Die CSU fängt schon wieder das Kompromisseln und Zurückweichen an. Obwohl gestern sogar ein Kommentator auf tagesschau.de den Rücktritt Merkels forderte, flötete CSU-Generalsekretär Markus Blume gleichzeitig: “Es gibt niemand von uns, der die Gemeinschaft der Union in Zweifel zieht oder die Regierung in Fage stellt.”

    Auch Söder hat keinen Biss mehr. Das Treffen Merkels mit einigen anderen EU-Staaten am Sonntag (“Mini-Gipfel”) habe “keine Ergebnisse” gezeigt, resümierte er. Richtig wäre die Antwort gewesen: Merkel hat eine volle Bruchlandung erlitten. Die Osteuropäer haben das Treffen boykottiert, mit den Anwesenden gab es nicht den Hauch einer Übereinstimmung. Logisch: Selbst Merkel-Schätzchen Macron will mehr Härte, etwa “geschlossene” Auffanglager für Illegale in der EU. Da soll also ein Zaun drum, vielleicht sogar mit NATO-Draht. Merkel aber will weiter Refugee-Welcome-Schecks verteilen…

    Warum benennt Söder die Pleite von Merkel nicht glasklar? Weil er dann ebenso glasklar sagen müsste: Weil eine europäische Lösung nicht in Sicht ist,  bereiten Seehofer und ich jetzt die nationale Schließung der Grenzen vor. Will er aber nicht, das Weichei!

    Auf zur großen COMPACT-Grenzschutzkonferenz am 29.9. in München: compact-konferenz.de

    Katastrophal auch das Ergebnis von Seehofers bisher einzigem Erlass. Die FAZ von heute bilanziert: “Schon zu Beginn der vorigen Woche hatte Seehofer die Bundespolizei angewiesen, Personen mit einer Wiedereinreisesperre nach Deutschland an der Grenze zurückzuweisen. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums teilte mit, bisher seien aufgrund dieser Anordnung zwei Personen an der Grenze zurückgewiesen worden.” Zwei! Zwei!

    Muss man sich da wundern, dass die CSU in Umfragen schwächelt? Laut Forsa sind nur 38 Prozent der Bayern mit Söders Arbeit zufrieden, mit jener Merkels aber 43 Prozent. Was in der FAZ als Beweis dafür gesehen wird, dass Söder den Bayern zu radikal ist, spricht eher für das Gegenteil: Die Leute wenden sich von der CSU ab, weil sie zu lasch ist und ständig vor der Kanzlerin zurückweicht. Das Volk liebt Politiker, die etwas machen und nicht ständig nur quatschen. Merkel hält ihre Umfragewerte hoch, weil sie als mächtig erscheint und stur durchzieht – das gefällt schwächeren Charakteren.

    COMPACT-Magazin Aboprämie Nie zweimal in denselben Fluss Höcke im Gespräch mit Hennig

    Söder sollte sich ein Beispiel an Salvini nehmen: Dessen Umfragewerte steigen, weil er Fakten setzt. Er lässt keine Schlepperschiffe mehr anlegen; das ist reale Machtpolitik im Interesse des Volkes. Die Folge: Lega und 5-Sterne haben am Sonntag bei Regionalwahlen in Italien abgeräumt. Die seit 100 Jahren “rote Toscana” – daher kommt der Ausdruck Toscana-Fraktion – fiel an die Rechten. Die Lega, bei den Parlamentswahlen im März noch bei 17 Prozent (und bei den vorherigen Wahlen 2015 sogar nur bei vier!), liegt jetzt in Umfragen bei 29 Prozent!

    Kommentare sind deaktiviert.