Während der heutigen Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kam es zu einem Eklat: Der Journalist Ertugrul Yigit, ein Landsmann des merkelschen Staatsgastes, wurde vor laufenden Kameras des Saales verwiesen.

    Er war für die Konferenz akkreditiert, hatte noch vor dem Vorfall munter fotografiert – um dann bei dieser für ihn augenscheinlich ungerechtfertigten Maßnahme zu beteuern, er habe doch nichts getan. Doch hat er: Er hat es gewagt, ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Gazetecilere Özgürlük – Freiheit für Journalisten in der Türkei“ zu tragen. Das reichte den deutschen Sicherheitsleuten aus, um ihn abzuführen.

    Deutsche Sicherheitsleute entfernen einen türkischen Journalisten aus Pressekonferenz. Screenshot Video RT

    Schließlich will man den verehrten Herrn Diktator nicht verärgern. Man weiß doch, wie sehr er Presseleute liebt – so sehr, dass er sogar deutsche am liebsten lebenslänglich in seiner Nähe haben will…

    Regierungssprecher Steffen Seibert zwitscherte dann auch unverzüglich auf seinem Twitter-Account, es dürfe bei Pressekonferenzen keine Demonstrationen oder Kundgebungen politischer Anliegen geben. Aha.

    Denn wer weiß, ob Erdogan unter Umständen nicht doch noch trotz der Milliardenzahlungen an ihn, die allerdings laut der gestrigen ZDF-Sendung Monitor offensichtlich nur marginal den „Flüchtlingen“ zugute zu kommen scheinen, die Schleusen seines Landes öffnet für den nächsten Migrations-Tsunami.

    Lebensumstände in türkischen Flüchtlingslagern sind erschütternd

    Zur Erinnerung: Mit dem teuren EU-Türkei-Abkommen hatte man den Weg für „Flüchtlinge“ nach Europa praktisch abgeriegelt. Dafür würden die Lebensbedingungen für die rund vier Millionen „Zugereisten“ in der Türkei verbessert, wie Merkel vollmundig versprochen hatte. Die Realität vor Ort indes ist erschütternd: Viele hausen in Zelten auf dem blanken Boden, Kinderarbeit für Hungerlöhne steht hoch im Kurs, der Winter naht, der Regen, die Kälte…

    Und die nächste Panne wurde bekannt: Obwohl sich die Berliner Polizei tagelang akribisch auf den umstrittenen Besuch aus Ankara vorbereitet hatte – bereits am Mittwoch wurde die Gegend mit Sprengstoff-Spürhunden kontrolliert, man schweißte die Gullys zu und wappnete sich für mehrere Tausend Demonstranten – entdeckte man plötzlich das Fehlen eines Streifenwagens.

    Der Tagesspiegel schreibt, die Beamten hätten ihn seit vergangenem Wochenende vermisst ebenso wie die dazugehörigen Papiere. 25.000 Mitarbeiter in Berlin waren aufgerufen, sich an der Suche zu beteiligen. Man befürchtete, er könne in die Hände von Kriminellen oder gar Terroristen gelangt sein.

    Dabei war er gar nicht verschwunden, die Panik für die Katz‘: Die Berliner Morgenpost deckte auf, der Wagen war die ganze Zeit vor Ort, die Chause ein Fehler im System. Die letzte Aussage übrigens lässt sich für die gesamte Republik treffen…

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