In vielen deutschen Großstädten gestern Abend und in der Nacht das gleiche Bild: Tausende Anhänger des osmanischen Autokraten sind auf der Straße mit türkischen Fahnen und Alluha Akbar, um den Wahlsieg ihres Idols Erdogan zu feiern. Verkehrsbehinderung? Fehlende Demonstrationsgenehmigung? Spielt alles keine Rolle. Erdogan-Anhänger dürfen sich in Deutschland alles erlauben, wie auch das Beispiel Özil und Gündogan zeigt…

    Die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel teilte in einer aktuellen Stellungnahme mit: “Unter Erdogan entfernt sich die Türkei immer weiter vom kemalistischen Erbe. Der Parlamentarismus, ja die Demokratie ist gefährdet. Es scheint sich zu erfüllen, was Erdogan bereits vor 20 Jahren angekündigt hat: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind“. Und weiter: “Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten. Die gefährliche neoosmanische Einflußnahme Erdogans in der Region wird weiter zunehmen. Hinzu kommt, dass immer stärker innertürkische Konflikte auf Deutschlands Straßen ausgetragen werden.

    Rund 65 Prozent der in Deutschland lebenden Türken wählten Erdogan; das Ergebnis der gestrigen Wahl wurde von seinen türkischen Anhängern mit Allahu-Akbar-Rufen und Autokorsos in verschiedenen deutschen Städten gefeiert. Das ist auch das unrühmliche Verdienst von Kanzlerin Angela Merkel, die Erdogan in seinem Machtrausch stets unterstützt hat. Statt in die Sicherung der EU-Außengrenzen zu investieren, hat sie Erdogan finanziell aufgerüstet und sich in der Einwanderungsfrage in seine bedingungslose Abhängigkeit begeben.”

    Die Kritik an Merkels Kotau vor Erdogan ist berechtigt, wie COMPACT im April 2017 aufzeigte:

    (Auszug COMPACT) Allein zwischen Oktober 2015 und Februar 2016 eilte Merkel sechs Mal in die Türkei. in der Regel trat sie dabei so devot auf, als mache die Abgesandte eines tributpflichtigen osmanischen Sandschaks ihre ehrerbietige Aufwartung bei der Hohen Pforte. So lief es auch im Februar 2017: Der Sultan ließ die Bittstellerin warten, mehrfach eigenmächtig das Programm ändern und empfing die Abgesandte aus Almanya schließlich – nicht zum ersten Mal – vor einer Kulisse aus fast ausschließlich türkischen Fahnen. Merkels Verhalten erinnert an die Prophezeiung von EU-Kommissar Günther Oettinger aus dem Jahre 2013: Eines Tages könnte die EU die Türkei so dringend brauchen, dass ein Kanzler „auf Knien nach Ankara rutschen“ werde.  (Auszug COMPACT Ende)

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