Souveränitätskonferenz als Zünder für eine „kritische Masse“

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Jetzt den Erfolg dieser wichtigen Veranstaltung nicht zerreden!

Auf der COMPACT-Souveränitätskonferenz waren über 700 Besucher, die allermeisten waren – wie man auch an den ständigen Beifallsbekundungen ablesen konnte – begeistert bis enthusiastisch. Eine kleine Minderheit war unzufrieden und hat sich auch in Kommentaren unter meinem gestrigen Posting entsprechend geäußert.

Die Kritik ist begrüßenswert, weil sie den falschen Ansatz der Kritiker offensichtlich macht. Es wird etwa bemängelt, dass die Konferenz keine praktischen Schritte eingeleitet hat. Einer hat sogar gemeint, ihm wären 70 Leute und praktische Schritte lieber gewesen als 700 Leute ohne praktische Schritte. Ein anderer Teil der Kritikerfraktion wird gleich konkreter und wirft uns vor, gegen die „BRD GmbH“ nicht das Deutsche Reich proklamiert zu haben.

Leute, wo lebt Ihr? Wollt Ihr ewig im Kleinklein verharren und als „Reichsspinner“ die breite Öffentlichkeit vor den Kopf stoßen? Es geht nicht um politische Inzucht im Sinne von „Klein, aber fein“. Es geht darum, eine breite Volksbewegung aufzubauen! Das kann nur geschehen, indem man so vorgeht wie COMPACT bei der Souveränitätskonferenz: Redner aus den unterschiedlichsten Spektren zusammenzubringen, auch angesehene Leute aus dem Bürgertum, kluge Köpfe aus dem (alten) Establishment und aus dem Ausland einzuladen, um einen politischen Rahmen zu schaffen, den der Gegner nicht so leicht angreifen kann. Dieser Rahmen ist unabdingbar, damit die breite Masse des Volkes überhaupt auf unsere Diskussionen aufmerksam wird und sich in diesem Schutzraum traut, selbst aktiv zu werden. Auch die Kritiker werden zugeben müssen: Es gibt in Deutschland keine andere Zeitung oder Zeitschrift, die einen Oppositionskongress mit dieser politischen Breite organisieren kann. Das kann nur COMPACT.

Am Anfang der DDR-Bürgerbewegung standen Gottesdienste. Am Anfang der Revolution von 1848 stand das Wartburgfest. So wurde – neudeutsch gesprochen – ein Kommunikationszusammenhang geschaffen, mit dem man dann – zum Teil viel später – auch politische Initiativen einleiten konnte. Jede vorschnelle Einigung auf politische Schritte würde diesen Zusammenhang zerstören und einen wichtigen Teil von Leuten – die Abwartenden, die Zögerlichen, die Ängstlichen – ausgrenzen. Der riesige Erfolg der Konferenz vom Sonnabend besteht gerade darin, dass er diese Menschen mitgenommen und ihnen Mut gemacht hat. Sie haben auf der Konferenz mit eigenen Augen festgestellt: Das sind keine Spinner, das sind keine Radikalinskis – das sind Leute aus dem Volke, die sich Gedanken machen um die Zukunft Deutschlands und Europas. Und vergessen wir nicht: Die Abwartenen, die Zögerlichen, die Ängstlichen – das ist die übergroße Mehrheit der Deutschen, auch unter den systemkritischen Deutschen. Wollen wir elitär und avantgardistisch sein und diese Mehrheit ignorieren? Nein? Dann geht es nur so, wie es COMPACT mit der Souveränitätskonferenz gemacht hat.

Mit COMPACT-Magazin besteht die einmalige Möglichkeit, die Flamme dieser Konferenz weiter zu tragen, Monat für Monat. Wichtige Beiträge der Konferenz werden schon in der Januarausgabe von COMPACT veröffentlicht. Und am letzten Novemberwochenende 2013 macht COMPACT die nächste Souveränitätskonferenz. Stärken Sie uns, damit wir auf diesem Weg mutig weiterschreiten können und auch die nötige finanzielle Feuerkraft haben: Abonnieren Sie COMPACT!

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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