«Sie wollen eine Weltregierung» – Viktor Orban im Interview

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Noch vor den Europawahlen im Mai sollen Fakten geschaffen werden – daher wird jetzt der UN-Migrationspakt durchgepeitscht. Das ist ein radikaler Bruch mit dem Völkerrecht. Es folgt ein Auszug aus dem Interview mit Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban. Vollständig lesen Sie es in COMPACT 12/2018 – hier bestellen

Nächste Woche wird es einen EU-Gipfel geben. Ob die Frage des Grenzschutzes zur Sprache kommen wird, die neulich angeschnitten worden ist?

Orban: Wenn ich die europäische Situation jetzt in einem Satz als Antwort auf Ihre Frage zusammenfassen müsste, dann würde ich sagen: Die Einsätze liegen auf dem Tisch, alle Masken sind gefallen. Im Mai 2019 wird es also die Wahlen zum Europäischen Parlament geben: Jene Dinge, die jetzt geschehen, kann man am ehesten als Teil eines Wahlkampfes deuten. Beziehungsweise: Die Politiker, die in Brüssel an der Macht sind (…) – denn in Brüssel gibt es heute eine die Einwanderung befürwortende Mehrheit –, wollen jetzt noch alles bis zu den Wahlen im Mai durchdrücken, denn (…) es kann auch passieren – und das ist zugleich auch unsere Hoffnung –, dass es in Europa nach den Wahlen eine die Einwanderung zurückweisende Mehrheit geben und es eine entsprechende EU-Kommission sowie ein entsprechendes EU-Parlament geben wird. (…)

Die Wahrheit ist, dass mit Volldampf Ansiedlungsprogramme fabriziert werden. Die Kommission hat ihr Programm öffentlich gemacht, in dem sie niedergeschrieben hat, was ihrer Ansicht nach jetzt alles schnellstens durchgeführt werden müsste. (…) Darin stehen Dinge wie ein ständiges Umsiedlungsprogramm, die Öffnung legaler Migrationsrouten, gemeinsame (…) Migrationsprogramme mit afrikanischen Ländern, die Einführung eines neuen, sogenannten humanitären Visums, die Einbeziehung der NGOs in die Prüfung von Visa – überhaupt: Rechte, Befugnisse an jene Organisationen abgeben, die im Übrigen von George Soros finanziert werden.

Das sind also die Vorschläge. Die Wegnahme des Grenzschutzes von den Mitgliedsstaaten und seine Übergabe in die Hände von Frontex, wo man gar nicht mehr von Grenzschutz spricht, sondern – die Wörter besitzen eine Bedeutung! – (…) von «Grenzmanagement». Also das Wort «Grenzschutz» bedeutet , das man eine Grenze schützt, und «Grenzmanagement» bedeutet, dass es dort ein irgendetwas gibt, dessen Überquerung auf irgendeine Weise erledigt werden muss.

Viktor Orbans Regierung war die erste in Europa, die aus dem Pakt ausstieg. Inzwischen sind ihr weitere gefolgt. Foto: picture alliance / REUTERS

Kampf zweier Welten

In dieser Woche hat eine amerikanische Journalistin muslimischer Herkunft niedergeschrieben, dass es ein offenes Geheimnis ist (…), dass zum Beispiel in Amerika die Demonstrationen gegen den [von Trump unterstützten]Kandidaten [Brett Kavanaugh] zum Obersten Gerichtshof vor der Richterwahl von den von Soros unterstützten Organisationen organisiert, gesteuert, koordiniert wurden. Anscheinend funktioniert dies in Europa auf die gleiche Weise.

Orban: Auch das kann man langsam als ein offenes Geheimnis bezeichnen. (…) Wir erinnern uns nicht mehr daran, weil so vieles geschieht, doch vor einigen Jahren wussten nur sehr wenige, was für ein starkes Netzwerk George Soros in Ungarn, in Mitteleuropa, in Brüssel und auch in Amerika mit vielen Millionen oder Milliarden Dollar betreibt. Das war damals ein verborgenes Netzwerk, das stärker unter dem Wasser wirkte – wie im Wasserball: oben lächeln wir, und unten treten wir uns. Das war auch ihre Taktik. (…)

Die Wahrheit ist die, dass mit Volldampf Ansiedlungsprogramme fabriziert werden.

Gegen verborgene Netzwerke kann man nur sehr schwer kämpfen, jetzt befinden sie sich aber schon draußen im Sonnenlicht. (…) Jedoch finde ich es am spannendsten, dass diese Schlacht auch in Amerika läuft. Denn es gibt den Kampf zwischen der Kraftgruppe des amerikanischen Präsidenten und der Soros’schen Seite auch in Amerika, was für uns Ungarn, die wir auf nationaler Grundlage stehen, schwer zu verstehen ist.

Wenn wir hinter die Ereignisse blicken, dann können wir sehen, dass die eine Kraft, die sich um den amerikanischen Präsidenten konzentriert, deutlich erkennbar zu den Grundlagen der amerikanischen nationalen Interessen zurückkehren will und parallel dazu anerkennen möchte, dass auch andere Nationen das Recht besitzen, ihr Leben, so wie sie wollen, ihrem eigenen Geschmack entsprechend zu organisieren und ihre Interessen zu vertreten. Ihnen gegenüber stehen in Amerika und überall die großen Soros’schen Netzwerke, die wir als Globalisten zu bezeichnen pflegen, und sie wollen anstatt der Vereinbarungen, der Verträge der Nationen, eine Weltregierung.

Wir glauben daran – wir stehen auf der nationalen Seite –, dass die Welt dann gut funktioniert, wenn sie unter Nationen aufgeteilt ist, wenn die Nationen gewählte Politiker besitzen und diese die Interessen ihrer eigenen Nation vertreten, miteinander Vereinbarungen treffen und die Dinge der Welt auf diese Weise erledigen. Die Globalisten glauben, dass es gut sei, wenn es eine Weltregierung, irgendwo ein Kraftzentrum, gibt, die von dort aus den Nationalstaaten obligatorisch vorschreibt, was gemacht werden muss. Das ist der Gedanke der Weltregierung. (…)

Wühlarbeit der Soros-Netzwerke

Aber hier geht es doch nicht nur um (…) von George Soros unterstützte Organisationen, sondern darum, dass wir sehen, wie diese unterstützten Leute auch in internationale Organisationen integriert werden. Zum Beispiel sehen wir, (…) dass jetzt ein albanischer Rechtsanwalt Mitglied des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte geworden ist, der, obwohl er über keine Praxis als Richter verfügt, ausgewählt wurde – und es hat sich herausgestellt, dass er früher bei einer Stiftung von George Soros gearbeitet hat. Das Gleiche können wir in der UNO sehen, nicht wahr? Der Migrationspakt versucht, genau die gleiche globalistische Denkweise zu vertreten.

Orban: Diese Netzwerke, wie auch das von George Soros, besitzen einige Schwächen, doch sie verfügen auch über einige Wettbewerbsvorteile. Ihre Schwäche ist natürlich, dass, wenn man sie plötzlich benennt und man sich im Namen des Volkes gegen sie zu verteidigen beginnt – denn wir sind ja gewählte führende Politiker, es ist also unsere Aufgabe, die Interessen der Menschen zu vertreten –, dann stellt sich heraus, dass sie niemand ermächtigt hat, und in dieser Diskussion stehen sie auf verlorenem Posten. (…)

Ende des Auszugs. Vollständig lesen Sie das Interview mit Viktor Orban in COMPACT 12/2018 – hier bestellen

_ Das Interview wurde am 12. Oktober 2018 live in der Sendung «Guten Morgen Ungarn» [«Jó reggelt, Magyarország!»] von «Radio Kossuth» ausgestrahlt. Überschriften und Kürzungen von COMPACT.

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