Père Fournier, Retter der Dornenkrone Christi und ein Ritter unserer Zeit

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Ein Militärgeistlicher ist schon seit Jahren Frankreichs Held – er bewies jetzt erneut seinen Mut im Notre-Dame-Inferno

 _von Sven Reuth

 Als zu Beginn der Karwoche die Kathedrale Notre-Dame in Flammen stand, stürmte der Militärgeistliche und Feuerwehrmann Jean-Marc Fournier in das Innere der Kirche, um eine der wichtigsten Reliquien der Christenheit zu retten. Es handelt sich um die Sainte Couronne, die Dornenkrone, die Jesus Christus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll.

Die Reliquie hat eine abenteuerliche Geschichte hinter sich. Sie soll von Helena, der Mutter des römischen Kaisers Konstantin, um das Jahr 325 in dem Grab von Jesus Christus entdeckt worden sein, das sie damals im Zuge einer Forschungsreise nach Palästina entdeckt haben soll. Helena war damals schon 76 Jahre alt, sie wird in der orthodoxen und katholischen Kirche als Heilige verehrt.

Die Dornenkrone schickte sie nach Byzanz zu ihrem Sohn Konstantin, der in die Geschichte einging als der Kaiser, der das Christentum im Römischen Reich faktisch zur Staatsreligion erhob, sich selbst aber erst auf dem Totenbett taufen ließ.

Die Reliquie blieb fast ein Jahrtausend in Ostrom, bis der französische König Ludwig IX. der Heilige sie im Jahr 1238 dem in akuter Finanznot befindlichen lateinischen Kaiser Balduin II. für eine astronomische Summe abkaufte. Ludwig der Heilige war einer der bedeutenden europäischen Monarchen des Mittelalters, der wegen seines asketischen und frommen Lebensstils auch als Mönchskönig bezeichnet wurde. Ludwig nahm die Dornenkrone in der kleinen Gemeinde Villeneuve-l’Archevêque in der Bourgogne selbst in Empfang, von wo aus er und sein Bruder sie barfuß und im Büßergewand in das beinahe 150 Kilometer entfernte Paris brachten. Als Aufbewahrungsort für die Reliquie ließ der König die Sainte-Chapelle in der französischen Hauptstadt bauen, die als weiteres Meisterwerk der französischen Gotik gilt.

Der letzte Ritter

Dort blieb die Krone für mehr als 500 Jahre, bis sie während der Französischen Revolution aus Sicherheitsgründen in den Vatikan gebracht wurde. Nach der Revolution wurde sie erst in der französischen Nationalbibliothek aufbewahrt, bis Napoleon Bonaparte sie zu seinen Kaiserzeiten der Kathedrale Notre-Dame übergab.

 

Es gibt keinen Beweis für ihre Echtheit, doch viele Generationen von Gläubigen haben vor ihr gebetet und sie verehrt, schon deshalb ist sie von einer Aura umgeben.

Vater Fournier hat – genau wie die Reliquie, die er rettete – eine abenteuerliche Geschichte hinter sich. Er geriet am 18. August 2008 als Militärgeistlicher in Afghanistan in einen Hinterhalt der Taliban. Zehn französische Fallschirmjäger fielen an diesem Tag, denen Jean-Marc Fournier noch Beistand leisten konnte.

Er zählte auch zu den ersten Personen, die am 13. November 2015 nach den Terroranschlägen islamistischer Attentäter im Pariser Konzertsaal Bataclan, in dem an diesem Abend 90 Menschen ermordet wurden, eintrafen und erste Hilfe leisteten.

Der Brand der Kathedrale Notre-Dame zum Beginn der Karwoche war ein fast apokalyptisch anmutendes Zeichen, die Rettungstat von Jean-Marc Fournier und seinen Männern zeigt aber auch, dass es noch Europäer gibt, die in der besten Tradition der mittelalterlichen Ritter stehen.

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16 Kommentare

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      Sachsendreier am

      Finde ich absolut nicht. Und ich denke, man muss gar nicht gläubig sein, um über den Verlust historischer Zeugnisse, in diesem Fall enorme Schäden des Kircheninventars und Gebäudes durch den großen Brand, traurig zu sein.
      Ich empfinde große Hochachtung für den persönlichen Einsatz dieses Mannes und vieler seiner Kollegen. Er ist auf jeden Fall ein Held der Jetztzeit und würdig, mit den Feuerwehrmännern verglichen zu werden, die beim Anschlag 9/11 Enormes leisteten.
      Ich mag es nicht erklären – doch für mich ist der Brand von Notre-Dame ein bedrückendes Ereignis und ein sehr übles Omen. MfG

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    Dornenkronen und Holzsplitter vom Kreuz gibt es in rauhen Mengen, man könnte die Sahara damit zupflastern

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    Er ist ein Held so wie viele von uns auch. Lasst uns gegen die moslem Invasion der Türken vorgehen.

    Seit 2015 sind so viele Moslem Türken rein es ist einfach nicht mehr möglich.

    In Istanbul vor allem in Stadien sind immer so hübsche Frauen ohne Kopftuch, ich versteh es nicht warum Erdoğan alle mit Kopftuch zu uns geschickt hat.

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      heidi heidegger am

      gut. aber Polo-Hemd geht ja mal gar nicht. Hier, in Östreich jibbet seit Jänner 2018 (proFferd dot at) eine Polizei-Reiterstaffel mit Hammer-Uniformen. Für die Ausbildung von Pferden und Reitern in der Theresianischen Militärakademie in Wr. Neustadt wird Obstlt. Roland Pulsinger zuständig sein.

      Ausbildungsleiter: Revierinspektor Patrick Urregg, Abteilungsinspektorin Birgit Reiter, Bundesheer-Oberstleutnant Roland Pulsinger, Innenministeriums-Generalsekretär Peter Goldgruber und Inspektorin Tamara Putzl..

      quelle: www dot propferd dot at (Das sind die ersten berittenen Polizisten Österreichs)

      insb. Goldgräber hat ne Fantasie-uniform, dass es nur so kracht, hihi..

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    Archangela Gabriele am

    Wow!

    Die Dornenkrone, die Jesus bei seiner Auferstehung liegen ließ und die Helena, die Mutter Konstantins, mitsamt dem verschollenen Grab über 300 Jahre später wiederentdeckte.

    Ein Wunder, dass sie nicht verbrannt ist.

    Da muss Gott höchstselbst in Gestalt des europäischen Ritters Jean-Marc Fournier eingegriffen haben.

    Obwohl, derzeit sind noch ca. 700 weitere Dornen aus dieser Krone im Umlauf, so sagt Wikipedia.

    Ein Schelm, wer dabei an Betrug denken mag.

    Aber, so lange die Leute dafür zahlen…

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    Benjamin Mouton, ehemaliger Chefarchitekt der Kathedrale von Notre Dame, hat in einem Fernsehinterview im US-Fernsehen (Quelle) gesagt, dass der Brand von Notre Dame kein Unfall gewesen sein kann. Das Feuer sei entgegen der Behauptungen der Mainstream-Medien nicht dort ausgebrochen, wo die Renovierungsarbeiten beginnen sollten.

    Zudem hatten die Renovierungsarbeiten noch gar nicht begonnen, bestätigte ebenfalls der aktuelle Chefarchitekt von Notre Dame und Architekt der Historischen Monumente in Frankreich, Francois Chatillon. Deswegen hätten auch keine Schweißarbeiten oder andere Arbeiten stattgefunden, die ein Feuer hätten auslösen können. Lediglich das Gerüst sei aufgebaut worden. Die Arbeiter, die sich in der Kathedrale befunden hätten, seien zudem bereits vor Ausbruch des Feuers nicht mehr in dem Gebäude gewesen.

    Der Brandschutz (Feuermelder, Rauchmelder) in der Kathedrale sei auf allerhöchstem Niveau und entspreche den neusten Standards, so Mouton. Der Gebrauch von elektrischen Geräten sei ohnehin im Dachstuhl untersagt. Die Sicherheitsvorschriften zum Gebrauch von Feuer und Chemikalien waren außerdem vorher extrem verschärft worden. Der Brand konnte auch nicht von einem elektrischen Kurzschluss ausgehen. Zudem wurde das Dach 24 Stunden überwacht. In der Kathedrale waren zwei Feuerwehrleute rund um die Uhr anwesend, so Mouton weiter.

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      Die Feuerwehr soll bereits nach dem ersten Feueralarm um 18:20 Uhr eingetroffen sein. Zu diesem Zeitpunkt war aber noch kein Feuer sichtbar. Dennoch begann die Feuerwehr mit der Evakuierung der Kathedrale. Erst ab 18:50 Uhr wurde Rauch sichtbar, der aus dem Dach der Notre Dame aufstieg. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der zweite Feueralarm ausgelöst (der erste ging um 18:20 Uhr los).

      Mouton bestätigte die Aussagen anderer Dombaumeister und Experten alter Gebäude: Eichenholz, das über 800 Jahre alt ist, ist nur sehr schwer entflammbar, da es mit der Zeit zu versteinern beginnt. Der Dachstuhl habe nur durch den Einsatz von Brandbeschleunigern derart lichterloh brennen und das Feuer sich so rasend schnell ausbreiten können. Ein weiterer Hinweis dafür, dass Brandbeschleuniger im Dachstuhl verwendet worden seien, sei die schnelle Ausbreitung des Feuers in alle Richtungen des Dachs, entgegen der Windrichtung. Auch dies sei vollkommen unmöglich, erst recht mit 800 Jahre altem, nahezu versteinertem Eichenholz, so Mouton.

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        Es sei daher vollkommen ausgeschlossen, dass dieses Feuer durch einen Unfall entstanden ist und sich so schnell verbreitet hat, so Mouton.

        Wer also hat den Brand der Notre Dame in Auftrag gegeben? Wer hat ein Interesse daran, diese Kirche in der Osterwoche anzuzünden und warum? Diesen Fragen nachzugehen und Beweise zu finden, wird sehr schwer sein. Denn wie bei 9/11 werden die Drahtzieher alles daran setzen, dass die Wahrheit niemals ans Licht kommt.

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        Danke. Habs kopiert fuers Archiv. Die Quelle wird nur als Wort "Quelle" angezeigt.

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    Lisje Türelüre aus der Klappergasse am

    Wenn die Reliquie 1000 Jahre in Ostrom, also Byzanz oder Konstantinopel verblieb, dann war der dort herrschende Kaiser Balduin II ein orthodoxer Kaiser. (Lateinisch ist der Westen).

    Danke für den Bericht!

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    Ich war mal im ශ්‍රී දළදා මාළිගාව und wollte den Eckzahn sehen. Der ist aber wahrscheinlich nur eine Attrappe und er wird auch nur dreimal am Tag rausgeholt. Zwei Stunden wollte ich nicht warten. Die gleiche Odyssee wie mit der Dornenkrone: Erst nach Dantapuri, dann Kalinga und schließlich Sri Lanka. Dort waren Anuradhapura, Polonnaruwa und Dambadeniya die Stationen. Ab 1592 Kandy. Die Attrappe ist natürlich auch heilig, weil sie ein Ebenbild des Originals ist.

    Nach dem Brand in der Kirche gehört die Dornenkrone nach Ostrom zurück, finde ich. Der Themenpark "Il Fantastico Mondo del Fantastico" nahe dem "Centro Commerciale Roma Est" (A24, Abfahrt Ponte di Nona) ist ideal gelegen. Man könnte auch eine Wanderausstellung für mehrere Reliquien organisieren. Rom, Europa und die ganze Welt!

    32 * 108 * 132

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      heidi heidegger am

      Wenn das Hermann Hesse wüsste! Dir lege ich ne Lutherbibel unter die 20 Matratzen+ zwanzig Eiderdaunendecken. Es ist übrigens ein polit. incorrect-sexistisch-lesbisches Märchen. Ja-weil die Prinzessin schläft auf etwas Hartem und moppert deshalb..naajaa..*grummel*

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