Einer der Hauptkritikpunkte, die COMPACT schon seit September 2015 gegen Merkels Politik der Massenmigration anführt, war und ist das damit verbundene Lohndumping: Wenn man dem Arbeitsmarkt eines Landes in kürzester Zeit eine Masse von zusätzlichen Arbeitskräften zuführt, steigt der Konkurrenzdruck unweigerlich.

    Und da es sich bei Merkels Migranten keineswegs nur um Facharbeiter handelt, nimmt die Konkurrenz vor allem im Billiglohnsektor zu. Davon profitieren lediglich Großkonzerne, die nach Afrika und Asien in Westeuropa weitere Dumpinglohn-Standorte errichten.

    Diese Befürchtgung bestätigte der Jubel großer Konzerne über Massenzuwanderung. Dabei haben diese Konzerne selbst kaum Flüchtlinge eingestellt. Es ging ihnen um den puren Dumpingeffekt.

    Der neoliberale Ökonom Hans-Werner Sinn machte sich zu deren Sprachrohr, als er die Abschaffung des Mindestlohnes forderte, um den Migranten auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Kurzum: Einheimische wie Migranten wurden von Regierung, Wirtschaft und ihren Butlern aus der Theorie (wie H.-W. Sinn) zu Arbeitssklaven degradiert, die eine perverse Marktevolution bewerkstelligen sollen.

    Das konnte einer wirklich linken Politikerin wie Sahra Wagenknecht nicht verborgen bleiben. Während Pseudo-Linke weiterhin schweigen oder Merkel offen unterstützen, sprach sie dieses Problem jetzt an, fordert im Magazin Zeitgeschichte eine Begrenzung der Arbeitsmigration: „Die Menschen haben einen Anspruch darauf, dass der Staat sie vor Dumpingkonkurrenz schützt.“ Dabei unterscheidet Wagenknecht, im Gegensatz zu Merkel & Co: „Das Asylrecht für politisch Verfolgte muss gelten. Aber Arbeitsmigration ist ein Problem, gerade im Niedriglohnsektor.“ Sonst werde die Konkurrenz zu groß.

    Wagenknecht nennt auch den „heimlichen“ Gewinner: „Die konzerngesteuerte Globalisierung nützt in den Industrieländern vor allem den Eliten (…). Die große Mehrheit ist der Verlierer“. Die Arbeitsmigration sei auch ein Affront gegen die Herkunftsländer der Einwanderer: „Migration vergrößert übrigens auch die Not in den Ländern, aus denen die Leute kommen, denn es sind meist Menschen mit besserer Ausbildung aus der Mittelschicht, die abwandern.“

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