Trumps Krieg gegen Apple, Amazon und Facebook

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„Glaubt mir, wenn ich Präsident werde, oh, dann haben sie Probleme!“, rief Trump auf einer Wahlrede vor zwei Monaten. Adressaten waren Amazon und dessen Chef Jeff Bezos. Grund der verbalen Attacke: Bezos hätte die „Washington Post“ gekauft, um sie für seine Propaganda zu nutzen. Außerdem habe Amazon ein gigantisches „Monopolproblem“ und müsse deshalb kartellrechtlich bestraft werden. Auffallend, dass Bezos in beiden Fällen keine inhaltliche Erwiderung parat hatte. Im Februar versuchte es der Amazon-Boss auf Twitter mit Ironie: „Endlich von @realDonaldTrump getrasht worden.“ Beim Monopolvorwurf aber hieß es nur, das sei kein passender Stil für Präsidentschaftskandidaten.

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_von Valentina Schacht

Auch dem Computer-Konzern Apple stellte Trump laut dpa ein Ende seiner globalen Billiglohn-Aktivtäten in Aussicht: „Wir werden Apple dazu bringen, ihre verdammten Computer […] in diesem Land zu bauen.“ Dass bei erhöhten Produktionskosten auch die Produktpreise steigen werden, und Apple den Markt nicht mehr non-stop mit unnötigen Generierungen fluten kann, dürfte intern für Panik sorgen. Natürlich versuchen die Konzerne, solche Politik als „irrational“ zu diskreditieren. So David Kirkpatrick, Gründer der Digitalkonferenz Techonomy: „Er [Trump] hat sich explizit gegen Amazon, Apple und Facebook ausgesprochen. Der Chef der Technologie-Messe CES nannte ihn einen Anti-Technologen. Viele seiner Meinungen sind irrational, speziell was Wirtschaft angeht. Dabei ist er selbst Geschäftsmann.“ (1) Anderseits schert sich Trump in mancher Hinsicht tatsächlich nicht um Grenzen des Möglichen: Als Apple dem FBI nicht beim Knacken eines iPhones helfen konnte, weil es darauf keinen Zugriff hatte (COMPACT berichtete), hielt Trump dies offensichtlich für eine Ausrede und donnerte: „ Boykottiert Apple, bis sie das Passwort rausrücken!“.

Die „Huffington Post“ streute das Gerücht, dass Google-Gründer Larry Page, Tesla-Chef Elon Musk und Tim Cook von Apple sich zusammengesetzt hätten, um über das Problem „Donald Trump“ zu debattieren. Musk twitterte zwar ein Dementi, aber unvorstellbar ist das gewiss nicht. Tatsächlich hat Trump in Silicon Valley kaum Unterstützer. Das ist für ihn problematisch: Denn genau dort sitzen hochkarätige Polit-Sponsoren… Facebook-Chef Mark Zuckerberg fuhr sogar eine direkte Attacke gegen den Präsidentschaftskandidaten, als er von „angstvollen Stimmen“ warnte, die zu Ausgrenzung aufriefen. Dagegen propagierte Zuckerberg Werte wie Globalismus und freien Handel. Der Facebook-Chef geriet daraufhin in Verdacht, konservative Stimmen in seinem Netzwerk zu zensieren. Als Gegenmaßnahme lud der 31jährige konservative Journalisten in das Facebook-Hautquartier ein.

Unabhängig davon, ob Trump gewählt wird oder nicht: Seine regelmäßigen Provokationen stoßen Verkrustungen und Tabus auf. Mehr noch als Politiker, ist Trump publizistisches Dynamit. Keine heilige US-Kuh, die er nicht geschlachtet, keine Autorität, mit der er sich nicht angelegt hätte. Und solche Spreng-Köpfe sind wichtig in einer Zeit, in der jeder seine Untaten in schöne Worte kleidet.

(1) https://www.tagesschau.de/ausland/trump-siliconvalley-101.html

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10 Kommentare

  1. Trump ist wohl besser als Clinton (die will Krieg gegen Russland "spielen")

    Und hier kommen (tatsächlich? ) lauter Verschwörungstheorien:
    Aaron Russo über Rockefeller und WTC …über die US-Kriege und über den RFID-Chip
    https://youtu.be/gklvpxcLrCc

    Kleber und ZDF werben für implementierbaren RFID-Chip
    https://youtu.be/GWO70EaMCm4

  2. Hans Hamberger am

    Trump ist erledigt. Die 1/50 (1%, die über 50% des Vermögens haben) werden ihn "zertrumpeln" wie einen Wurm.

    Ferkel in den Saustall

  3. Besser Trump als Clinton

    Juristen betonen ja immer wieder, dass die amerikanische Verfassung ein geniales, demokratisches Gesetzeswerk ist, das aber heute in den USA – in wichtigen Zügen – keine Anwendung mehr findet.

    Elite Uni´s haben das bestätigt – die USA sind eine Plutokratie, wo einige Superreiche sich die Politik gekauft haben (1%).

    Während der Normalbürger in den westlich gesteuerten Medien immer wieder eingeimpft gekommt, dass vor allem in Russland die Oligarchen sitzen (Putin ist dafür eingetreten, dass diese Oligarchenwirtschaft geschwächt wird, was wohl auch passiert) – erklärte sich der Westen: USA+ EU (Blaupause der US-Wirtschaft) für demokratisch-liberal.

    Mittlerweile wissen sogar die meisten Schüler, dass die Demokratie in der EU permanent abgebaut wird.

    Die Superreichen werden in Deutschland genauso immer reicher, wie in den USA. Zum BEispiel die Banken der ganzen Welt bilden ein einziges Kartell (wurde herausgefunden), wer da drin ist, wird schnell zum Superreichen.

  4. Trump for President! Genau diesen Stil braucht die Welt. Trump kann sich eine eigene Meinung leisten. Und er ist der Einzige im US Wahlkampf der das von sich behaupten kann. Dabei kommt auch viel krudes Gerede heraus, aber im Kern hat er Recht. Warum denn keine Apple Tablets in den VSA fertigen? Die Teile werfen wahrlich genug Profit ab, um dafür amerikanische Arbeitnehmer vernünftig zu bezahlen, schmälert lediglich die Dividenden der Aktionäre. Genau deswegen würde Killary Clinton so etwas Ihren Wallstreet Freunden niemals antun. Deshalb: Support Donald Trump!

  5. Volker Spielmann am

    Die Wahl zwischen Goldmann-Sachs und Goldmann-Sachs ist reichlich öde

    Man sollte wirklich keinen Krieg verlieren. Im deutschen Rumpfstaat hat dies unter anderem die lästige Folge, daß dessen Bewohner mit den albernen Wahlkrämpfen der nordamerikanischen Wilden von der Lizenzpresse gelangweilt werden, während die wirklich wichtigen Machtkämpfe im Reich der Mitte nur beiläufig Erwähnung finden. Dabei kämpften Bo und Xi durchaus um die Macht in China. Bei den nordamerikanischen Wilden aber tritt der eine Kandidat der Goldmann-Sachs-Bank gegen den anderen Kandidaten der Goldmann-Sachs-Bank an, die daher auch immer die Wahlen gewinnt. Die Kandidaten für den Posten des Staatschefs sind nämlich allesamt erbärmliche Hungerleider und können noch nicht einmal ihren eigenen Wahlkampf bezahlen. Daher sind sie auf die milden Gaben der Reichen angewiesen und erweisen sich folglich diesen gegenüber auch als höchst gefällig. Weshalb sich die Machtwechsel in den VSA auch stets bruchlos gestalten und die neue Regierung die Politik der alten nahtlos fortsetzt.

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

      • Volker Spielmann am

        Und stimmt es nicht, dann wird halt der Trumpf zu seinem Dallas ebenso am Kopf getroffen werden, so wie damals der Jungspund Kennedy, als er nicht so wollte wie er sollte…

    • Wenn Trump nur die Hälfte von dem verwirklicht was er seit Jahrzehnten vertreten hat,dann wird das ein sehr guter Präsident. Wenn Deutschland dann allerdings von einer Merkel und Co regiert wird,wird es nix nützen,da Trump Calvinist bis ins Mark ist,und er niemandem was schenken möchte,wird Deutschland sicher grosse NATO-und US-Truppen-Kontingente sponsern,damit die USA auf keinen Fall sich aus EU-Europa zurückziehen,und damit Trump auch so schön islam-hörig wird wie Obama gibt es eine Rolex-Uhr vom Scheich aus Katar dazu und noch eine Full-Sponsoring für den Trump Tower.LOL.(ironie off).

      • Volker Spielmann am

        @simmering

        Ich finde die Drohung der nordamerikanischen Wilden und ihrer hiesigen Anhängerschaft, daß die VSA ihre Besatzungstruppen aus dem deutschen Rumpfstaat abziehen würden, zum brüllen komisch! Ebenso gut hätten nämlich die Türken unserem Prinzen Eugen damit drohen können, daß sie unsere damalige Hauptstadt Wien kein drittes Mal belagern würden, wenn unser Prinz Eugen nicht aufhört ihre Heere in seinen Feldschlachten zu zerschmettern. Um Deutschland erobern zu können, haben die VSA zwar hauptsächlich die Russen verheizt, aber so ganz ohne eigene Verluste ging es dann auch nicht ab – und so muß des Heriberts Südzeitung so manche Träne für die nordamerikanischen Wilden vergießen: http://www.sueddeutsche.de/politik/jahre-d-day-die-vielen-langen-tage-der-entscheidung-1.1983987-4

    • Gerade das könnte sich mit Trump ändern… der hat schon mehrere solche Häuser wie dat Obamalein sich nun eines kaufen kann, nach 2 Amtsperioden guter Vasallenschaft.

      Zumindest gibt es bei Trump hoffnung das er aufräumt, bei Hillarious Clinton gibts nur die gewissheit das sich nix ändert und verm. noch mehr Kriege angezettelt werden, die Frau ist noch ein weit grösserer Hochverräter als ihr Mann.

      Im übrigen wird bald nicht nur der Euro sondern ganz Europa zerstört.

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