Polizist im Interview: „Die bayerischen Grenzen sind nach wie vor offen wie ein Scheunentor“

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Richard Graupner ist einer der Spitzenkandidaten der AfD für die Landtagswahl am 14. Oktober und Unterstützer des Grenzschutz-Volksbegehrens. Der mutige Polizeibeamte (im aktiven Dienst) gehört zu den Referenten auf unserer großen Grenzschutz-Konferenz am 29. September in München. Außer ihm werden der Staatsrechtler K.A. Schachtschneider, der Bestsellerautor Gerhard Wisnewski, der Grenzschutz-Aktivist Martin Sellner, der britische Islam-Kritiker Tommy Robinson, ein Vertreter des italienischen Innenministers Matteo Salvini und COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer sprechen. Über 400 Besucher haben sich schon angemeldet, etwa 100 Plätze sind noch frei. Hier können Sie noch eine Karte zur Grenzschutz-Konferenz erwerben.

Herr Graupner, was machen Sie heute bei der Polizei, und wie war Ihre Laufbahn in der Polizei?

Nach meiner Ausbildung war ich zunächst viele Jahre im klassischen Streifendienst tätig. Man ist dort in erster Linie Schutzmann, ein leider aus der Mode gekommener Begriff. Die tägliche Konfrontation mit allen Facetten des Lebens war dabei durchaus prägend für mich. Nach einem Studium zum Dipl.-Verwaltungswirt wechselte ich dann zur Kripo, wo ich lange Zeit im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität ermittelt habe. Zurzeit leite ich eine Fahndungseinheit der Autobahnpolizei, also das was man allgemein unter Schleierfahndung versteht.

Richard Graupner. Foto: privat

Was gab den Ausschlag, dass Sie sich der AfD angeschlossen haben?

Ich bin schon lange politisch engagiert, war langjähriges Mitglied der Republikaner und bin seit 1990 ehrenamtlicher Stadtrat in Schweinfurt. Ob Europolitik, Preisgabe eines souveränen deutschen Nationalstaats oder unkontrollierte Zuwanderung, die Fehlentwicklungen in der Politik haben sich schon lange abgezeichnet. Eine ernstzunehmende politische Alternative gab es nicht. Die Gründung der AfD im Jahr 2013 war daher ein Segen für Deutschland. Dort haben sich Menschen unterschiedlicher politischer Prägung zusammengefunden. Eine freiheitliche, patriotische Kraft, die sich eine Politik zum Wohle des deutschen Volkes auf die Fahnen geschrieben hat.

Wie erleben Sie als Polizist die Verschlechterung der Sicherheitslage?

Ich muss mich natürlich mit innerdienstlichen Erkenntnissen zurückhalten. Aber es ist kein Geheimnis, dass bereits die EU-Osterweiterung zu einer deutlichen Verschlechterung der Sicherheitslage geführt hat. Wenn rumänische Einbrecherbanden quasi als EU-Inländer in Deutschland agieren können, erschwert das natürlich ein konsequentes Vorgehen und aufenthaltsbeendende Maßnahmen. Das Fass zum Überlaufen brachte aber zweifellos das Jahr 2015. Illegale Einwanderer sind bereits jetzt überproportional zu ihrem Anteil an der Bevölkerung in der Kriminalstatistik vertreten, insbesondere auch bei schweren Gewaltverbrechen. Hier bildet sich eine soziale Unterschicht von Menschen fremder kultureller Prägung heraus, die ein erhebliches Problem für die Sicherheit im Land darstellen.

Ministerpräsident Markus Söder hat versprochen, die Grenzen und den Freistaat sicherer zu machen. Wie beurteilen Sie das Ergebnis?

Der von der CSU versprochene Grenzschutz ist eine Wählertäuschung ersten Ranges. Die bereits existierenden Fahndungsdienststellen wurden einfach in Grenzpolizei umbenannt und den Bürgern wird Grenzschutz lediglich vorgegaukelt – ein Etikettenschwindel. Die Dienststellen betreiben nach wie vor Schleierfahndung in Grenznähe, durchaus professionell und erfolgreich, aber echte Grenzkontrollen finden eben nicht statt. Die bayerischen Grenzen sind nach wie vor offen wie ein Scheunentor und niemand weiß, wer da mit welchen Absichten zu uns ins Land kommt.

COMPACT-Grenzschutzkonferenz am 29.9. in München: Der britische Islamkritiker Tommy Robinson (gerade aus der Haft entlassen!) ist anwesend! Weitere Infos und Anmeldung: Auf das Bild klicken

Wie ist die Stimmung unter den Kollegen? Werden Sie als AfD-Landtagskandidat im Kollegenkreis unterstützt, ignoriert oder angefeindet?

Zu meinen Kollegen habe ich ausnahmslos ein kameradschaftliches Verhältnis, da kann ich mich nicht beschweren. Mein politisches Engagement ist natürlich kein Geheimnis, aber im Dienst sind politische Diskussionen tabu. Tauscht man sich allerdings privat aus, so erfahre ich durchaus viel Zustimmung. Die Kollegen haben nicht vergessen, dass die Polizei im Jahr 2015 bereit stand, die Grenzen zu schützen. Die Politik in Form von Frau Merkel hat damals anders entschieden. Die Folgen dieses Regierungsversagens müssen die Kollegen aber jeden Tag auf der Straße ausbaden.

Das Grenzschutz-Volksbegehren will Ernst machen mit den Zielen, die Seehofer und Söder versprochen und dann verraten haben. Denken Sie, die Bevölkerung wird mitziehen?

Die Bayerncover-Ausgabe zum Start des bayerischen Grenzschutz-Volksbegehrens.

Alle Umfragen zeigen, dass sich eine Mehrheit der Deutschen einen effektiven Grenzschutz wünscht. Wenn das Volksbegehren eine genügend weite Verbreitung findet, räume ich ihm daher sehr gute Chancen ein. Ich kann nur jedem raten, das Volksbegehren zu unterstützen und die in der bayerischen Verfassung verankerte Volkssouveränität mit Leben zu erfüllen. Wenn die Regierenden die Bürger nicht schützen, müssen die Bürger die Regierenden eben dazu zwingen.

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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