Spanien: Das neue El Dorado der Menschenschlepper?

9

Während der Menschenhandel via Mittelmeer nach Italien nachlässt, senden Schmuggler die Ausreisewilligen zunehmend in Richtung Spanien.

Wer laut UN-Schätzung global sieben Milliarden Dollar einstreicht, von dem wird man Flexiblität erwarten dürfen. Und tatsächlich zeigen Menschenhändler, dass sie in der Planung alternativer Routen durchaus Talent besitzen.

Von den besagten sieben Milliarden Dollar wurden alleine ca. 3,5 Milliarden auf dem Mittelmeer „erwirtschaftet“. Jetzt aber stellten die UN-Organisation für Migration (IOM) sowie die Grenzschutzorganisation Frontex fest, dass inzwischen 80 Prozent weniger Migranten in Italien ankommen als noch im vergangenen Jahr.

180.000 Menschen fuhren laut dem römischen Innenministerium in diesem Jahr nach Italien, meist Tunesier und Eritreer. Zugleich starben bei solchen Überfahrten aber – trotz Aufrüstung der libyschen Küstenwache, die zahlreiche Boote abfing – 564 Menschen auf See. Weniger Gewissensbisse in Anbetracht dieses Vebrechens, sondern eher die Sorge um sinkende Kundenzahlen ließen die Menschenschmuggler jetzt umschwenken.

Deren neue, bislang kaum verwendete Route führt über das westliche Mittelmeeres. In Spanien gab es einen ca. 160prozentigen Migranten-Anstieg im Juni, verglichen mit dem gleichen Monat im vergangenen Jahr. Am letzten Wochenende nahm Spanien ca. 1100 Migranten auf. Die Küstenwache arbeitet auf Hochtouren.

In diesem Jahr alleine kamen 19.000 Menschen via Seeweg nach Spanien plus 2900 über den Landweg. Auch der östliche Mittelmeerraum, sprich Griechenland, steigt wieder in der Beliebtheit als Schlepperziel. Bis Mitte Juli sendeten Schmuggler ca. 15000 Personen dorthin. Außerdem gelangten in der vergangenen Zeit ca. 12.000 Syrer und Iraker über die türkische Grenze nach Griechenland.

Unser aktuelles COMPACT-Magazin vom Juli 2018 „Mein BAMF – Merkels tiefer Sturz“ können Sie hier bestellen oder hier abonnieren.

Das sind vergleichweise niedrige Zahlen, aber Experten stellen fest: Die Tendenz ist steigend.

Über den Autor

Avatar

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel