Unfassbar: Tatverdächtiger im Chemnitz-Mord wieder freigelassen

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Offenbar kann man heutzutage in Deutschland eines grausamen Mordes verdächtigt und trotzdem freigelassen werden. Zumindest, wenn man einen Migrationshintergrund und einen guten Anwalt hat. Gewiss, es gilt die Unschuldsvermutung, aber wie wahrscheinlich ist es, dass jemand einfach danebensteht, während ein anderer Mensch abgeschlachtet wird?

Ein solches Verhalten wäre zumindest unterlassene Hilfeleistung und daher auf jeden Fall strafbar. Der Tatverdächtige Yousif A. wurde jedoch inzwischen auf Antrag seines Anwalts wieder auf freien Fuß gesetzt. Diese Wende im Ermittlungsverfahren in Chemnitz ist für COMPACT wenig überraschend.

Zudem erscheint die Freilassung unklug, da immerhin Fluchtgefahr besteht. Schließlich ist er aus dem Irak nach Deutschland abgehauen und hiergeblieben, obwohl der Krieg dort längst vorbei ist. Und er wäre nicht der Erste, der sich wieder in den Irak davonmacht, weil ihm die deutsche Justiz auf den Fersen ist.

Freigelassen wurde er, weil es laut seinem Anwalt Ulrich Dost-Roxin keinerlei Beweise für eine Tatbeteiligung des Irakers gibt. Deswegen hatte er Haftbeschwerde eingelegt, der nun nachgegeben wurde. In der Begründung führt Dost-Roxin unter anderem aus, dass von der Staatsanwaltschaft im Haftbefehl aufgeführte Zeugenaussagen zu unpräzise seien, um daraus einen dringenden Tatverdacht gegen Yousif A. abzuleiten.

Auch der Fund zweier Messer in der Nähe des Tatorts, an denen laut Staatsanwaltschaft blutähnliche Anhaftungen gefunden wurden, sind nach Dost-Roxins Ansicht kein Beweis für die Täterschaft seines Mandaten, weil auf den Messern keine Fingerabdrücke von Yousif A. gefunden worden seien. Auf die Idee, dass die Griffe abgewischt worden sein könnten, kam man offensichtlich nicht.

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Dass sein Mandant einer der Mittäter gewesen sein könnte, bezeichnete Dost-Roxin im Gespräch mit dem NDR als ein „Fantasiegebilde der Staatsanwaltschaft“. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz wollte sich zu den Vorwürfen bisher nicht äußern. Auch das Amtsgericht Chemnitz wollte seine Entscheidung zur Freilassung von Yousif A. nicht kommentieren.

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