„Qualitätspresse“ verbreitet Verschwörungstheorie zu Robert F. Kennedys Ermordung

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Die Ermordung von Robert F. Kennedy jährt sich heute zum 50. Male und ist weiterhin ungeklärt. Der Dramatiker Rolf Hochhuth erklärte im COMPACT-Interview, dass der Senator mithilfe des Geheimdienstes liquidiert worden sei. „Qualitätsmedien“ wie die FAZ halten dagegen an der Einzeltäter-Theorie fest – obwohl die Indizien das Gegenteil nahelegen. Eine Komödie der deutschen Konformistenpresse.

Der New Yorker Senator Robert F. Kennedy, Bruder des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, setzte sich für Bürgerrechte ein, stand auf gegen den Vietnamkrieg und strebte das Präsidentenamt an. Am 06.Juni 1968, kurz nach einer Rede im Ballsaal des Hotels Ambassador (Los Angeles) wurde er angeschossen. Am Tag darauf erlag er seinen Verwundungen. Im Interview mit COMPACT 5/2018 beschuldigt Rolf Hochhuth die Geheimdienste des Mitwirkens an dem Attentat.

Hochhuth:

„Wie sonst wäre zu erklären, dass die USA, im Besitz der zwei bedeutendsten Geheimdienste FBI und CIA, auch nach Jahrzehnten im Ernst behaupten, zwei namenlose Spinner – keinem von ihnen ist ein Motiv zu unterstellen – seien die Mörder gewesen? Zwei junge Männer, die erst unmittelbar vor den Mordanschlägen dort platziert wurden!

Wie könnte Robert Kennedys Mörder gewusst haben, dass der nach seiner Rede durch die Küche (!) des Hotels abgeht, und er sich deshalb dort zum Schuss hinstellte – den Abgang können doch nur Kennedys sogenannte Bodyguards gekannt haben? Und der tragische Vater – nachweislich hat er gesagt: «Sie werden Bob ebenso ermorden, wie sie John ermordet haben!»

Dagegen wurde in den USA das Spottwort: «Verschwörungstheoretiker» in die Welt gesetzt, um jeden lächerlich zu machen, der eine andere Mordversion auszusprechen riskiert als die offizielle. Nachweislich wurden Zeugen ermordet – doch keiner dieser Morde aufgeklärt. Natürlich hat noch nie ein Staat gemordet, bevor er einen Ahnungslosen irgendwohin stellte, um ihn dann als «Täter» auszuschreien. Immer leicht zu machen, nach der Erfahrung: Diktatur – Einheitspartei; Demokratie – Einheitspresse.“

 

Sirhan B. Sirhan. Foto: California Department of Corrections – California Department of Corrections photographic records.

Die heutige FAZ führt in einem Bericht ebenfalls Belege dafür an, dass die offizielle Version eines Einzeltäters nicht stimmen kann, aber lehnt zugleich alternierende Deutungen wie die von Hochhuth ab. Warum? Weil es nicht sein darf. Fassen wir zusammen:

Als angeblicher Einzeltäter wurde der 24-jährige palästinensische Migrant Sirhan Bishara Sirhan erst zum Tod in der Gaskammer, später zu lebenslanger Haft verurteilt. Seinen bislang letzten Begnadigungsappell zur vorzeitigen Entlassung lehnte man vor zwei Jahren ab. Auch Anträge zur Neuaufrollung des Verfahrens fanden kein Gehör. Aber selbst der älteste Sohn des Ermorderten, Robert F. Kennedy Jr., besucht den verurteilten Sirhan regelmäßig im Gefängnis und hält ihn nicht für den Mörder seines Vaters. Da müssen gute Gründe vorliegen.

Tun sie auch. Zunächst einmal: Was ist mit einem Schuldgeständnis anzufangen, bei dem der Angeklagte zugleich behauptet, er erinnere sich an nichts mehr. Woher weiß er von seiner Täterschaft, wenn er zur Zeit des Attentats einen Blackout hatte?

Außerdem drang laut Obduktion die tödliche Kugel von HINTEN in Kennedys Schädel. Aber Sirhan stand zu diesem Zeitpunkt nachweislich VOR ihm. Die tödliche Kugel müsste also um die Ecke geflogen sein…

Weitere Fragen tun sich auf: Wie konnte ein Augenzeuge von 13 Schüssen reden, wenn Sirhans Knarre aber nur Platz für acht Patronen hatte? Das spräche für die Existenz eines zweiten Schützen, der anschließend durch die am Saal angrenzende Hotelküche geflüchtet sein könnte. Ebenso gibt der Jubel einer unbekannten Frau, die aus besagter Küche eilte und rief: „Wir haben ihn erschossen!“, ein Rätsel auf: Das Wort „Wir“ meint bekanntlich mehr als einen.

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Noch bizarrer: Das Los Angeles Police Department sicherte nach dem Attentat nicht den Tatort, untersuchte die Anwesenden nicht nach Waffen, befragte keine Augenzeugen und vernichtete Beweismaterial noch vor dem Prozessbeginn… Wie praktisch! Deshalb konnte die FAZ, die über all diese Details berichtet, zuletzt die Polzei und ihre Arbeitsweise dafür beschuldigen, dass weiterhin Verschwörungstheorien über den Mord an Robert F. Kennedy in Umlauf seien und dass viele US-Bürger „immer noch“ annehmen würden, dass der Senator „eher vom amerikanischen Geheimdienst beseitigt worden sei, als dass ihn ein Einzeltäter erschoss.“

Klar, weniger „schlampige“ Polizeiarbeit hätte den Widerspruch mit der Kugel, die um die Ecke flog oder die differierende Patronenkapazität der angeblichen Mordwaffe sicher zufriedenstellend geklärt. Wäre gar kein Problem gewesen… Wenn das keine Verschwörungstheorie ist…

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