Schulz weg vom Fenster – und Merkel? In der CDU regt sich Widerstand +++ Umfrage

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Die Ressortverteilung zugunsten der SPD lässt plötzlich treue Union-Politiker gegen die CDU-Chefin aufmucken. Die Frage nach Merkels Nachfolge wird hörbar.

Es gibt auch gute Nachrichten: Schulz wird nicht Außenminister.

 

martin schulz

Ob es zur Rettung der Groko gereicht, sei dahingestellt. Juso-Chef Kevin Kühnert hält an seiner Anti-Groko-Kampagne fest. Der einzige besänftigende Faktor dürfte sein, dass sich die SPD in den Verhandlungen Schlüsselressorts gesichert hat.

Genau dies kommt innerhalb der Union jedoch gar nicht gut an. „Die Ressortverteilung war ein politischer Fehler“, zitiert Bild-Online Christian von Stetten (CDU), Chef des Parlamentskreises Mittelstand. Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Carsten Linnemann sehe in der Vereinbarung den „Anfang vom Ende der Volkspartei CDU“. Und der Berliner Wirtschaftspolitiker Christian Gräff fordere eine „inhaltliche und personelle Erneuerung der Bundespartei“.

Selbst Schoßhündchen Norbert Röttgen wagt leise Kritik: „Die CDU ist damit innerhalb des Regierungsapparats strukturell geschwächt und verliert an Einfluss“, wird er zitiert. „Einfaches Abnicken wird bestimmt nicht stattfinden“, drohe ihrerseits die CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel vom konservativen „Berliner Kreis“ hinsichtlich des nächsten Parteitags.

Der Chef der Jungen Union, Paul Ziemiak, sagte im Deutschlandfunk, die Unzufriedenheit angesichts der Ressortverteilung in der Partei sei „sehr groß“. Er verlangte von Merkel „ein Zeichen der Erneuerung. Wir haben nicht mehr viel Zeit.“

Und noch jemand meldete sich zu Wort. Merkels ins politische Exil verschwundener Kontrahent, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz, sagte Bild: „Wenn die CDU diese Demütigung auch noch hinnimmt, dann hat sie sich selbst aufgegeben.“

Nach mehr als einem Jahrzehnt der personellen Stagnation, wird die Debatte um eine Merkel-Nachfolge plötzlich hörbar. So forderten laut die Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch und Kai Wegner die CDU auf, sich auf die Zeit nach der Ära Merkel einzustellen. „Wir müssen uns in der CDU schon jetzt überlegen, wie wir uns ohne Merkel personell neu aufstellen“, sagte Willsch der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe).

Wegner erklärte: „Es rumort mächtig in der CDU.“ 

wegner

Die Sachsen-CDU hatte schon im Oktober auf einer Krisen-Konferenz gegen die Kanzlerin geschossen. Die Union sei unter Merkel „zur Linkspartei mutiert“ hieß es da. Die Bundes-CDU kümmere sich „nicht mehr um die deutschen Bürger, sondern um Griechenland, Asylbewerber und Minderheiten“. Merkel agiere „selbstherrlich“.

Das Rautenweib hatte seinerseits noch Ende November darauf beharrt, im Falle von Neuwahlen wieder antreten zu wollen. Wir warten gespannt auf das Ergebnis des Mitgliederentscheids der SPD-Basis und hoffen, die Groko-Gegner beobachten die Auszählung.

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Merkel muss weg! Wir schaffen das!

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Katja Wolters ist bekennende Lipstick-Feministin, selbstbewusst und betont weiblich zugleich. Die zweifache Mutter und freie Journalistin lebte lange in England. Die Abwesenheit schärfte ihren Blick auf die Heimat. Denkverbote kennt sie nicht, Probleme nennt sie sofort beim Namen. Dafür lieben wir sie.

 

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