TTIP: Giftfleisch und Jauche

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Dieser Text wurde von uns bereits im vergangenen Juli freigeschaltet. Da TTIP seitdem leider nicht inaktuell geworden ist, sondern Dank der „Ablenkung“ durch andere Themen still und leise seinem Abschluss entgegen geht, möchten wir noch einmal daran erinnern, was uns da erwartet.

Der folgende Text ist ein Auszug aus COMPACT 6/2015. Vollständig lesen? Hier bestellen

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_von Max Z. Kowalsky

In nur zwei Jahren hatte die Krankheit den Milchviehbetrieb von Heinrich und Heiko Strohsal im schleswig-holsteinischen Hohenaspe dahingerafft. Fehlgeburten, torkelnde, abgemagerte Säue – zuletzt kam der Abdecker täglich, um die Kadaver wegzuschaffen. Schätzungsweise 2.000 Betrieben erging es in den letzten Jahren ähnlich. Viele Wissenschaftler sind überzeugt, dass die Tiere vom chronischen Botulismus betroffen sind. Giftproduzierende Bakterien nisten sich im Darm der Tiere ein und vergiften diese schleichend. Vieles deutet darauf hin, dass die industrialisierte Landwirtschaft die Erkrankung befördert. Vögel und Hasen werden von Mähdreschern erfasst – die Kadaver landen unbemerkt im Silo. „Immer wenn Sie eine hohe Tierdichte haben, steigt der Infektionsdruck“, sagt Professor Monica Krüger von der Universität Leipzig. Die Mikrobiologin stellte fest, dass das Pestizid Glyphosat gesundheitsfördernde Mikroorganismen schädigt und die Tiere somit besonders anfäiig für krankheitserregende Bakterien macht. Der Großteil des in die EU importierten Futtermittels ist gentechnisch verändertes Soja, welches besonders stark mit dem Unkrautgift bespritzt wird.

(…)

Die Szene ist aufschlussreich: Zwei Veterinärwissenschaftler der kanadischen Gesundheitsbehörde geben 1998 vor sprachlosen Mitgliedern eines Senatsausschusses zu Protokoll: Der Biotechkonzern Monsanto habe sie unter Druck gesetzt, das „fragwürdige“ Wachstumshormon rBST zuzulassen und ihnen dafür zwischen ein und zwei Millionen Dollar angeboten. Das gentechnisch hergestellte Mittel steigert die Milchleistung bei Kühen erheblich. Die erzeugten Produkte stehen aber auch im Verdacht, beim Menschen Krebswachstum zu fördern. In Kanada und der EU ist der Einsatz von rBST bis heute verboten. Die US-Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) ließ den Gebrauch hingegen schon 1993 zu.

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US-Behörden verlassen sich bei der Frage der Zulassung mehrheitlich auf von der Industrie selbst vorgenommene Risikobewertungen. Den Einsatz von Chemie bei der Lebensmittelproduktion regelt zwar der Toxic Substance Control Act von 1976. Doch verpflichtet im Wesentlichen das Gesetz nur die staatlichen Beörden zum Nachweis von Schädlichkeit. Selbst in hochsensiblen Bereichen wie der Gentechnik gibt es kein behördliches Zulassungsverfahren. Auch Fleisch geklonter Tiere landet ohne Kennzeichnung im Supermarkt. Das Wort der Branchenriesen zählt. Die Langzeitfolgen dieser Zulassungspolitik sind dramatisch. Laut US-Seuchenschutzbehörde (CDC) erkranken jedes Jahr zwei Millionen Amerikaner allein an antibiotikaresistenten Infektionen, von denen 23.000 tödlich verlaufen.

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Im Jahre 2013 wurde bekannt, dass die US-Geflügelindustrie das krebserregende Gift Arsen unter das Futter mischt. Arsen fördert die Gewichtszunahme der Tiere, schützt diese vor parasitären Befall und verleiht dem Fleisch den Anschein einer gesunden Farbe.

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1997 verbot die Behörde (…) die Verfütterung toter an lebende Rinder – ein Procedere, das die tödliche Creuzfeldt-Jakob-Krankheit (BSE) verursachen kann. Die Industrie schloss daraufhin einen Pakt mit den Geflügelliferanten. Restbestände toter Rinder werden seitdem an Geflügel verfüttert. Der Geflügelmist – Exkremente, Federn, Streu – landet wiederum in den Futtertrögen der Rinder.

(…)

Nachlässigkeit und Versagen der Behördenkontrollen (…) dürfte nach dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit den USA (Transpacific Trade and Investment Partnership – TTIP) zur Regel werden.Dann werden die laxen US-Gesundheitsbestimmungen auch bei uns den Verbraucherschutz aufweichen.

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