Auch Mainstreamer und postnationale Untertanen müssen zugeben: Alternative Medien wie COMPACT bringen wieder Leben in die totlangweiligen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt.

    Das glauben Sie nicht? Dann sagen Sie uns: Haben Sie über das Leipziger Literatur-Event in den letzten Tagen irgendwas gelesen, das nicht mit COMPACT oder Antaios zu tun hatte? Hat denn irgendeine Neuerscheinung der Mainstreamverlage für Schlagzeilen gsorgt?… Oder wissen Sie, wer dieses Jahr den Leipziger Literaturpreis der Leipziger Buchmesse gewann? Nein? Sehen Sie…

    Die COMPACT-Veranstaltungen hingegen waren überlaufen, trieben hirntote Antifanten zu Protest-Aktiönchen und zwangen konformistische Journalisten zur neidvollen Berichterstattung. Eben weil COMPACT frischen Wind ins literarisch-politische Schlaflabor brachte. Dass konformistische Berichterstatter mit den üblichen Schemata und Schlagwörtern ragierten, erregt weniger Zorn als Mitleid. Hier einige Beispiele, wo uns die Autoren besonders leid taten:

    Ein Gratis-Journalist der Huffington Post (die bekanntlich keine Honorare zahlt) bewarb sich mit einer COMPACT-Dämonisierung bei potentiellen Arbeitgebern der Mainstreamkonzerne: „Wie die Neue Rechte auf der Leipziger Buchmesse vom Regimesturz träumt“. Soviel muss schon sein, wenn man über ein Gespräch zwischen COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer und Antaios-Verleger Götz Kubitschek berichtet.

    Ja, der Widerstand habe es vom „Brauhauskeller“ (originelle Gleichsetzung mit Hitler. Gähn…) bis in die bürgerliche Mitte geschafft. Wie, das schockt Sie nicht? Dann warnt der Gratisjournalist Sie gleich nochmal: Es sei bei der Debatte „von Anfang an um den Regimesturz, der wohl undemokratischsten und brutalsten Form der politischen Veränderung“ gegangen. (Fettbuchstaben im Original, Anm.)

    Dabei fiel ihm jedoch auf, dass beide Diskutanten unterschiedliche Vorstellungen von so einem “Regimeputsch” hätten: Elsässer wolle eine Verbindung von Politik und Straße à la Bosbach meets Bachmann, während Kubitschek auf das bürgerliche Milieu ziele, dort eine Niveauerhebnung und eine Bekenntnislust zur AfD fördern wolle. Wie schrecklich. Wie undemokratisch.

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    Auch der Tagesspiegel musste zähneknirschend den Erfolg von COMPACT konstatieren: Ja, viele Leute „drängeln sich (…) bei ,Compact’, dem Magazin des Rechtspopulisten Jürgen Elsässer. Es liegen Aufkleber aus, auf denen ,Fremd im eigenen Land’ steht oder die Angela Merkel mit Kopftuch zeigen.“

    Die Süddeutsche Zeitung interviewte den Chef der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, über die Präsenz des COMPACT-Magazins. Der vertrat den demokratischen Standpunkt, jede Stimme solle gehört werden. Das konnte die Interviewerin natürlich so nicht stehen lassen und kreierte deshalb einen Subtext: Oliver Zilles „Wortwahl ist bedacht und zuweilen distanziert. Doch der Ton seiner Stimme verrät, dass ihm das schwerfällt.“ Vor allem der Interviewerin dürfte Zilles Neutralität schwergefallen sein.

    Besonders frustrierend war die Buchmesse offenbar für die Junge Welt. Die überspielte ihre ideologische Pleite, in dem sie COMPACT beschimpfte (“Gift-und-Galle-Geschreibsel”)und sich dem trostlosen Verlage-gegen-Rechts-Gelaber zuwandte. So wolle der linke Argument-Verlag “die Buchbranche aus ihrer unpolitischen Lethargie reißen”. Viel Spaß. COMPACT macht das schon lange.

    Auch die TAZ ließ bevorzugt die Gegner von Elsässer und Kubitschek zu Wort kommen: Darunter die Linksfraktion mit ihrer Forderung nach Zensur. Auch durfte die linksradikalen Gruppe the future is unwritten kundtun, dass man die Meinungsfreiheit bei sexistischer und rechter Ideologie brechen müsse. Wenigstens forderte das Bündnis „Verlage gegen Rechts“ keine Bücherverbrennung, sondern propagierte stattdessen „Meinungsfreiheit nutzen, Rechten widersprechen“.

    Dazu können wir nur erwidern: Ja, widersprecht uns. Am besten, wenn wir dabei sind, in einer offenen Diskussion. Jederzeit.

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