Privilegiert: Die Macchiato-Generation und die sophistische Öko-Bewegung und ihr Bio-Diktat

13

Arm sein und Klima schützen, das ist in etwa so wie ein Sozialhilfe-Empfänger, dem man empfiehlt, im Bio-Laden seine Lebensmittel einzukaufen oder ihm zumutet, morgens eine Stunde mit der S-Bahn zum Sozial- oder Arbeitsamt zu fahren. Dort holt er seine Stütze, um sich hernach im Supermarkt mit Hühnerschenkeln in der Großverpackung und Billighack einzudecken. 

Es gehört zu den Binsenweisheiten, dass Menschen mit gutem Einkommen privilegiert sind und es ihnen erheblich leichter fällt, ökologisch bewusst zu leben – ohne Unterstützung des Staates, versteht sich. Immer, wenn ich es mit den selbstgefälligen Lifestyle-Ökos zu tun habe, die glauben, mit ihrem Bio-Gedöns könnten sie die Welt retten, ballt sich in meinem Magen die Faust. Stets suchen sie die Diskussion oder gar den Streit, wenn man nicht genau nach ihren Vorstellungen lebt.

 

ÖKO-DIKTATUR IM DOPPELPACK:  COMPACT-Magazin 3/2019 mit Titelthema „Kein Volk. Kein Recht. Kein Diesel“ plus COMPACT-Spezial „Nie wieder Grüne“. Statt 14,30 nur 9,95 Euro! Nicht verpassen!

Das von den Grünen militant vertretene ökologische Leben ist sozusagen das Projekt für Besserverdiener, besseres Gewissen eingeschlossen. Ein Blick auf die Macchiato-Generation mit hohem Einkommen lohnt sich. Deren Verbrauch von Strom, Heizung oder Benzin steigt exponentiell, den sie gleichzeitig mit vielerlei Argumenten als nachhaltig-schonende Lebensweise verkaufen. Sie kaufen Autos, die vermeintlich effizienter, aber doppelt so groß sind wie jene zwanzig Jahre alten Dieselschleudern, die ein Geringverdiener aus dritter Hand erworben hat. Sie sparen im Verhältnis zu den anderen kleinen Krücken ein, die sich mit ihnen durch den Verkehr quälen.

Seien wir ehrlich: Arme können sich einen nachhaltigeren Lebensstil, zum Beispiel mit energieeffizienten Geräten, gar nicht leisten. Oft genug werden gerade von Gutverdienern die teuren Stromsparer oder Spritverbraucher auch noch von der Steuer abgesetzt. Das sozialromantische Geschwätz über den sparsamen Umgang mit wertvollen Ressourcen findet sein jähes Ende an der Gemüsetheke des anspruchsvollen Veganers.

Während der militante Öko-Freak mit einem Monatseinkommen jenseits von 6.000 Euro beim Bio-Markt seines Vertrauens Papaya aus Mexiko, Zucchini und Auberginen aus Italien und ein paar Mangos von den Philippinen ersteht und anschließend mit Bananen, Avocados und Litschies aus Mittelamerika für seinen ausgeglichenen Vitaminhaushalt sorgt, muss sich die Rentnerin mit monatlichen 350 Euro an der Tafel mit gerade noch Genießbarem eindecken. Dass der Öko-Gourmet dagegen in Kauf nimmt, dass seine exotischen Früchte auf einem Diesel-Frachter 10.000 Seemeilen zurückgelegt haben, tut nichts zur Sache, wenn es um die gepflegte Gesundheit geht.

Die grüne Öko-Diktatur | Foto: Master1305, Shutterstock.com

Da man heute in der individualisierten Welt auch etwas Besonderes sein will, kauft der umweltbewusste Grüne eben seine Steaks vom Angusrind aus Schottland, das sich von gesundem Gras auf der Weide ernährt und nicht von irgendeiner Kuh, die aus der Massenproduktion stammt. Sodann ersteht er noch ein Kilo Bio-Getreide, schrotet seine Backmischung in seiner elektrischen Energiesparmühle, um in seiner Luxus-Brotbackmaschine das maximale Öko-Feeling beim Frühstück auszukosten.

Es beißt die Maus den Faden nicht ab: Bio-Lebensmittel sind im Schnitt 70 Prozent teurer als konventionelle, wenn man sie mit gleichwertigen Markensegmenten vergleicht. Auch wenn uns von der Lebensmittelindustrie gesponserte Ernährungswissenschaftler, Politiker und Vertreter gesunder Ernährung weiß machen wollen, man könne sehr gut mit einem Sozialhilfe-Budget zur nachhaltigen Schonung unserer Umwelt beitragen: Diese Personen haben nie mit 300 Euro auskommen müssen.

Verfechter ökologischer Lebensweise erkaufen sich gutes Gewissen

Unsere Industrie sorgt schon dafür, dass die Verfechter der ökologischen Lebensweise ausreichend Gelegenheit dazu haben, sich ein gutes Gewissen kaufen zu können, um anschließend den renitenten Armen zu beweisen, dass man auch mit dem Fahrrad die Arbeitsstelle erreichen kann. Selbstredend werden deren Kinder allmorgendlich in der Kita oder in der Schule mit dem SUV abgeliefert, während der Papa aus der „Unterschicht“ mit gutem Beispiel voranstrampeln soll.

Den Alltag nachhaltig gestalten, das ist das Ziel der „open minded people“ mit Hang zum ökologischen Diktat, das sie dem Rest der Welt oktroyieren. Mit Verve trennen sie ihren Müll, der auf den Deponien wieder munter zusammengemischt wird. Noch umweltfreundlicher sind die Millionen von ausrangierten Kühlschränken, Computern, Waschmaschinen oder Fernseher, die von Müllmännern sachgerecht entsorgt, anschließend in Bremerhaven mit Containern nach Afrika geschippert werden. Zwar ist der Grüne hoch sensibilisiert, wenn es darum geht, seinen stromfressenden Kühlschrank durch einen neuen mit Super-Ökosiegel zu ersetzen. Doch gleichzeitig beschwert er sich darüber, dass währenddessen die Afrikaner im Elektroschrott ersaufen.

Kein Volk. Kein Recht. Kein Diesel: COMPACT 3/2019

Mit dem Ökoterror der Grünen kommt die Deindustriealisierung Deutschlands. Die März-Ausgabe von COMPACT-Magazin wirkt auf Grüne wie Knoblauch auf Vampire: Abschreckung pur. Besonders das Cover wird die ehemalige Umweltpartei nicht ruhen lassen. Sie werden ihre Anwälte nach Verbotsgründen suchen lassen – logisch. Denn verbieten ist ja das Einzige, was Ihnen Spaß macht. Eben den werden wir ihnen vermiesen. Von daher: Verpassen Sie keinesfalls diese wichtige Ausgabe – auch dann nicht, wenn Sie unterwegs sind. Besorgen Sie sich doch einfach Ihren Digitalpass!

Erstaunliches ergibt eine Analyse eines Soziologen aus Hamburg. Sie zeigt auf, dass die ökologisch unbedenklich lebende Spezies der Grünen meist auch der Gattung „Gutmensch“ angehört, die keine Ahnung hat, dass es Rentner und Hartz-IV-Empfänger gibt, die Junkfood aus der Chemieküche kaufen müssen, um über die Runden zu kommen. Die gleiche Klientel liebt auch schwarze Kinder mit großen Kulleraugen, kauft nichtsdestoweniger ihre Delikatessen vorzugsweise im Feinkostgeschäft, das 17 Kilometer entfernt in einem anderen Stadtteil domiziliert. Dort ersteht sie unter anderem teuren Salat mit Unbedenklichkeitszertifikat. Hoch lebe die Macchiato-Generation, die sich Öko leisten kann – und grün wählt.

Der Krieg der Grünen – Bomben für den Islam“

Brandneu und brandheiß: Unser neues COMPACT Spezial 21, das sich mit den Widersprüchlichkeiten und den Widersinnigkeiten der einstigen Öko-Partei Die Grünen befasst, die sich zunehmend und unverhohlener als Gesinnungsterrortruppe aufspielt und mit ihren Verboten und Doktrin Deutschland den Todesstoß versetzt. Unsere Themen unter anderem:

Jugoslawien 1999: Der erste Krieg der Grünen – völkerrechtswidrig!
KZs im Kosovo: Wie Joschka Fischer auf dem Balkan sein Auschwitz erfand
Kriegslügen: Fiktive Massaker, Massengräber, Völkermorde
Grüner Dschihad: Libyen, Syrien, Afghanistan – Immer für die Gotteskrieger

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

13 Kommentare

  1. Avatar

    Wenn die Grünen nicht auch zu den Vorreitrn derjenigen gehörten, die die Hausfrau abgeschafft haben, könnten wir wirkliche Ökoartikel aus dem eigenen Garten essen, die Kinder, zu hause erzogen, brauchten nicht x-mal am Tag irgendwohin gebracht werden und wenn es genug Arbeitsplätze übers ganze Land verteilt gäbe wären die Armen nicht auch noch genötigt in die teure Stadt zu ziehen, sondern könnten auf dem Land leben, wo man auch ohne Urlaubsreisen gute Luft hat! Generationen unserer Vorfahren konnten auch gut damit leben, das Grünzeug nur zur passenden Jahreszeit zu haben oder einzumachen und Exotisches nicht mögen zu müssen! DAS darf man einem Grünen aber auch nicht erzählen, dann ist man unaufgeschlossen oder gleich Nazi!
    Die Grünen sind die Partei der Besserverdienenden – das habe ich schon vor längerer Zeit festgestellt!

  2. Avatar

    Man hätte schon gerne Fleisch ohne Antibiotika Stresshormon; dass schlimmste viele "Lebensmittel" werden vorsätzlich vergiftet.

  3. Avatar
    HERBERT WEISS am

    Das war echt gut auf den Punkt gebracht! Viele dieser grünen Gutmenschen können sich nicht in die Lage der kleinen Leute versetzen, die jeden Cent dreimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben. Nur zu gern würde ich im Ökoladen einkaufen oder den größten Teil meines Eigenbedarfes selbst – chemiefrei versteht sich – anbauen, wenn es denn ginge.

    Der Verkehr in den Ballungszentren ist allerdings eine Kategorie für sich. Stau, Stress und Parkplatznot – es ist einfach gruselig. Wer sich hier ohne echte Notwendigkeit ins Auto setzt, anstatt die S-Bahn oder etwas ähnliches zu benutzen, kann nicht ganz dicht sein.

  4. Avatar

    Natürlich ist das ganze Bio-Bio-Gewichse nur Augenwäscherei, ein Versuch das eigene Gewissen zu beruhigen, um sich mit der Ursache nicht befassen zu müssen. Natürlich geht eine Vervierfachung der Erd-Bevölkerung innerhalb nur eines Menschenalters nicht spurlos am Planeten vorüber. Nur stellt die Erkenntnis dieser Ursache ja auch die eigene Existenz und die des geliebten Nachwuchses in Frage. Das ist nicht zu ertragen und so exculpiert man sich mit Müsli-Fressen statt Fleischkonsum.

  5. Avatar
    Sachsendreier am

    Leute, super Artikel! Besser geht es nicht, um die Denk- und Handlungsweise überspannter gut situierter Welt-Retter zu beschreiben.
    Übrigens, der "letzte Schrei" des Klima-Wahns ist das "Fasten für das Klima", was in einem Kirchen-Sprengel der Nord-Kirche als diesjähriger Fasten-Slogan gilt. Bitte lest selbst im NDR-Blog nach. Ich glaubte zuerst an einen Faschingsscherz, aber die meinen es wohl ernst. Ich würde diesen Pfaffenseelen mal ordentlich ins Gewissen reden, was eigentlich ihre Aufgabe ist – nämlich die Verbreitung von Gottes Wort. Hoffentlich finden sich dort auch etliche so denkende Kirchensteuerzahler in Form lautstarker Kritiker. Oder sogar bissig ironische, die andeuten, dass das Ableben in kollektiver Runde nach dem gemeinsamen Abendmahl mit allen Slogan-Befürwortern noch besser fürs Klima wäre, weil der Mensch an sich die größte Belastung darstellt für unsere Mutter Erde, also auch für das "arme Weltklima". MfG

  6. Avatar

    Faschingsdienatag – Abend und das Forum verödet,sowohl auf der Angebots- wie auch der Rezeptionsseite. Selbst die sonst dauerpräsenten Schablonenschwätzer glänzen durch Abwesenheit.

  7. Avatar
    heidi heidegger am

    "Die gleiche Klientel liebt auch schwarze Kinder mit großen Kulleraugen.."

    und die heimischen Kinder mit Augen so klein wie Micro-Nebelscheinwerfer werden von Ersatzlehrern ohne Quali heute abend auf Vox 22:35 unterrichtet! achach..

    -> Die Vertretungslehrerin – mit Franziska van Almfic äh -sick ( Prominente wechseln kurzfristig den Beruf und werden Lehrer. Dabei geht es nicht um Mathematik oder Erdkunde, sondern um Gedöns (anm. hh))

    • Avatar
      heidi heidegger am

      zum Thema: Unwort der letzten und nächsten dekade -> ²BAUGRUPPE

      *suche baugruppe forum*: @Gabi, Hamburg bekam nix ab im 30jährigen Krieg und Waffengeschäfte mit allen! Seiten machte damals deine Stadt schweinderlreich. Also bitte ziehe mit mimimir und @LISALUXI bloss in keine Baugruppe nicht, sondern in die lecker-HufeeisenMietskaserne..LOL

      –Die Hufeisensiedlung im Berliner Ortsteil Britz ist eine Siedlung des sozialen Wohnungsbaus und seit 2008 UNESCO-Welterbe–

      ² xxx, 1971 in Ulm geboren, wohnt um die Ecke, da, wo ihre Romane spielen: in einem Baugruppenprojekt, einer gewollten Idylle, die sich Gleichgesinnte nach langen Diskussionen geschaffen haben. Aber sie hat ein Problem mit dieser Idylle..quelle: dschungelwelt

  8. Avatar
    DerGallier am

    Einfach herrlich und zutreffend beschrieben, die ökologische Sause, das große Fressen einer abgehobenen, weltfremden Lifestyle-Öko Community, die dann noch zum Eisessen, natürlich aus Plastikbechern mittels Plastiklöffel "energiebewusst" um die halbe Welt nach Kalifornien fliegt.

    Dem Volk in Anlehnung an das mit Wasser verdünnte Getränk der alten Römer Essig predigen, selbst aber Nobelwein und Schampus saufen.

  9. Avatar

    "Privilegiert: Die Macchiato-Generation und die sophistische Öko-Bewegung und ihr Bio-Diktat"

    Was sollen diese hochtrabenden italienisch-griechischen Überschriften hier in letzter Zeit? Kann man nicht auf gut deutsch auch schreiben:

    "Bevorrechtigt: Die fleckige Altersgruppe, die weisheitswillige Haushalts-Bewegung und ihre Lebensvorgabe"?

    Dann verstehen das auch wir Milchkaffetrinker!

    • Avatar
      heidi heidegger am

      ämm, bitte das *oder* durch *und* zu ersetzen, dankschön+servus! 😕

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel