlei ethnischer, religiöser und sexueller Minderheiten auf. Das Subjekt der Vergottung sind Rapefugees und Gender-Homunkuli. Im April 2015 bemühte sich die Linke in ihrem Aktionsprogramm «Die kommende Demokratie: Sozialismus 2.0» sogar um eine theoretische Begründung des Migrationskultes: Mit der Asylinvasion werde ein neues revolutionäres Subjekt ins Land geschwemmt, dass die saturierte Arbeitsklasse ablösen könne. «Deswegen sind die Bewegungen (…) für die Rechte der Flüchtlinge, die vor Armut, Krieg und auch vor den Folgen des Klimawandels fliehen, Gespenster, die wir willkommen heißen.» Im Refugees-welcome-Blindflug Angela Merkels steht die Linke daher in Treue fest zur CDU-Frau. (weiterlesen)

Über den Autor

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Max Z. Kowalsky, Jahrgang 1979, bestreitet sein Dasein als Privatdozent im schönen Genf. Seit 2015 schreibt der studierte Slavist für COMPACT.

 

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