Versuchter Militärputsch beim Mauerfall. Ehemalige DDR-Bürger bestätigen COMPACT-Reportage

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In dem Artikel „Das Blutbad, das nicht stattfand: Hardliner planten 1989 einen Putsch“, erschienen in der aktuellen COMPACT 11/2019, berichtet COMPACT-TV-Chef Martin Müller-Mertens über einen staatlichen Putschversuch in den Tagen des Mauerfalls. Während die Ankündigung der Reisefreiheit einen Massenansturm auslöste, versuchte der damalige Verteidigungsminister Heinz Keßler mit Generälen eine militärische Niederschlagung der Wende. Die Vorbereitungen liefen bereits, scheiterten aber an den eigenen Soldaten, die längst auf der Seite des Volkes standen.

Dieser Artikel hat Leser zu biographisch fundierten Kommentaren inspiriert. So schrieb Kurt-L. Schornsheim via E-Mail: „Mit Spannung las ich heute den oben benannten Artikel des neuesten COMPACT-Magazins. Als ehemaliger DDR-Bürger, der die Wende miterlebt hat, bin ich von der Abhandlung Ihres Herrn Müller Mertens außerordentlich beeindruckt. Auch als ehemaliger Strausberger konnte ich so manche Passage fast nicht glauben – immerhin gingen die Kinder der benannten Generäle in die Klassen meiner damaligen Schule, waren teilweise meine Klassenkameraden bzw. die meiner Geschwister und anderer Verwandter.

Als damaliger Reservist der NVA hatte ich bis zuletzt auf die Vernunft zumindest der militärischen Führung gesetzt, und nun diese Schilderung… Dass Mielke ein Scharfmacher vor dem Herrn war, galt im Allgemeinverständnis der Bevölkerung als unumstritten. Ebenso habe ich auch nie große humanitäre Hoffnungen in Dickel gesetzt. Aber Teile der Generalität der NVA in Putschpläne verwickelt – das ist schon ein bittere Pille in dieser Geschichte. (…) Weiter so, COMPACT ist ein unverzichtbarer Bestandteil alternativer Berichterstattung geworden, und das heute, wo man auf ARD und co. nur noch pfeifen kann.“

Holger Druide schrieb als Kommentar unter die COMPACT-Heftvorstellung auf Youtube:

„Zum Thema Blutbad in DDR: Ich hatte Dienst in der NVA zu der Zeit als OVD und bekam diesen hier erwähnten Schießbefehl und wurde von Offizieren mit der Waffe bedroht, weil Ich diesen Befehl nicht weiter gegeben habe. Jeder, der mir etwas über friedliche Wende dazu erzählt, ist ein Lügner. Die DDR mag ja eine Mangelgesellschaft gewesen sein ,Aber Werte wie Heimat ,Familie, Frieden ,Bildung wurden dennoch gewahrt. Und Wer behauptet, er sei schon immer im Widerstand dort gewesen, bezeichne ich nur als Spinner.“

Sabine Kraft bestätigte Holger Druide in einem Antwort-Post: „Holger Druide: Da gebe ich dir völlig Recht. Ich habe damals in der Medizinischen Akademie gearbeitet. Wir und alle Krankenhäuser waren aufgefordert, alles an Blutkonserven zu ordern was man nur bekommen konnte, weil es einen Schießbefehl auf die Zivilbevölkerung gab. Wer das damals noch in letzter Minute verhindert hat, kann ich nicht sagen.“

Den Artikel „Das Blutbad, das nicht stattfand: Hardliner planten 1989 einen Putsch“ lesen Sie auf Digital+ oder in der Printausgabe 11/2019, die Sie am guten Kiosk kaufen oder hier bestellen können. Besser noch: Beginnen Sie mit dieser Ausgabe doch Ihr Abo. (Für mehr Infos Klick auf den Link)!




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12 Kommentare

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    Heinrich Wilhelm am

    Nach Allem, was man nach 1989 erfahren konnte, war die Gefahr real. Es gab auch
    genügend sog. Elitesoldaten und überzeugte Waffenträger, die zunächst bedenkenlos
    geschossen hätten. Zu "retten" war allerdings schon nichts mehr und sie wären nach
    dem Anrichten eines Blutbades isoliert und hart zur Rechenschaft gezogen worden.
    Nicht zuletzt von den Russen. Das behaupte ich jetzt mal.
    Mitteleuropa war eben nicht China und wegen der immer noch vorhandenen "Nahtstelle"
    zu sensibel. Da hätte auch etwas Unkontrollierbares eintreten können, wovor nun fast jeder
    den größten Respekt hatte.
    So blieb es bei der schönen Geschichte von der friedlichen Revolution und die Welt hatte
    was zum Staunen und Feiern…

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    Hihi,hahaha. Putschisten,deren erste Sorge war,daß zunächst mal genügend Blutkonserven in die Krankenhäuser kamen,zum totlachen. Wie diese ganze "DDR"-Mischpoke. Die Hohlheit des Marxismus als Religionsersatz kam zum Vorschein. Nicht mal das Wachregiment der Stasi hatte noch Mut,sich die Finger zu verbrennen.Dabei hätte ein einziges Regiment ausgereicht,sämtliche "friedlichen Revolutionäre" in die Keller zu treiben. Die "DDR" war zu 100% eine Schöpfung der Russen und mußte zusammenbrechen,als diese sie eiskalt fallen ließen. Wahrscheinlich waren die "Bewaffneten Organe" damals auch schon psychisch nicht fähig,auf Unbewaffnete zu schießen,so wie es heute ja auch undenkbar ist,auf unbewaffnete Invasoren zu feuern.Die späte "DDR" hatte an der Europäischen Dekadenz ihren vollen Anteil.

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      Gesslers Hut am

      Das Schicksal jeglicher Mutationsform des sogenannten "Sozialismus".

      Die DDR war in jeder Hinsicht Pleite. Das ist der wahre Grund für den "Mauerfall". Alles Drumrum sind nur Sagen und Legenden, subjektive Sichtweisen.

      Das Einzige was man über Sozialismus überhaupt wissen muss ist, dass er grundsätzlich scheitert. Naturgesetz des menschlichen Wesens!

      Auch du Soki wirst nicht der sozialistische Alleinherrscher sein können. Du wirst ganz viele sozialistische Kollegen haben die alles noch viel besser Wissen und Können als du. Wahrscheinlich würdest du einer der Ersten sein der im Gulag landet. "Zu" kluge Köpfe (die mit tatsächlichem Rechts/Unrechtsempfinden) mögen die Sozis nämlich gar nicht, höchstens als Sprungbrett ins nächste sozialistische Level.

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    Jeder hasst die Antifa am

    Es gab aber auch in Leipzig Kampfgruppen Kommandeure die noch in der LVZ eine Ergebenheitsschreiben an die Partei gesendet haben, in dem er versprach auf die Demonstranten zu schiessen

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    Diese ,,Putschpläne" waren nichts weiter als dümmliche Hirngespinnste von einzelnen Rentengenerälen. Generaloberst Stechbarth (Chef Landstreitkräfte) und General Streletz (Chef des Hauptstabes) haben mit klarem Verweis auf den Kampfauftrag der NVA (Schutz gegen äußere Feinde), solchen Utopien eine klare Absage erteilt. Sie hatten dabei Rückhalt bei über 90% im Offizierskorps. Wir haben gegen das eigene Volk keinen Finger gerührt und darauf bin ich sehr stolz. In Dresden haben Einheiten der Stasi in NVA-Uniformen (FDA ohne Rangabzeichen) bewußt den Eindruck erweckt, die Armee geht gegen das Volk vor. Vielleicht dachte man, uns auf diese Weise mit hinein ziehen und zum Handeln zwingen zu können.

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    Die Parallelität von vorgestern, gestern und Heute ist bei der Deutschen Armee scheinbar immer gleich in den letzten 100 Jahren. Zumindestens was das hinten reinkriechen in ihrer Dienstherren angeht.
    Blinder vorauseilender Gehorsam haben schon 1941 dazu beigetragen, dass sich der kleine Gefreite aus Österreich sich bis 1945 halten konnte. Schon als der Russlandfeldzug begonnen hatte , hätte die Deutsche Generalität Einhalt bieten müssen. Bis auf wenige haben fast alle mitgemacht bis kein Stein auf dem anderen mehr stand.
    Bei der Volksarmee der DDR war es im Prinzip nicht viel anders. Die vielen Mautertoten die damit gerechtfertigt worden den Antifaschistischen Schutzwall aufrecht zu erhalten . Keine Sau wollte in die DDR rein, die meisten wollten alle nur raus und wurden somit daran gehindert. Ein Bekannter meines Vater, s der von 88 bis Ende 89 seinen Dienst in Berlin an der Mauer verbrachte bestätigte auch das es den Schießbefehl gegen das eigene Volk gab. Als kleiner Obergefreiter bekam er mit seinen anderen Kameraden den Befehl, sollte die Mauer gestürmt werden auch ohne Vorwarnung zu schießen. 1 Monat waren die Soldaten in Bereitschaft um die DDR zu schützen vor dem eigenen Volk.
    Und es hat nicht viel gefehlt und in seinem Fall die Befehlsverweigerung von einem Major führte dazu das nicht geschossen wurde. Die Frage ob er geschossen hätte wollte er mir nicht beantworten.

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      Und bei der bunten neuen Armee von heute sieht es auch nicht viel besser aus. Die Generäle kriechen weiter hinten rein, ob die Herrin Ursula von der Leyen ist oder AKK ist vollkommen Wurst. Und sollte gefordert werden das die Armee gegen das aufmüpfige Volk eingesetzt wird, selbst dann und davon bin ich überzeugt werden die gut bezahlten Herren in ihren Uniformen nicht zurück schrecken. Sinn und Versand hat eben auch manchmal nichts mit der Armee zu tun.
      Das Gute ist, die Waffenkammern sind leer, die meisten Büchsen sind defekt , Fahrzeuge rosten im Hanger und fliegen bis auf Zigarettenkippen tut auch nichts mehr.

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      heidi heidegger am

      weiss nicht..die Vietnamesen schossen auch aufeinander bis zu ihrer Wiedervereinigung, hah! Die "Roten" waren ziemlich liberal übrigens dort: wenn ein Vietcong Heimweh hatte (starker Ahnenkult und so), dann büxte er auch mal in den Norden aus (kleiner Familienbesuch), kam aber wieder zrugg und keiner war ihm böse deshalb..tia, so war das. Will sagen: es geht halt auch äh "unpreussisch" zu auf der Welt.

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      Ein kleiner Degenerat wie Sie sollte nicht erzählen wollen,was die Deutsche Generalität 1941 hätte tun sollen. Und der "kleine Gefreite aus Österreich" hatte immerhin 4 Jahre Krieg mitgemacht und das Eiserne Kreuz 1. Klasse verdient,während Sie wahrscheinlich an seiner Stelle nach einer Woche einen Nervenzusammenbruch erlitten hätten.

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        heidi heidegger am

        Naaja, bissi Lazarett-Aufenthalt war ja auch dabei und die Ernährung (im Stab) erst: evtl. durfte aaadolf den Kotelett-Knochen abnagen im Offizierskasino, oller Meldegänger watt der war..konnte der überhaupts schiessen-kämpfen nach 2 Wochen Grundausbildung im bayrischen Heer, häh?

        Neinein, beeindrucken tut mich hier nur Göring mit seim Großkreuz in WK2..das Ding gab es eigentlich gar nicht, hihi. Und seinen Marschall-Rang eigentlich auch nicht: d a s ist eben ein wenig Faschismus-Operette à l’Italia..es tut mir leid.

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      Paul, der Echte am

      "Schon als der Russlandfeldzug begonnen hatte , hätte die Deutsche Generalität Einhalt bieten müssen. Bis auf wenige haben fast alle mitgemacht bis kein Stein auf dem anderen mehr stand."

      Gott sei Dank, immer seltener ließt man solchen Blödsinn
      Bist halt ein degeneriertes Dummerchen und verbreitest das auch noch öffentlich
      GLÜCKWUNSCH

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    Walter Bornholdt am

    Unser RTS Gruppe bekam am Abend des 5. Oktobers auch so einen ‚eigenartigen’ Befehl und ohne Absprache untereinander beschloss ein Boot nach dem anderen, diesen Befehl zu ignorieren. Nichts geschah und als am Montag drauf in Leipzig alles ruhig blieb, konnten wir wieder ganz normalen Wachdienst (Hafenwache) ansetzen.

    Die Begründung: „Wir dachten, dass nur der Klassenfeind auf das eigene Volk schießen lässt …“ war überall zu hören!

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