Wahlkampf auf Spanisch: Von Westgoten und heiligen Jungfrauen

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In Spanien hat die heiße Phase des Wahlkampfs für die Parlamentswahlen am 28. April begonnen

_von Sven Reuth

Die spanische Vox ist der Senkrechtstarter unter den patriotischen Parteien Spaniens. Erst im Dezember vergangenen Jahres konnte sie in Andalusien fast 400.000 Wähler an sich binden und 11 Prozent der Stimmen erreichen. Das war der Anfang vom Ende für die fast ein halbes Jahrhundert währende Herrschaft der Sozialisten in Andalusien, denn Vox toleriert im Regionalparlament die Minderheitenregierung aus konservativer Volkspartei und liberalen Ciudadanos.

Nach den vorgezogenen spanischen Parlamentswahlen, die am 28. April anstehen, möchten Konservative, Liberale und Patrioten dieses Modell auch auf Madrid übertragen, Spanien könnte somit vor einem einschneidenden Wandel stehen.

„Rette uns, rette Spanien“

Am vergangenen Freitag eröffnete Parteichef Santiago Abascal seinen Wahlkampf an einem besonders geschichtsträchtigen Ort, nämlich dem asturischen Covadonga. Hier, inmitten der wildromantischen Picos de Europa, wo das Kantabrische Gebirge in unmittelbarer Nähe zum Atlantischen Ozean auf mehr als 2.600 Meter aufsteigt, begann im Jahr 722 die Reconquista. Der westgotische Fürst Don Pelayo, der in der Leibgarde des letzten Westgotenkönigs Roderich bis zu dessen Tod gedient hatte, besiegte hier im äußersten Norden Spaniens eine muslimische Streitmacht und bewahrte so die Iberische Halbinsel davor, ganz in die Hände der Mauren zu fallen. Von der vergleichsweise winzigen asturischen Bergregion aus, die Don Pelayo mit seinen Kriegern halten konnte, startete die gesamte christliche Rückeroberung Spaniens, die am 2. Januar 1492 mit der Eroberung Granadas durch die Katholischen Könige endete.

Abascal ließ es sich nicht nehmen, erst zum Marienheiligtum in der Höhle von Covadonga zu pilgern. Es bestand schon vor der Schlacht des Jahres 722, und die spanischen Christen glaubten, dass es unter besonderem himmlischen Schutz stehe und deshalb nicht erobert werden könne. In der Grotte von Covadonga bat Abascal die Jungfrau von Covadonga mit den Worten „Rette uns, rette Spanien“ um Beistand.

COMPACT-Geschichtskonferenz 2019

 

Anschließend stieg er mit seinen Anhängern zum Standbild Don Pelayos hinauf. Hier griff Abascal zu einem Megaphon und sagte: „Wenn sie fordern, dass Spanien für die Eroberung Amerikas um Vergebung bittet, schweigen die politischen Führer dieses Landes. Die Geschichte ist wichtig, und wir empfinden es nicht als Schande, unsere historischen Symbole zu ehren. Wir werden niemals um Vergebung für das Wirken unserer Vorfahren bitten.“

Abascal betonte den „historischen“ Charakter der anstehenden spanischen Parlamentswahlen vom 26. April, da „die Einheit Spaniens und die Freiheiten aller Menschen auf dem Spiel stehen“. Vox bezeichnete er als „Partei des gesunden Menschenverstands“, die „normale Menschen“ mobilisieren wolle. Die Anhänger der Partei hätten „mit Klarheit zu erkennen begonnen, dass etwas sehr Großes passieren wird.“ Die Rede Abascals endete unter „Viva España“-Rufen seiner Anhänger und den Schmähungen der Gegendemonstranten.

Ein Wahlkampfauftakt wie der von Vox in Spanien wäre wohl selbst für eine deutsche patriotische Partei kaum denkbar. Santiago Abascal hat in Covadonga jedenfalls bewiesen, dass er vor großen historischen Mythen und Gesten keine Angst hat.

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15 Kommentare

  1. Avatar

    Na ja,man freut sich in der Wüste über jeden Grashalm. Ist das Grab St. Francisco Francos im Tal der Gefallenen schon geschändet wie geplant? Mit einem 2. Kreuzzug wie 1936 wird es in Spanien wohl nichts mehr. Ewiger Ruhm den Helden und Märtyrern der Nationalen,christlichen Erhebung in Spanien!

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      heidi heidegger am

      Wohl mit dem blauen Divisionsfuß aufgestanden, was? tsstss, das Denkmal ischd allen(!) Bürgerkriegsopfern gewidmet im Tal der Toten, seit langem schon, höma!

      Also: 1492 büxte nicht nur Kolumbus aus, sondern auch alle Juden gleich mit, hättest Du’s gewusst, häh?

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        Lila Luxemburg am

        "1492 büxte nicht nur Kolumbus aus, sondern auch alle Juden gleich mit, hättest Du’s gewusst, häh?"

        Wie jetzt? DIE waren ALLE auf den drei Schiffchen?? Also ich hätte gedacht, daß es da mehr in Spanien gegeben hätte…

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        Ach Heidi,bleib doch bitte dabei,vorsätzlich Unsinn zu verzapfen,dem Spezialgebiet,auf dem Du unschlagbar bist. -Ja,aber nicht mit blauem Fuß sondern mit blauem Hemd,Farbe der Falange ( u.AfD,reiner Zufall,die erreichen das Niveau der Fa nie). Das Tal der Gefallenen war ursprüglich natürlich nur den Märtyrern vorbehalten,Rote Verbrecher hat erst das wiederertandene Rot-Spanien hineingelegt,um es zu schänden,so! Und sola scripta,sola fides= sola Humbugus lutherensis,klaro? Trotzdem frohe Ostern.

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        heidi heidegger am

        starker Toback, Soki, 1975 war Spanien noch nicht soo rot, oder? Dir auch Frohe Ostern! 😉

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        Für Interessierte:

        Ein quartalsweiser Ablösungsturnus ermöglichte es, daß während des zweieinhalbjährigen Einsatzes insgesamt 47.000 Mann bei der Blauen Division dienten und Erfahrung an der Ostfront sammeln konnten.

        4.954 von ihnen (aus Division, Legion und Freiwilligen-Kompanien) fielen,

        rund 8.700 wurden verwundet und

        372 gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

        286 Spanier wurden durch Vermittlung des Internationalen Roten Kreuzes am 2. April 1954 als Spätheimkehrer in die Heimat entlassen wurden, wo sie, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Europas, als Helden gefeiert wurden.

        (andere Quellen geben sogar Januar 1956 als Datum der letzten Entlassungen für vereinzelte Spanier).

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    Deutschösterreicher aus dem Wienerwald am

    Den Patriotismus von Vox finde ich gut. Allerdings hört man ja schon, daß diese Bewegung die nationalen Bestrebungen der Katalanen und Basken unterdrücken will. Das nennt man wohl Chauvinismus und ist ein Messen mit zweierlei Maß, das mir nicht gefällt.

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      Mal langsam, die Katalanen sind kein separates Volk sondern Spanier ,so wie Österreicher Deutsche sind. Die Basken allerdings sind eins,aber da ist eine Angelegenheit zwischen Basken u. Spaniern.Viele Staaten,Russland und China eingeschlossen,halten fremde Völker gefangen,aber der Nationalist hat keine Pflicht,international Befreiung anzumahnen

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        Deutschösterreicher aus dem Wienerwald am

        Die Pflicht haben wir nicht, aber meine Sympathien sind bei den gefangenen Völkern und wer Freiheit und Selbstbestimmungsrecht für sein Volk will (statt US-Vorherrschaft beispielsweise), der sollte das anderen auch zugestehen.
        Katalanisch ist eine eigene Sprache, der Vergleich wären also nicht Österreicher, sondern Holländer.

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        Östi, zugestehen meinetwegen schon,aber die Spanier werden mich nicht fragen und ich werde von ihnen nicht verlangen,mich zu fragen. Ich hatte auch nie einen "Freiheit für Tibet"-Aufkleber am Auto,wie so mancher Bunzel-Bürger. Katalanisch soll eigene Sprache sein? Also wo Ich Texte gleichen Inhalts nebeneinander in "Katalanisch" und Hochspanisch nebeneinander sah,konnte Ich mühlos den gleichen Inhalt erkennen. Würde man Sächsisch u. Wienerisch drucken,wäre der Unterschied größer,viel größer.

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    Sonnenfahrer Mike am

    Wau und was für ein Glück, daß sich endlich in ganz Europa etwas tut und sich die Menschen
    gegen Multikulti, Genderwahn und den Großen Austausch erheben.
    Viva Espana und viel, viel Erfolg für Euch meine spanischen Brüder und Schwestern im Kampf
    gegen den linksradikalen, anti-europäischen Multikulti-Gender-Massenüberfremdungswahn
    und die Ausbeutung durch das internationale Finanzkapital auch bei Euch in Spanien.

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    Man braucht vor gar nichts Angst zu haben. Der Patriotismus in Deutschland greift nicht, weil die, die sich Patrioten nennen Angst davor haben sich zu verbuenden. Gauland und Weidel haben sogar Angst vor uralten Fotos, uralten Begebenheiten und uralten Parolen. Und alle zusammen haben Angst vor dem System das sie doch eigentlich abschaffen wollten. Merkel steht stolz mit einem Fuss auf dem Truemmerhaufen der gesamten Angsthasen und macht die Raute. Zitat: “Das wesentliche Merkmal einer Diktatur ist, dass sie heute das tut, was sie gestern verdammte, und morgen das nicht, was sie vorgestern versprach. Allein der Nutzen zählt.” Zitat Ende-aus politik.brunner-architekt. Egal wie die naechsten Wahlen ausgehen, der bundesdeutsche Bolschewismus wird siegen und es wird in irgend einer Form genau so weitergehen wie bisher. Wenn nicht,-dann noch schlimmer. Patriotismus der keiner mehr sein soll und darf sitzt nicht hinter dem Schreibtisch.

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    Jürg Rückert am

    Herr Abascal,
    vielen Dank für ihr gesundes Christentum: Der Himmel rette Spanien! Geben Sie nie auf, so wie es die Jungfrau von Guadalupe einem kleinen Indio-Jungen riet. Sie appellieren zurecht an den gesunden Menschenverstand!

    Was Papst Franziskus den Lehrern und Gymnasiasten jetzt sagte:
    „Habt keine Angst. Und hier berühre ich eine Wunde: Habt keine Angst vor den Migranten.
    ‚Aber, Vater, die Migranten…‘ Die Migranten sind wir! Jesus war Migrant. … ‚Das sind aber Delinquenten!‘ Auch wir haben viele, nicht wahr! Die Mafia wurde nicht von den Nigerianern erfunden. Sie ist ein… ein nationaler ‚Wert‘, unter Anführungszeichen. Die Mafia stammt von uns, Made in Italy, nicht wahr! Sie gehört uns. … Die Migranten sind jene, die uns Reichtum bringen, immer. Auch Europa wurde von Migranten gemacht! … Europa ist so gewachsen, mit dem Gegensatz der Kulturen. … Heute gibt es die Versuchung, eine Kultur der Mauern zu machen, … Mauern im Herzen, Mauern im Land, um diese Begegnung mit anderen Kulturen, mit anderen Leuten zu verhindern. Und wer Mauern errichtet, …, wird als Sklave innerhalb der Mauern enden, die er erbaut hat, ohne Horizonte."

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      Jürg Rückert am

      Der Petersdom, eine Moschee oder ein Museum wie die Hagia Sophia? Oder ein Gerippe wie Notre-Dame?
      Wer möchte nach soviel päpstlicher Hilfe noch löschen? Wer ist danach nicht gelähmt in seiner Abwehr wie nach einem giftigen Stich? Wie fortgeschritten ist die Immunschwäche des Abendlandes? Sind seine Überträger nicht bekannt? Warum verweigert man uns die Medikamente?

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      Dann soll der Papst mal anfangen die Mauern rings um den Vatikan abzureissen und ein paar Tausend Migranten zu sich zu nehmen. Rumquatschen kann jeder. Ich wage zu behaupten, dass Deutschland mehr Kulturen zu Gast hatte als noch Grenzen bestanden. Als noch Grenzen bestanden wollten die Gaeste das saubere Deutschland mit seinen fleissigen Menschen sehen. Was sehen sie jetzt? Geht mal in Ffm. auf den Bahnhofsvorplatz.

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