Trump streckt seine Hand nach Thule aus – doch die Grönländer wollen keine Amis werden

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Strategisch wichtig, rohstoffreich, zunehmend interessant auch als für die Landwirtschaft nutzbares Gebiet – von solchen Entwicklungschancen konnten die dänischen Walfänger, die im frühen 18. Jahrhundert dauerhafte Stützpunkte auf Grönland errichteten, nur träumen. Auch US-Präsident Donald Trump scheint von den Perspektiven der größten Insel der Welt überzeugt zu sein, denn wie das Wall Street Journal berichtete, denkt er über einen Kauf Grönlands nach.

Es war allerdings abzusehen, dass die Idee bei den Grönländern nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen würde. Freiheit für Grönland kalauerte der Komiker und Sänger Mike Krüger beispielsweise schon auf seinem gleichnamigen Album aus dem Jahr 1983. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Grönländer sich allerdings schon eine weitgehende Autonomie ertrotzt.

Ein Blick zurück: Im Kieler Frieden des Jahres 1814, mit dem die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst wurde, fiel Grönland an Dänemark und blieb dann für lange Zeit – bis zum Jahr 1953 – Kolonie, bis es dann mit dem Inkrafttreten der neuen dänischen Verfassung ein in drei Verwaltungsbezirke geteilter, gleichberechtigter Teil Dänemarks wurde. 1979 billigte Kopenhagen Grönland seine Selbstverwaltung sowie die innere Autonomie mit einem eigenen Parlament und einer eigenen Regierung zu, seitdem wird Grönland als „Nation innerhalb des Königreichs Dänemark“ bezeichnet.

Der „Gröxit“ kam vor dem „Brexit“

Am 23. Februar 1982 stimmten dann 53 Prozent der Grönländer in einem Referendum für den Austritt aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), womit die EWG damals auf einen Schlag die Hälfte ihres Territoriums verlor, denn Grönland ist mit seinen knapp 2,2 Millionen Quadratkilometern die größte Insel der Welt, gleichzeitig leben dort aber nur gut 56.000 Menschen.

Das Ergebnis des damaligen Referendums war – anders als das Resultat der „Brexit“-Abstimmung des Jahres 2016 – keine Überraschung. So hatte in Grönland der materielle Wohlstand in den Jahrzehnten nach der formalen Entkolonialisierung des Jahres 1953 zwar stark zugenommen, aber die traditionelle Jägergesellschaft der auf Grönland siedelnden Inuit auch komplett zerstört.

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Viele der Ureinwohner wurden aus den kleinen dörflichen Gemeinschaften in große Wohnblöcke in die Hauptstadt Nuuk umgesiedelt, in denen sich dann soziale Probleme wie Alkoholismus und Kriminalität bündelten. Noch heute wird Nuuk von Plattenbauten geprägt, die in Berlin-Marzahn stehen könnten und die neben den typischen bunten grönländischen Einfamilienhäusern das Stadtbild prägen. So wohnen alleine im größten Wohnblock „Blok P“ über 500 Menschen, was im dünn besiedelten Grönland mehr als ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht.

Der Beitritt Dänemarks zur EWG im Jahr 1973, der bei einer Volksabstimmung im Jahr 1972 im Zuge der sogenannten „Norderweiterung“ beschlossen wurde (damals traten auch noch Irland und Großbritannien der EWG bei, während die Norweger sich in einem Referendum mehrheitlich gegen eine EWG-Mitgliedschaft aussprachen), geschah dann erneut gegen den Willen einer klaren Mehrheit der Grönländer.

Bei dem dänischen EWG-Referendum vom 2.Oktober 1972 stimmten lediglich 3.905 Grönländer für den Beitritt, während 9.386 (also ungefähr 70 Prozent) dagegen stimmten. Weil der Gesamtausgang des Referendums aber in dem weit bevölkerungsstärkeren Dänemark entschieden wurde, und hier mit einem Endergebnis von mehr als 63 Prozent der Stimmen der dänische EWG-Beitritt beschlossen wurde, wurden die Grönländer wieder gegen ihren Willen in einen staatsähnlichen Verbund hineingezwungen, den sie sich nicht selbst ausgesucht hatten.

Neokoloniale Ausbeutung durch die damalige EWG UND EG

Gerade auf wirtschaftlicher Ebene schien diese Entscheidung den Grönländern sogar die kolonialen Zustände zurückzubringen, die man schon überwunden geglaubt hatte, denn die Insel wurde gezwungen, ihre wertvollste ökonomische Ressource – die reichhaltigen Fischgründe – den modernen Fischereiflotten der anderen EWG-Mitglieder zu öffnen.

Aufmerksam hatte man damals auch in Grönland registriert, dass die Färöer-Inseln, die schon seit dem Autonomiegesetz des Jahres 1948 eine weitgehende politische Selbstständigkeit von Dänemark genossen, bei dem EWG-Referendum von ihrem Recht auf eine eigene Entscheidung Gebrauch gemacht und gegen den Beitritt gestimmt hatten.

So führte der dänische EWG-Beitritt zu einer Stärkung der grönländischen Autonomiebewegung. Als die Grönländer 1979 von der dänischen Regierung schließlich ähnliche Autonomierechte wie die Färöer erhielten, war es deshalb nur folgerichtig, dass nur wenig später auch noch ein EU-Austrittsreferendum erfolgte.

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Auch damals schon gab es Stimmen, die kein Verständnis dafür aufbringen konnten, dass ein Land auch wieder aus der damaligen EWG austreten wollte, so bezeichnete der Spiegel die grönländische Austrittsentscheidung hochmütig als „pure Dummheit“. Aber der Trennungsschritt sollte sich für die Grönländer lohnen, auch weil man gute Austrittsbedingungen aushandelte. So bezieht man bis heute hohe Gelder dafür, dass die europäischen Fischereiflotten weiter in grönländischen Gewässern fischen können – diese summierten sich zuletzt auf über 40 Millionen Euro im Jahr.

Lars Vesterbirk, der damalige grönländische Chefunterhändler, der hauptsächlich mit dem damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher verhandelte, zog noch im 2016 gegenüber der österreichischen Zeitung Die Presse das Fazit: „Der Austritt war gut für Grönland. Heute haben wir eine der modernsten Fischfangflotten der Welt. Die hätten wir mit der EU-Konkurrenz in unseren Gewässern nicht aufbauen können.“

Auch Dänemark lässt sich seine weiter bestehenden Mitspracherechte in Grönland sehr viel Geld kosten. 440 Millionen Euro im Jahr zahlt Dänemark an Grönland, um in der Außen- und Verteidigungspolitik auch weiterhin das Sagen zu behalten – dieser sogenannte Blockzuschuss der Dänen ist somit auch der wichtigste Haushaltsposten im Etat Grönlands. Es soll zwar dänische Regierungsberater geben, die über die hohen Ausgaben für das „Kuba der Arktis“ fluchen, wie Christian Wernicke schon im Jahr 2000 in der Zeit berichtete, aber wirklich in Frage gestellt wird die enge grönländisch-dänische Bindung nicht.

„Wir sind nicht zu kaufen“

Es war deshalb nicht überraschend, dass das grönländische Außenministerium – standesgemäß via Twitter – die Avancen Trumps zurückwies, und klar stellte: „Wir sind offen für Geschäfte, aber stehen nicht zum Verkauf.“ Außerdem betonte das grönländische Außenministerium, dass die riesige Insel „reich an Mineralien, sauberstem Wasser und Eis, Fischbeständen, Meeresfrüchten, erneuerbarer Energie“ sowie ein neues Ziel des Abenteuertourismus sei und man deshalb nicht auf einen Kauf durch die USA angewiesen wäre.

Die Idee Donald Trumps, Grönland zu kaufen, mag durchaus clever gewesen sein – aber daraus wird wohl nichts werden.

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20 Kommentare

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    Thule Air Base ist eine grönländische Lebenswirklichkeit; und wo die Amis sich schon mal dauerhaft eingerichtet haben, wollten sie schon immer mehr.

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    Der Fernaufklärer am

    Dann schauen wir mal, ob es nun auch in Grönland plötzlich "spontane" Demonstrationen für "Freiheit und Demokratie" geben wird ..

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    Die USA haben so einen "Trick" schon mal erfolgreich gelandet als sie den Russen Alaska abkauften! Aber wir haben nicht mehr das 19.Jh. und mehr Leute sind ein bischen schlauer. Es würde die Machtposition der USA als "Weltbeherrscher" nur etws fester und einfacher machen – und das will und braucht keiner – außer den USA natürlich! So wird man die nämlich nicht so schnell los!
    Auch dürften einige der Verantwortlichen um Trump herum sich darüber klar sein, daß es bei der angeblichen Klimaerwärmung in Wirklichkeit um eine Klimazonenverschiebung handelt! Dann könnte Grönland aus der arktischen Zone herauswandern und seine Bodenschätze zugänglich werden! Während das "Schnäppchen" von damals allmählich zufriert.
    Eine ähnliche Situation hatte der Planet wohl schon einmal vor etwa 12 000 Jahren, nur viel abrupter was zu Fluten (tauen geht schneller als zufrieren), Erdbeben, etc. führte. Davor lag der Nordpol wohl in Nordcanada. Da Trump wohl nicht vor hat, eine CO2-Steuer einzuführen …

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    **EILMELDUNG**
    Brände in Gießen und Bielefeld: Feuer in zwei Flüchtlingsunterkünften – BILD.de
    https://www.bild.de/news/inland/news-inland/brand-in-giessen-und-bielefeld-feuer-in-zwei-fluechtlingsunterkuenften-64051484.bild.html

    Erika Steinbach und Bernd Höcke sind guter Dinge.

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    lars kaulmann am

    **EILMELDUNG**
    Zum Doppelmord in Iserlohn: Der Täter und die getötete Frau stammen beide ursprünglich aus dem Kosovo. Das zweite Todesopfer, ein 23-jähriger Mann, stammt aus Afghanistan, nach EXPRESS-Informationen soll er in einer Flüchtlingsunterkunft in Bergisch Gladbach gelebt haben. Er soll demnach der Vater des zwei Monate alten Babys sein, das die Tat überlebt hat – wohl nur deshalb, weil die Eltern ihre Tochter im Babysitz im Auto schlafen ließen.

    In der Nachschau des Falls wird COMPACT dem afghanischen Flüchtling *garantiert* keine Träne nachweinen. Wären die Opfer autochthone Biodeutsche wäre das Wehklagen dagegen groß: "Wieder ein Moslem, der *unsere* Leute meuchelt" wäre dann hier zu lesen. COMPACT-Redakteure leiden unter selektiver Wahrnehmung und terminaler Doppelmoral.

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    Vorsicht Dänemark, sieh dir den Irak an. Was der Ami will, bekommt er auch.
    Das ZDF wird bestimmt bald Propaganda gegen Dänemark machen.

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    brokendriver am

    Manche Politiker – nicht nur in Deutschland – sind einfach Polit-Müll…

    CDU und SPD sind einfach nur noch toxischer Sondermüll…

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    Sachsendreier am

    Ob Grönland sich verschlechtern oder verbessern würde unter Amerikas Fuchtel – für derartige Überlegungen habe ich wenig Lust. Zudem hat man schon Reportagen gesehen, wie aufgrund der enormen klimatischen Anforderung viel zu viele Grönländer psychische Probleme entwickelten, die sie in Alkohol ertränkten und noch ertränken. So long – wir können uns also mit unseren Problembaustellen befassen, die schützende Hand über dieses unwirtliche Gebiet kommt weiterhin aus Dänemark…

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    Poliklatsche am

    An alle Eisbären Grönlands – beisst dem Größenwahnsinnigen in die Pfoten und tatzelt ihm seine gefärbte Perücke vom Kopf (Schröder lässt Grüßen), kot……. könnt ihr später.

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    Roswitha Ripke am

    Die Grönländer wollen keine Amis werden! Was spielt das für eine Rolle,was die Bürger eines Landes Wollen. ? Auch wir wollten kein Land von Multikulti, Messerstechern, Kinderschändern ,Vergewaltigern, Tierquälern und Mördern werden.Und? was hats genützt.? Wenn die Gewählten, wollen und daran verdienen, ist denen doch egal wie ein Land unter geht!!!!!

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    Dann soll doch Marionetten-Trump Island kaufen, da kann er dann auf Vulkanen tanzen dieser elendige NWO-Schwätzer !

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    Jeder hasst die Antifa am

    Grönland als dünn besiedeltes Land dort könnte doch der Racketenkreuzer die geretteten Mittelmeertouristen anlanden und ansiedeln.

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    Wenn Grönland zu den USA gehören würden, na dann würden sie ihre errungene Autonomie verlieren.

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    Paul der Echte am

    Die Grönländer wären unter Donald besser aufgehoben als unter den zwergrassigen Dänleinchen.

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      Ach Paule, zieh doch in dein geheiligtes Paradies der Hölle (USA) und beleidige die Dänen !
      Dänen als Zwerge zubezeichen kann nur von einem kleinen Giftzwerg kommen.
      😉

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      @ PAUL DER ECHTE

      Glaube ich nicht, denn dann wäre
      die Insel automatisch Zielscheibe
      für die Raketen der bösen Russen.

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      Oh Gott klar wie Hawaii und besser noch Haiti?
      VSA sind doch auch nur dem zwoten Flügel des Soros Moloch verfallen.

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    Der USA Bundesstaat Grönland läge im allseitigen Interesse.
    Auch Prinz Eisenf.. ä..herz kann integriert werden.
    Dänemark hat keinen ökonomischen Verlust und bekommt Mittel frei für die latente Kostenexlplosion in der EU.
    Nutzlose Politiker a la Schulz kosten halt Unsummen, werden in allen EU Staaten auftreten und nach Brüssel abgeschoben werden. Von der Leyen.
    Auf Dauer machen arbeitsscheue Migranten auch keinen Umweg um Grönland als Teil der EU.
    Trump hat da bessere Argumente. Auch die Nord – Verteidigung Europas wird leichter.

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    …, da wird wohl Prinz Eisenherz etwas dagegen haben … grins

    Mit dem sollte sich der Blondschopf besser nicht anlegen. Wer den Film kenn weiß, wie es ausgegangen ist.
    Also Vorsicht "Schwarzer Ritter" Trump … Stahl im Bauch tut so richtig weh.

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