Angeblich leben 799 sogenannte Gefährder hierzulande. Macht aber nix: Wenn der Steuerdepp schon neben Vielfachleistungsabzockern und Polizistenverprüglern Bin Ladens Leibwächter und somalische Piraten durchfüttert, dann auch deren Fans. Und die Kinder von Terroristen.

    Es ist zwar schleierhaft, aus welchem Fundus sich das ZDF gestern Abend bediente, aber wenn das Heute Journal diese Zahl vorkaut, wird sie der Michel schon schlucken. „Das sind 799 Menschen, denen die Sicherheitsbehörden einen Terrorakt zutrauen“, konkretisierte Christian Sievers. Brisanter aber: Der Verfassungsschutz warne derzeit zunehmend „vor Kindern, die in den IS-Gebieten in Syrien und im Irak radikalisiert wurden und nun nach Deutschland kommen“.

    Mehr als 200 Frauen aus dieser Republik schlossen sich in den vergangenen Jahren dem IS in Syrien und im Irak an. Bereits knapp ein Viertel von ihnen brachte ihre Brut heim ins Reich, wo Milch und Honig selbst für brutalste Verbrecher fließen, nachdem ihre Terror-Galane die Kurve kratzen mussten und als Ernährer nicht mehr zur Verfügung stehen. Und deren Kinder – den Hass auf den Westen mit der Muttermilch aufgesogen, aufgewachsen im Schreckensregime, einer Gehirnwäsche unterzogen – könnten laut Terrorexperte Rolf Tophoven „in Deutschland zur Gefahr werden“, wie er im Gespräch mit FOCUS Online gesteht.

    Hans-Georg Maaßen befürchtet gar, diese Kinder könnten Aufträge haben, Anschläge zu begehen. Bei den Jungen und Mädchen könne es sich um „lebende Zeitbomben“ handeln, so der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Doch nur herein mit ihnen. Vielleicht nehmen sie sich den bombastischen Goldjungen zum Vorbild, der im zarten Alter von zwölf Jahren Ende November das erste Mal den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt in die Luft jagen wollte und dennoch nicht einkassiert wurde.

    COMPACT Magazin berichtet regelmäßig über die täglichen „Einzelfälle“.

    Er bekam eine zweite Chance. Die sah er am 5. Dezember gekommen. Dumm für ihn: Der Zünder funktionierte auch diesmal nicht; da müssen seine Bosse vom IS nochmal ´ne Schippe auflegen bei ihren Konstruktionsanleitungen. Deutschland jedenfalls blieb von Lichterketten und aus verstaubten Schubladen hervor gesuchten Betroffenheitsschablonen der für diesen Murks Verantwortlichen aus Berlin-Mitte verschont.

    Dabei hatte der in Deutschland geborene Sohn irakischer Eltern, der sein Attentat per Video ankündigte, ursprünglich eine Kirche als Anschlagsort im Visier gehabt. Und den Pfarrer, um ihm in IS-Manier die Kehle durchzuschneiden, wie er vor einem Monat im Wiener Terrorprozess aussagte. Dort saß sein IS-Guru (19) auf der Anklagebank. Der hatte ihn auf seinem Weg zum Ort des ersehnten Horrors via Smartphone angespornt. Vielleicht hat der Satellit über seinem Haupt versagt, so dass die der Weihnachtsmarktbesucher auf ihren Schultern blieben.

    Kann sich aber rasch ändern. Denn Jürgen May, Leiter des Jugendamtes Ludwigshafen, hat für strafunmündige Kinder wie das Ludwigshafener Terror-Blag trotz der „vorliegenden Informationen über dessen Gefährlichkeit keine Rahmenbedingungen“, um sie oder ihn wegzusperren. Über 100 Einrichtungen lehnten eine Betreuung aus Sicherheitsgründen ab. Deshalb lebe der Bengel jetzt versteckt irgendwo in Rheinland-Pfalz, rund um die Uhr pädagogisch und psychotherapeutisch betreut und bewacht, lässt man den vor Neid ob solcher Investitionen erblassenden Zuschauer wissen. „Mehrere 100.000 Euro pro Jahr“ kostet der verhinderte Mörder-Jüngling die hoch verschuldete Stadt, rechnet Cornelia Reifenberg (CDU), dortige Jugenddezernentin, vor.

    Die rheinland-pfälzische Familienministerin hatte zwar im vergangenen August eine gezielte Unterbringung solcher Kinder versprochen. Jetzt ließ Anne Spiegel aber wissen: „Einen konkreten Träger gibt es noch nicht … auch bundesweit gibt es keine speziellen Plätze.“ Und das, obwohl davon auszugehen sei, dies werde „kein Einzelfall bleiben in Deutschland“, wie Dr. Marwan Abou Tamm, Terrorismusexperte des LKA Rheinland-Pfalz, warnt. Denn Kinder würden „zunehmend entdeckt von Terrororganisationen – eine neuartige Herausforderung. Darauf muss man entsprechend reagieren.“

    COMPACT warnte schon frühzeitig vor dem Bürgerkrieg – hier ein Cover aus dem Jahr 2015.

    Immerhin mache die Resozialisierung des Terrorlümmels vom Ludwigshafener Weihnachtsmarkt Fortschritte, so die frohe Botschaft. Kostet ja auch genug; da darf man das schon mal erwarten. Dennoch könne niemand wissen, welche Gefahr noch immer von ihm ausgeht. Oder von den Kindern der heimgekehrten Deutsch-Türkin Sibel H. aus Hessen. Oder von denen der Konvertitin Sabine S. aus Baden-Württemberg. Etwa 80 deutsche Islamisten, darunter viele Frauen und kleine Kinder, sollen derzeit noch in Nordsyrien und im Irak inhaftiert sein.

    Andere Terror-Gespielinnen wie Linda W. aus Sachsen oder Lamia K. aus Mannheim wurden zwar vor Ort zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Sie aber dürften demnächst ebenso wie die beiden erwähnten Dschihadistinnen ihre Überstellung aus der irakischen Haft nach Deutschland bejubeln. Schließlich genießt diese Republik den Ruf, Furz und Feuerstein zu alimentieren. Da hat man dann dorten ein paar Mäuler weniger zu stopfen.

    Und eine Festnahme müssen sie ebenfalls nicht befürchten. Da keine Haftbefehle vorlagen, hatte das BKA auch keine Handhabe. Die hatte die Bundesanwaltschaft, die gegen die beiden Islamistinnen ermittelte, zwar beantragt. Sie wurden indes vom Bundesgerichtshof verweigert mit der Begründung, eine konkrete Terrormitgliedschaft oder Unterstützung sei nicht bewiesen.

    Aus dessen Sicht bestehe nämlich zwischen den IS-Männern und den IS-Frauen ein signifikanter Unterschied. Sagen wir´s drastisch: Erstere köpfen, foltern, vergewaltigen, versklaven und morden; Zweitgenannte regenerieren die Vernichtungskraft ihrer Kerle durch ein „gemütliches“ Heim, gebären die nächste Generation von Terroristen, versorgen sie und den Haushalt. Und das sei nun mal nicht strafbar. Das sei keine explizite Terrorunterstützung. Punkt.

    Statt Haftbefehl also gibt’s den Hartz-IV-Bescheid, den Nachweis über die bezahlte Butze, die Abrechnung fürs Kindergeld, den Alleinerziehenden-Bonus. Und viele Euros, um mit kostspieligen Pädagogen, Soziologen und Psychologen den Hass und die antrainierte Gewalt aus den Köpfen ihrer Kinder zu therapieren, die dennoch im Dunstkreis ihrer IS-gesinnten Mütter verbleiben. Da darf man nicht so kleinlich sein und sich etwa vor tickenden Zeitbomben fürchten – gern auch mit Nägeln gefüllt. Könnten von der Sorte sein, mit denen man den Politikern das Brett vor´n Kopf getackert hat …

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