Selten ist ein Cover in unserer Redaktion so hitzig diskutiert worden wie das der aktuellen Ausgabe „Der Osten steht auf“. Klar war: Es muss einen Bezug zu den Landtagswahlen am 1. September in Sachsen und Brandenburg haben. Dabei sprachen wir auch über den Spiegel: Wir alle erinnerten uns an dessen Titel, mit denen wahlweise ein ganzes Bundesland (wie Sachsen in Frakturschrift) oder alle neuen Bundesländer („Dunkles Deutschland“) als eine Art rückständiger, bornierter Wurmfortsatz der bunten Republik („Helles Deutschland“) verunglimpft wurden. COMPACT macht das anders – die neue Ausgabe „Der Osten steht auf“ kann man direkt hier bestellen.

    Spiegel-Cover, Ausgabe 35/2019. | Foto: Der Spiegel

    Wir wollten die plumpe Hexenjagd der Hamburger Redaktion mit einem Augenzwinkern kontern und entschieden uns dafür, ironisch mit dem Ost-Klischee zu flirten. Unser Cover ziert eine attraktive junge Dresdnerin, die vor Plattenbaukulisse in Trainingsjacke und Deutschland-Superheldencape schlüpfen musste. Natürlich ist unser Osten weit mehr als Plattenbau, Jogginghose und Soljanka. Er ist Preußen, Sachsen und die Hansestädte, Herzland der Reformation und Wahlheimat unserer großen Nationaldichter. Er hat das Unrechtsregime der DDR erlebt, auf die Wende gehofft und die Bundesrepublik aufgedrückt bekommen. Und doch hat er sich immer seinen trotzigen Stolz bewahrt – aus Treue zu sich selbst, weil man sich hier von keinem System verbiegen lässt. Und genau das soll unser Titelbild ausstrahlen. Es hält den Hetzern aus Hamburg den Spiegel vor: So wollt ihr uns sehen? Wir schämen uns nicht. Wir sind stolz, dass Ostdeutschland anders tickt!

    Eigentlich aber fehlt auf unserem Titelbild noch ein modisches Accessoire: Der berüchtigte schwarzrotgoldene Anglerhut:

    So wehrte sich ein Pegida-Gänger gegen seine Bloßstellung durch das ZDF – und wurde zum Meme. | Foto: Screenshot Extra 3, 24.08.2018, Youtube

    Bekannt wurde der durch den „Hutbürger“, einen Mann, der am Rande einer Pegida-Demo darüber in Rage geriet, von einem ZDF-Fernsehteam wie ein Tier in freier Wildbahn aufs Korn genommen zu werden. Später stellte sich heraus, dass der Hutbürger ein Angestellter des sächsischen Landeskriminalamts ist. Als „Pegizei“ wurde er im Internet zum Meme und den Medien zum weiteren Beweis für den braunen Sumpf rechts außen auf der Deutschlandkarte, wo – ganz wie bei den Hinterwäldlern in den amerikanischen Südstaaten – selbst die Ordnungshüter mit den „dumpfen Pöblern“ unter einer Decke stecken. Also musste unser Model auch entsprechend behütet posieren: „Make Anglerhut Great Again“. Am Ende hat es der Schlapphut dann bei uns trotzdem nicht aufs Titelblatt geschafft. Die Dame dürfte erleichtert gewesen sein.

    Who wore it better – der Spiegel oder COMPACT? Der Osten lässt sich seinen Stolz nicht nehmen.

    Dafür hat wenige Tage nach Erscheinen unseres Magazins der Spiegel das Kleidungsstück aufs Cover seiner aktuellen Ausgabe gesetzt, darunter die Zeile: „So isser, der Ossi“. Der deutschnationale Bucket Hat als eine Art neuer Alu-Hut, als Kriegsbemalung der Orks aus Mordor. Als Sinnbild einiger im wahrsten Sinne des Wortes Zurückgebliebener, die sich dem neuen, dem „hellen Deutschland“ mitsamt seinen bunten Bereicherungen aus völlig unverständlichen „diffusen Ängsten“ verschließen und deshalb die Rattenfänger der AfD wählen – wir alle kennen diese leidige Erzählung. Hier wird nicht recherchiert, warum unser Land fast 30 Jahre nach dem Mauerfall so gespalten ist. Hier wird zur Jagd auf politische Gegner geblasen. Das alles hat wenig mit der Realität diesseits der ehemaligen Mauer zu tun – viel aber mit dem Kopfkino westdeutscher „Haltungsjournalisten“, die ihre Leser politisch korrekt erziehen statt informieren wollen. So isser, der Spiegel.

    Who wore it better? Das müsst jetzt Ihr entscheiden, liebe Leser: Also, bitte teilen und kommentieren! Bei uns lesen Sie Standpunkte und Fakten, die aus dem medialen Einheitsbrei herausstechen. Die aktuelle COMPACT-Ausgabe „Der Osten steht auf“ gibt es am Bahnhofskiosk oder direkt hier zu bestellen. Noch besser: Gleich heute ein Abo abschließen und keine Ausgabe mehr verpassen !

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