Spiegel beschimpft verstorbenen Ulfkotte noch im Nachruf

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Im Journalismus gilt (eigentlich) die Regel: Mit dem Tod ist auch die Feindschaft begraben. Ein Nachruf enthält keine Polemik. Wo es nichts Gutes zu berichten gibt, verhält man sich zumindest neutral. Das ist dem Spiegel beim gestrigen Nachruf auf Udo Ulfkotte nicht gelungen. Das Schlachtschiff der Kriecherpresse schmiss dem Verstorbenen ein Hasspamphlet ins Jenseits nach.

Gleich zu Beginn heißt es: „Ulfkotte, der nach 17 Jahren als FAZ-Redakteur als freier Publizist arbeitete, sprach zuletzt auf Pegida-Demonstrationen, vertrat dort rechtspopulistische Thesen und schürte die Angst vor dem Islam.“ Rechtspopulist, Angstschürer. Im nächsten Absatz heißt es gleich wieder: „Über den Kurznachrichtendienst Twitter schürte Ulfkotte Ängste.“ . Einen Absatz später kommt der Verschwörungstheoretiker als Entertainer: „Mit vielen Verschwörungstheorien unterhielt Ulfkotte seine Leser.“ Der ganze Text ist von polemischer Abwehr durchzogen. Als Erwiderung auf sein Entlarvungsbuch „Gekaufte Journalisten“, in dem Ulfkotte der Kriecherpresse vorwarf, die Interessen der Eliten zu bedienen, schreibt der Spiegel bloß: „Mehrere Medien wiesen Ulfkottes Behauptungen als unseriös zurück.“ Ach nein. Was blieb den Angegriffenen denn anderes übrig als seine Seriosität anzuzweifeln?

Selbst Medien wie der MDR berichteten zwar kritisch über Ulfkottes Publizistik, verzichteten aber auf Polemik oder negative Zuschreibung. Lediglich der Spiegel verlor sich in Stimmungsmache. Dies ist kein Einwand gegen den Verstorben, sondern Seismograph für den Niedergang eines einst angesehen Magazins.

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