Vor 95 Jahren: Franzosen und Belgier besetzen das Ruhrgebiet

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Am 11. Januar 1923 besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet, der Beginn des Ruhrkampfes.

Nicht eine Veranstaltung im Pott erinnert heute an eines der leidvollsten Kapitel in der Geschichte des Ruhrgebiets. Heute vor 95 Jahren schickten Frankreich und Belgien Soldaten in das Zechenland, um die Bevölkerung für ausstehende Kriegsreparationen zur Kasse zu bitten.

Die Weimarer Republik war mit 24 Millionen Goldmark im Verzug. Ein verschwindend geringer Betrag, wenn man bedenkt, dass sie 1922 Reparationen im Gesamtwert von sagenhaften 1.478 Milliarden Goldmark geleistet hatte! Der Fehlbetrag belief sich auf 1,6 Prozent der fälligen Jahresrate, rechnet Gerd Schultze-Rhonhof in seinem Buch 1939 – Der Krieg der viele Väter hatte vor.

Entsprechend fassungslos zeigte sich die Reichsregierung über die nun einmarschierenden Truppen, die eine Zeche nach der anderen in Beschlag nahmen. Ihren Aufruf an die inflationsgebeutelten Bewohner des Potts, „passiven Widerstand“ gegen die Invasoren zu leisten, beantworteten die Gewerkschaften mit Generalstreiks.

Frankreich und Belgien reagierten skrupellos. Schultze-Rhonhof:

In Essen erschießen französische Soldaten vierzehn Arbeiter, die versuchen, sich den Beschlagnahmungen zu widersetzen. Hunderte von deutschen Männern, die sich gegen die Franzosen stellen, werden nach Frankreich und in die Kolonien deportiert. 80.000 Deutsche werden ausgewiesen und müssen auf französischen Befehl das Ruhrgebiet verlassen.

Im Juli 1925 endet die Besatzung gemäß dem 1924 verabschiedeten Dawes-Plan.

An den wenigen verbliebenen Gedenktafeln, die an die Jahre der Ruhrbesatzung erinnern, in Essen-Bredeney etwa und im Dortmunder Westpark, ziehen heute schweigend Smartphone-fixierte Deutsche und Migranten vorüber.

COMPACT hält dagegen! Wir sind stolz, den früheren Generalmajor Gerd Schultze-Rhonhof als Autoren für COMPACT-Geschichte Nr.4 gewonnen zu haben. Das wird den Antideutschen, die uns heute regieren, unsere Geschichte ausradieren und uns für ewig ins Büßergewand stecken wollen, gar nicht schmecken. George Orwell wusste: „Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.“ Bis das Werk erscheint, wird es jedoch noch etwas dauern. Solange empfehlen wir unsere bisherigen Sonderhefte. Für mehr Informationen einfach aufs Bild klicken.

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Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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