US-Behörden: Her mit den Nutzerdaten von What’sApp!

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Während herkömmliche Telekom-Netzwerke stets Möglichkeiten zur Abhörung von Gesprächen enthalten, ist das bei digitalem Kommunikations-Service keineswegs zwingend gegeben. So setzt WhatsApp seit 2014 auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der nur Absender und Empfänger die ausgetauschten Daten lesen können. Selbst der Anbieter, also WhatsApp, erhält, sammelt bzw. speichert diese Daten nicht.

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_von Michael Richter

Jetzt aber droht Ärger durch die US-Regierung. Im September 2015 war eine gerichtlich angeordnete Überwachung einer WhatApp-Kommunikation an besagter Verschlüsselung gescheitert. Die New York Times berichtet, dass der Hintergrund für diese Abhörung unklar, aber nicht Bestandteil einer Anti-Terror-Ermittlung gewesen sei. Wegen dieser Verweigerung von Nutzerdaten wurde WhatsApp  in Brasilien für 14 Stunden gesperrt. Dann wandelte ein Berufungsgericht die Sperre zu einer Geldstrafe. Das war im September. Jetzt, Anfang März, wurde ein Manger von Facebook (dem Eigentümer von WhatsApp) deswegen kurzfristig inhaftiert,

Solche Probleme mit digitalen Kommunikations-Anbietern sind für die US-Regierung keineswegs neu. So führt sie bereits einen Prozess gegen Apple wegen verweigerter  Entsperrung von iPhones. Begründung des Apple-Konzerns: er befürchtet damit eine Sicherheitsminderung für auch für andere Nutzer.

Unklar bleibt, ob die US-Regierung ebenfalls juristisch gegen WhatsApp vorgehen will. Aber eine diesbezügliche Gesetzesänderung soll sich bereits in Diskussion befinden. Präsident Obama jedenfalls warnte die Unternehmen auf einem IT-Kongress, sie sollten nicht auf ihre kompromisslosen Abhörsperre bestehen. Wörtlich: Wenn etwas wirklich Schlimmes geschieht, dreht sich die politische Situation, Dinge passieren überstürzt und Sachen gehen durch den Kongress in gefährlicher und undurchdachter Form“. Meint das: Im Ernstfall ist der Kongress unzurechnungsfähig und schafft, wenn ihr  keinerleiInfos rausrückt, den Datenschutz komplett ab? „Die Lösung ist wohl eine so stark wie mögliche Verschlüsselung mit einer maximal sicheren Entschlüsselung, auf die eine kleinstmögliche Zahl von Menschen bei wenigen, wichtigen Anlässen Zugriff hat.“ – Na, dann ist ja alles in Ordnung…

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