Pfeift der Hamburger Verfassungsschutz die Antifa zurück?

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Eine Pressemitteilung weist auf mögliche „Solidarisierungseffekte“ mit Antifa-Opfern hin.

Der angekündigten Staatssubvention für strauchelnde Zeitungsorgane offenbar Vorschub leistend, versucht sich die Hamburger Morgenpost am Montag in Hetze gegen Teilnehmer der dortigen Merkel-muss-weg-Demos – Titelzeile: „Verbindung zu Rechtsextremen – Verfassungsschutz warnt vor Anti-Merkel-Demo“

Nun sollen regierungskritische Versammlungen in Buntland ja seit jeher von Nazis und Rechtsextremen durchsetzt sein – herrje: selbst an der Tafel Essen hat die Antifa schon welche ausgemacht! Dennoch ist die der Morgenpost als Vorlage dienende Pressemitteilung des Hamburger Verfassungsschutzes ausgesprochen lesenswert.

Hinter der gewählten Überschrift „Rechtsextremisten zielen auf unzufriedene, politisch enttäuschte Bürger“, finden sich nämlich u.a. folgende zwei Erkenntnisse:

„Berührungsängste mit Rechtsextremisten gibt es bei den Versammlungsteilnehmern bisher nicht – insofern ist davon auszugehen, dass die auch die nicht-extremistischen Teilnehmer wissen, mit wem sie in der City demonstrieren.“ [sic]

Meiner Treu! Haben Onkel Bruno und Tante Käthe in Hamburg etwa schon dermaßen die Schnauze voll vom Merkelismus, dass es ihnen inzwischen Schnuppe ist, neben Menschen zu stehen, die aus dem „Türsteher- und Althooligan-Milieu“ stammen, wie die sogenannten rechtsextremistischen Strukturen konkretisiert werden? Das würde die gute alte Strategie der eingeschleusten Provokateure ja geradezu obsolet machen!

Der zweite bemerkenswerte Punkt bezieht sich auf den Anschlag der Antifa auf die Familie der Erstorganisatorin Uta Ogilvie. Die als „Sachbeschädigung“ verklärten Angriffe, so die Autoren,…

„…könnten einen Solidarisierungseffekt zwischen rechtskonservativ-bürgerlichen, subkulturell rechten und rechtsextremistischen Demonstrationsteilnehmern bewirken; (…) Insofern könnten diese Straftaten mit dazu beitragen, dass sich die Montags-Szene verfestigt und umso mehr in der Öffentlichkeit mit weiteren Versammlungen die eigenen Interessen vertritt. So wird bereits in sozialen Netzwerken versucht, eine von einer Sachbeschädigung betroffene Anmelderin als eine Art Märtyrerin aufzubauen.“

Man könnte meinen, hier wird die Antifa nahezu zurückgepfiffen, damit sie mit ihrem Terror keine schlafenden Hunde wachrüttelt. Wer des Nachts Kinderzimmerfenster einschmeißt, 78-jährige Demonstranten angreift und Steine in Versammlungen wirft, während die Polizei nur daneben stehen darf, erweist dem Ziel der Protesteindämmung wohl bisweilen einen Bärendienst – und lenkt die Aufmerksamkeit früher oder später auf die schützende Hand der Politik.

Merkel muss weg! Heute, Montag, 19 Uhr, Gänsemarkt, Hamburg (auf dem Platz Höhe Nr. 36)

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Über den Autor

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Max Z. Kowalsky, Jahrgang 1979, bestreitet sein Dasein als Privatdozent im schönen Genf. Seit 2015 schreibt der studierte Slavist für COMPACT.

 

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