Russlands Technobomber SU-57 mischt jetzt in Syrien mit

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Moskaus modernster Düsenjäger befindet sich seit letzter Woche in Nähe des Kampfgebietes. Spezialgebiet: elektronische Kriegsführung.

Russlands Verteidigungsministerium hat vier seiner hochentwickeltesten Kampfjets nach Syrien verlegt. Insidern zufolge sollen die hochmodernen Düsenjäger des Modells Sukhoi PAK FA T-50 (Su-57) in der Region in kampfähnlichen Situationen ihre Radartechnologien sowie Fähigkeiten zur elektronischen Kriegsführung austesten.

Die Flieger befinden sich seit letzter Woche auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim bei Latakia. Während israelische Satellitenaufnahmen die Aufstellung bestätigten, verweigert Moskau bislang jeden Kommentar.

su-57 russland kampfjet

Die Verlagerung der vier Su-57 geschah rund zwei Wochen, nachdem Luftangriffe der Amerikaner im Osten Syriens auf Anhänger der syrischen Regierung 100 Russen getötet hatten. Moskau besteht darauf, dass es sich bei den Opfern nicht um Militärpersonal gehandelt habe.

Putins Superwaffen

Das US-Techportal The Drive mutmaßt:

„Falls der Kreml die Su-57 nach Syrien verlegt hat, könnte es die Situation verschärfen, da amerikanische Piloten (…) über keine wirkliche Erfahrung verfügen, wie ihre Sensoren auf das russische Fluggerät reagieren, welche Kampfbefähigungen die Jäger haben und welche Bedrohung sie darstellen.“

Der US-Militärgeheim­dienst Defense Intelligence Agency bilanzierte im Herbst 2017: „Russlands Streitkräfte werden immer mobiler, sie harmonieren besser und sind in der Lage, die moderne Kriegsführung in vollem Umfang auszuführen.“ COMPACT stellt Putins Superwaffen in der aktuellen Märzausgabe Patriot Putin – Partner für Europa vor, darunter auch seine hochmodernen EMP-Waffen.

EMP steht für elektromagnetischer Im­puls, dem König der elektronischen Kriegsführung. Eine damit bestückte Rakete kommt etwa 200 bis 300 Meter über der Position des Feindes zur Explosion. Jede höher ent­wickelte Technologie innerhalb des betrof­fenen Gebietes wird unbrauchbar gemacht – in einem Radius von 3,5 Kilometern fal­len Computer, Radar, Kommunikationssys­teme und sogar Lenkwaffen blitzartig aus. Tatsache ist, dass russische Kampfflugzeuge damals ohne Beschuss den hochmodernen US-Zerstörer «Donald Cook» vollkommen kampf- und manövrierunfähig machten. Der Schock war so traumatisch, dass anschließend 27 Navy-Offiziere ihre Kündigung einreichten. Weiterlesen in COMPACT-Magazin.

Kampf um Luftraum

Auf SputnikNews erläutert ein russischer Militärexperte, die Verlegung der Su-57-Maschinen könne mehrere Gründe haben, darunter das Erfassen taktisch-technischer Daten, wie die Ortungsweite von tatsächlichen Zielen: „Zu diesen Zielen gehören die in der Region agierenden Jagdflugzeuge der westlichen Koalition, vor allem die F-22-Maschinen der US-Luftwaffe und die F-35-Flugzeuge, die in den Dienst der israelischen Luftwaffe genommen wurden.“

The Drive:

„Jetzt müssen wir abwarten, wie Russland die Präsenz seiner Su-57s in Syrien publik machen und ob es versuchen wird, Luftraum herauszufordern, den US-Kampfbomber patrouillieren, und zwar die F-22 Raptors. Und ja, dieser Plotaufbau klingt exakt so, als wäre er einem irgendwie weithergeholten Militärtechno-Thrillerroman entnommen.“

Da irren die Kalifornier. Wenn überhaupt, entspringt der „Plot“ dem Regime-Change-Drehbuch der USA und seiner zionistischen und sunnitischen Verbündeten. Darin folgt ein blutiges Kapitel dem anderen.

Am Dienstag meldet der Chef der Kontrollzone 3 in Ost-Ghuta, General Viktor Pankow, dass Terroristen den humanitären Korridor vom belagerten Ost-Ghuta nach Damaskus beschießen, so dass sie das umkämpfte Gebiet nicht verlassen können. Moskau hatte einer Feuerpause von 9 bis 14 Uhr zugestimmt, damit die Zivilisten in Sicherheit aus der von Dschihadisten belagerten Stadt fliehen können.

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Über den Autor

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Max Z. Kowalsky, Jahrgang 1979, bestreitet sein Dasein als Privatdozent im schönen Genf. Seit 2015 schreibt der studierte Slavist für COMPACT.

 

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