USA lässt G7 krachen: EU und Merkel machen auf Realitätsverlust, Putin lädt Trump ein

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Chaos pur oder Beginn einer neuen Ära? Trump lässt es global wirbeln und krachen: Nach dem Abschluss-Kommuniqué verlässt er den G7-Gipfel in Kanada, um die dort getroffene Vereinbarung via Twitter wieder aufzukündigen! Grund dafür war eine Äußerung des Kanadischen Staatschefs Justin Trudeau auf der Pressekonferenz. Medien reden von der größten Spaltung in der G7-Geschichte. EU und Merkel machen auf Realitätsverlust. Putin bezeichnet die Russland-Kritik des Gipfels als „Gelaber“ und lädt Trump zum bilateralen Gespräch.

Man hatte sich zu früh gefreut: Im Abschluss-Kommuniqué des G7-Gipfels hieß es unter anderem, die Teilnehmer seien sich einig in der Notwendigkeit eines freien Handels und werden Behinderungen wie Zölle wieder abbauen. Kurz darauf twitterte Trump, der den Gipfel frühzeitig verlassen hatte, die USA zögen ihr Einverständnis zurück. Der kanadische Regierungschef habe nämlich bei einer Pressekonferenz die US-Handelszölle als beleidigend bezeichnet und versichert, Kanada werde sich nicht herumstoßen lassen und deshalb leider auch seinerseits erhöhte Zölle gegen US-Importe erheben. (Info: Trump hatte Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Kanada, EU und Mexiko verhängt)

Trump bezeichnete Trudeaus Äußerungen als „sehr unehrlich und schwach“: „Basierend auf den falschen Aussagen von Justin (Trudeau) bei seiner Pressekonferenz und dem Fakt, dass Kanada den amerikanischen Bauern, Arbeitern und Firmen massive Zölle berechnet, habe ich unsere US-Unterhändler angewiesen, die Abschlusserklärung nicht zu unterstützen, und wir werden uns Zölle auf Autos anschauen, die den US-Markt fluten.“ Die USA wolle nicht länger die Rolle des Sparschweins der Welt spielen.


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Merkel und die EU machen auf Realitätsverlust und beteuern, dass sie an dem „gemeinsam vereinbarten Kommuniqué“ festhielten, unabhängig von Trumps Widerruf. Auch Russland, das seit 2014 aufgrund des Krim-Konfliktes aus dem G7-Gipfel ausgeschlossen wurde, meldete sich zu Wort. Zu Beginn des diesjährigen Gipfels hatte Trump sich nämlich für die Wiederaufnahme Russlands in den Staatenbund ausgesprochen.

Putin bezeichnete die Kritik des Gipfel an Russland als „Gelaber“ und bekundete den Wunsch, sich mit Trump zu einem bilateralen Treffen einzufinden. Der Beginn einer neuen Freundschaft? Zumindest eine Aussicht auf das Ende des zweiten Kalten Krieges.

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