Mit diesem Slogan wirbt das BfR auf der diesjährigen Grünen Woche in Berlin. Ihnen sagt das Kürzel BfR nichts? Auch mit BMEL können Sie nichts anfangen? Nicht so schlimm. Während erstes noch an die BSR, die Berliner Stadtreinigung erinnert, ist mit zweitem nicht irgendein neuartiges Produkt gemeint. BMEL und BfR agieren zusammen, wobei das BfR, das Bundesinstitut für Risikobewertung, betont, nur im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) als unabhängiges wissenschaftliches Institut zu agieren. Es berät die Bundesregierung und Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit.

    Womit sich der Kreis zur Grünen Woche schließt. Eine Veranstaltung, die als Berlins Leitmesse gelten darf, mit alljährlich den meisten Besuchern. Allein im vergangenen Jahr pilgerten 400.000 Interessierte hierher, ließen ihre Gaumen verwöhnen oder holten sich Anregungen für Kochtopf und Garten.

    Was verbirgt sich hinter dem Titel „Teller statt Tablette“?

    Das BfR ist heuer angetreten, seine Besucher über den richtigen Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamintabletten oder Mineralstoffkapseln aufzuklären. Die Marschrichtung gibt BfR-Chef Prof. Andreas Hensel bereits vor: „Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung bleibt in der Regel die beste Basis, um gesund zu bleiben.“ So weit, so gut. Andere Zahlen sprechen eine andere Sprache und lassen aufhorchen. Wie die Nationale Verzehrsstudie II ergab, nehmen 25 Prozent der Deutschen weniger Magnesium als empfohlen zu sich. Bei anderen Stoffen wie Vitaminen ist die Situation noch alarmierender. Im Prinzip führt sich jeder Deutsche zu wenig Vitamin D zu.

    Unter anderem gilt ein Vitamin D-Mangel als eine der Hauptursachen für Osteoporose. Diese Erkrankung unseres Knochensystems trifft zunehmend auch junge Erwachsene. Unter Menschen ab 50 Jahren spricht man bereits von 50 Prozent Erkrankung im Laufe des weiteren Lebens. Dass der Mangel an Vitamin D mit unseren veränderten Lebensgewohnheiten zu tun hat, trifft nur zum Teil zu. Herrschte früher die weit verbreitete Meinung vor, wer sich genügend an der frischen Luft bewegt und dem Sonnenlicht aussetzt, muss einen solchen Mangel nicht befürchten, so lassen neuere Erkenntnisse tiefer blicken. Es ist zwar richtig, dass mit der Verstädterung, der Verbreitung von Computern und den modernen Freizeitangeboten unser Aufenthalt an frischer Luft abnimmt, jedoch haben sich auch noch andere Rahmenbedingungen zum Teil gravierend verändert.

    Wie sieht es mit unserer Nahrung aus?

    Auf jeder Packung von Nahrungsergänzungsmitteln ist zwingend vorgeschrieben, dass sie „nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden sollten“. Das suggeriert im Umkehrschluss die Ausgangsthese von Hensel, dass, wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, gesund bleiben kann. Mal abgesehen davon, dass niemand ernsthaft davon ausgeht, sich nur mit Pillen und Kapseln zu ernähren. Wo bleibt da der Genuss, das Esserlebnis, weswegen viele dieser Tage in die Messehallen unterm Berliner Funkturm pilgern? Die alarmierenden Zahlen aus der oben zitierten Verzehrstudie sollten eher dazu anregen, nach den Ursachen für die in Deutschland weit verbreitete Unterversorgung an wichtigen Vitaminen und Mineralien zu forschen. Man möchte sogar sagen, trotz ausgewogener Ernährung kann es zu Mangel und später zu Mangelerscheinungen kommen.

    Belastete und erschöpfte Böden

    Wie der sehr informative Artikel zu den „erschwerten Bedingungen für eine ausreichende Mineralstoffversorgung“ ausführt, haben sich die Grundlagen für die Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten zum Teil massiv verändert. Unsere Böden sind ausgelaugt und erschöpft. Was zur unmittelbaren Folge hat, dass nicht mehr genügend Mineralien in unsere Nahrung und damit in unsere Körper gelangen wie etwa das lebenswichtige Magnesium, welches allein über 300 wichtige Funktionen in unserem Körper erfüllt.

    Umweltverschmutzung

    Der menschliche Körper kann sehr gut mit Giften umgehen. Unser Selbstheilungsmechanismus funktioniert meistens sehr gut. Jedoch trägt die zunehmende Belastung von Luft und Wasser nicht nur mit Schwermetallen dazu bei, dass unser Organismus einen höheren Bedarf an spezifischen Nährstoffen wie den Vitaminen A, C und E anmeldet.

    Schlechte Essgewohnheiten und schwache Verdauung

    Dass unser Leben nicht nur durch die auf uns einprasselnde Informationsflut einen anderen Rhythmus angenommen hat als noch vor 20 Jahren, zählt zum Fluch und Segen der neuen Zeit. Immer und überall verfügbar sein, heißt oft auch, dass immer und zu jeder Zeit konsumiert werden darf. Unsere Essgewohnheiten unterliegen auch dieser Dynamik.

    Fast Food und essen zu unregelmäßigen Zeiten und dann auch noch möglichst in großer Eile verschlungen, kann nicht nur bei jüngeren Menschen beobachtet werden. Jegliche Rhythmik, Haltepunkte des Tages gehen allmählich verloren. Der Nährstoffmangel lauert hier nicht nur in der Zubereitung, sondern auch im hastigen Verzehr. Die Folgen: schwache Verdauung einhergehend mit zum Teil chronischen Beschwerden, Nährstoffmangel inklusive.

    Weitere Aspekte können Sie hier nachlesen.

    Es ist schlecht um unsere Ernährung bestellt. Viele Phänomene wird so mancher Leser schon selbst wahrgenommen haben. Ob es der fehlende oder unruhige Schlaf ist, die unzureichende Erholung nach dem Nachtschlaf, Kopf- und Gliederschmerzen: Bei vielem könnten Mangelerscheinungen die Ursache sein.

    Der Ansatz von Hensels BfR ist lobenswert, die Menschen wieder mehr zum Kochen anzuregen und ihnen zu zeigen, wie das Richtige auf den Teller kommt. Das Kochen wieder zum Erlebnis werden zu lassen. Den Verbrauchern jedoch zu suggerieren, dass sie sich bei entsprechender Ausgewogenheit und Abwechslung immer auch die beste Basis für ein gesundes Leben schaffen, darf anhand der alarmierenden Fakten bezweifelt werden. Vielmehr ist eine Kehrtwende anzuregen. Nicht eine Verteufelung von Nahrungsergänzern oder die Betonung von Risiken gehören auf die Tagesordnung.

    Eher ist das Wissen in der Bevölkerung zu mehren, über die oft tatsächlich notwendige und sinnvolle Ergänzung durch Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, Calcium oder Vitamin D. Der jüngste Ernährungsreport drückt zumindest eines aus: Den Wunsch der Menschen hierzulande, sich gesund zu ernähren. Vorgestellt dieser Tage übrigens von Julia Klöckner, der Chefin des BMEL, unserer Bundesministerin für Landwirtschaft und Ernährung.

    14 Kommentare

    1. HERBERT WEISS an

      (2) Jetzt haben wir diese Höllenkeime, gegen die oft gar nichts mehr hilft. Zumindest nicht die Mittel der Pillendreher. Man rechnet damit, dass die Zahl der daran Gestorbenen bis 2050 die der Krebstoten übersteigen wird.

      Massenhaft werden auch Blutdrucksenker, Statine, Cortison und Schmerzmittel eingesetzt. Fast alles patentierbare synthetische Mittel, mit denen die Hersteller richtig Kohle machen können. Das führt dannzu der grotesken Situation, dass viele auf gesunde Grapefruits verzichten müssen, weil die sich mit den Cholesterinsenkern nicht vertragen. Da sollte man besser noch eine Pampelmuse mehr essen und stattdessen diese Pillen weglassen.

      Verschreibungspflichtige Mittel habe ich früher mal nur gelegentlich eingenommen. In letzter Zeit gar nicht. Natürlich sollte man auch Vitamine und Mineralien nicht wahllos einwerfen, sondern mit Überlegung. Habe mein Vitamin-C und -E-Kontingent bis ins nächste Jahrhundert überschritten. Es hat mir gut getan. Ein weiterer Geheimtip: Ingwer und Kurkuma.

    2. HERBERT WEISS an

      (1) Vielleicht glaubt ja Hensel selbst, was er uns erzählt. Denn irgendwie ist es auch einleuchtend, sich antürlich zu ernähren. Andererseits behauptet die Agrarlobby mit der Stetigkeit einer tibetanischen Gebetsmühle, dass es ohne Chemie auf den Äckern und in den Ställen nicht gehe. Natürlich kann auch die Lebensmtttelindustrie nicht darauf verzichten. Selbstverständlich sind zudem die "richtigen" Medikamente der großen Pharmakonzerne mit all ihren Risiken und Nebenwirkungen unentbehrlich.

      Gut auf den Punkt gebracht! Was soll man da noch ergänzen? Vielleicht ein kleiner Hinweis auf die Nitrate im Grundwasser, die durch Düngemittel und die Schiete aus den Agrarfabriken verursacht werden. Der jahrzehntelange Antibiotikamissbrauch durch Ärzte und Viehhalter – allen Warnungen der Wissenschaft zum Trotz. Im Gegenteil – wer diese Mittel buchstäblich gegen jeden Rotz einsetzte, war stets auf der sicheren Seite.

    3. Jeder hasst die Antifa an

      Na mit einer Klöcknerin vom Bunten Tag im Landwirtschaftministerium wird ja viel zu erwarten sein, bei ihrer Erfahrung die sie als Kind im Streichelzoo gesammelt hat zeigt man wieder mal was für Kapazitäten in diesem Land regieren.

      • heidi heidegger an

        Moooment. Die Schaum(wein)geborene K. vasteht schon was von ²Weck&Worschd&Woi (wird bei der Weinlese und auch sonst im Weinberg gegessen in RLP). Nur in der Stadt jibbett noch manchmal Saumagen und in der Pfalz, da wo Kurt Beck/SPD herkommt, da gibt es was warmes-so ne äh Suppe..ach lassen wir das-hatten wir schonmal..

        ²Rundstücke mit Xtrawurst äh Flaaschworschd-eine Art *Lyoner*, ähemm

        • Leider etwas in die Jahre gekommen,die Gute. Sieht zwar immer noch um Längen besser aus als Merkel,KaKa,May zusammen,aber dazu gehört nur wenig bis nichts.

        • heidi heidegger an

          hihi, @Soki, ich stehe auch auf die KimWilde-der CDU, olle exWeinkönigin-wat-die-iss-wohl. Ungeschickt-trampelig wie sie vor Jahren Strassenwahlkampf machte (Flyer verteilend an Autofahrer mit offenem Seitenfenster an der roten Ampel unn dat) vor der CDU-Zentrale am Rheinufer zu Mainz. ja-weil, das Meenzer Käseblatt ("Allgemeine") machte davon damals nen Foto mit der Unterschrift: "na schätzle/schnuggelsché, was koschdedds/kostet’s??"

          JE ist mein Zeuge, bzw. SEIN Sekretariat, weil ich schickte den vergilbten Zeitungsausschnitt an die C-Redaktion mit Grüßäään, hihi

      • Jeder hasst die Antifa an

        Wenn es nach den Grünen geht Tiere sofort abschaffen und nicht mehr zum Verzehr schlachten, ergibt weniger Methanaustoss statt dessen die Bevölkerung auf die weide schicken zum Veganen abgrasen.

    4. Rebecca-Vanessa Wille an

      Ach ja, das BFR… will nur unser BESTES!
      Darum hat der Leiter Prof. Dr. Dr. Andreas Haensel ja auch unserem allseits beliebten Glyphosat eine nicht vorhandene krebserregende Eigenschaft bescheinigt.

      MMMMM, lecker!

      • Interview mit Dr. Andreas Hensel (BfR): Glyphosat wohl unbedenklich!

        Dem Herrn ein Gläschen zum Frühstück!

    5. Sonntagsreden. Schöne Worte.
      Tatsächlich ist der großteil der Produkte im Laden nur noch Sondermüll.

    6. Konrad Kustos an

      Ein starkes Stück: Offensichtliche Vermengung von Werbung und Redaktionellem – und das auch noch, ohne dies irgendwie anzuzeigen (außer indirekt durch die an den Email-Teaser angehängte Anzeige. Ist Euch Eure Seriosität die paar Euro wert? Oder habt Ihr jetzt einen Pillenspinner in der Redaktion? In Sorge um den Compact-Kurs hier gleich noch eine Kritik: Bei Euren neuen Autor(inn)en ist das Gleichgewicht von Information und Emotion oft nicht gegeben. Auf eine kurze Info folgt dann absatzlang das immer gleiche Empörungs-Gezeter. Das ist nicht nur journalistisch problematisch, sondern es ermüdet und nimmt dem Magazin seinen Biss.

      • Muß Ich leider voll zustimmen.Hinzu kommt noch die 180-Grad ideologische Verpeilung. Vielleicht drückt finanziell der Schuh,weil der Verkauf der Januarausgabe gestoppt werden mußte.