Heute gönnte sich das Establishment einen Festtag. Mehrere Zehntausende folgten laut Polizei dem Aufruf vom „Bündnis unteilbar“, in Zusammenarbeit mit linken Gruppierungen, Sozialverbänden und Migranten-Organisationen. Man demonstrierte gegen „Rechtsruck“ und für bedingungslos offene Grenzen im Sinne Merkels. Die Veranstalter rechneten die Teilnehmerzahl auf 150.000 hoch. Die FAZ jubelte sogar über (angeblich) 200.000 Marschierer. Wer bietet mehr?

    Die Regierungstreuen zogen vom Alexanderplatz bis zur Siegessäule im Tiergarten (Foto). Sie seien nicht „wirklich für die Veränderung des Status quo, sondern für dessen Verteidigung gegen Rechtspopulisten. Darüber darf man sich freuen“, versicherte die Welt. Felix Müller vom Bündnis unteilbar erklärte: „Wir sind wahnsinnig zufrieden mit der Resonanz“. Auch zufrieden war Außenminister Heiko Maas, der bereits im Vorfeld die Werbetrommel für die Veranstaltung gerührt hatte: „Wir lassen uns nicht spalten – von rechten Populisten schon gar nicht.“ Jetzt fand Maas, die Demo sei ein „großartiges Signal“.

    Aber die Sozialdemokraten wollen natürlich auch als Partei von der Demo profitieren. So twitterte der SPD Bundestag: „Wir setzen heute ein Zeichen für eine vielfältige, tolerante und offene Gesellschaft. #unteilbar“. Ulrich Schneider, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, wendete sich gegen Sozialpolitik in nationalen Grenzen: „Alle Menschen haben den gleichen Anspruch auf Unterstützung“. Mehr noch: „Worauf die Rassistinnen abzielen, ist nicht nur Ausgrenzung, sondern eine Gesellschaft, die unfrei ist, in der man nicht mehr atmen kann.“

    Sahra Wagenknechts Vorbehalt, hier werde irreal für offene Grenzen geworben, wird von den Veranstaltern zurückgewiesen: Sprecherin Anke Spangenberg sagte, dieses Thema finde man „so nicht in unserem Aufruf“, sondern hier gehe es um Menschenrechte. Auch da freut sich der Mainstream: Die Welt schrieb: „Sahra Wagenknechts Versuch einer sozialnationalen Sammlungsbewegung ist gescheitert. Sie hatte die Demonstration kritisiert, weil sie „in der Tendenz zu offenen Grenzen“ aufrufe. Im Block der Linkspartei prangte gut sichtbar die Losung: ,Sahra allein zuhaus!’“ Man darf hier mit mehreren Nachspielen rechnen.

    Hassmedien, COMPACT-Magazin, Oktober 2018

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