Partys statt Kraftwerke – Malaysia erhebt Anklage gegen 17 Mitarbeiter von Goldman Sachs

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In Kuala Lumpur macht man jetzt ernst: Tommy Thomas, der Generalstaatsanwalt des Landes, will die 6,5 Milliarden US-Dollar zurückholen, um die der malaysische Staat von Mitarbeitern der Investmentbank aus Manhattan erleichtert wurde.

Pünktlich zum 150. Geburtstag sieht sich Goldman Sachs (GS) mit einem neuerlichen riesigen Skandal konfrontiert. Es geht um einen Betrugsfall, mit dem das südostasiatische Land Malaysia über den im Jahr 2008 gegründeten malaysischen Staatsfonds 1MDB um einen hohen Milliardenbetrag gebracht wurde.

Im Zentrum der kriminellen Machenschaften stand der junge malaysische Finanzinvestor Jho Low, der ab 2009 als Berater des Staatsfonds agierte. Schon während seiner Zeit auf dem Eliteinternat Harrow School in London kam er mit Riza Aziz, dem Schwiegersohn des von 2009 bis 2018 regierenden malaysischen Premierministers Najib Razak in Kontakt, was ihm den Weg in die innersten Machtzirkel seines Landes ebnete. Seine Betrügereien hätte er aber ohne die Hilfe des hochrangigen Goldman Sachs-Mitarbeiter Tim Leissner nicht durchziehen können.

Die Zentrale in New York schritt viel zu spät ein

Die Südostasien-Abteilung der Investmentbank unter Leissners Leitung kümmerte sich darum, drei Anleihen des Skandalfonds 1MDB auf den Finanzmarkt zu bringen, mit denen 6,5 Milliarden US-Dollar eingesammelt wurden, vorgeblich zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten. Die „Goldmänner“ wurden dafür mit außergewöhnlich hohen Gebühren von 600 Millionen US-Dollar fürstlich entlohnt.

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Ein Großteil der eingenommenen Gelder wurde nie ihrer Bestimmung zugeführt, sondern auf Konten der Schweizer Bank BSI abgezweigt und dann veruntreut. Die Banca della Svizzera Italiana war die älteste Bank im Kanton Tessin, verlor später wegen der Malaysia-Geschäfte ihre Lizenz und wurde im Jahr 2016 mit der Züricher Privatbank EFG zwangsfusioniert. In New York hätte Goldman Sachs nach Auffassung von Beobachtern die Machenschaften der eigenen Südostasienabteilung schon früh stoppen müssen.

Die Financial Times schätzte die 1MDB-Emissionen beispielsweise in einem Artikel aus dem Jahr 2012 (One puzzle wrapped up in another) als dubios ein und fragte sich, warum die Papiere ausgerechnet an dem unbedeutenden und vor allem weitgehend unregulierten Finanzplatz Labuan – einer Insel acht Kilometer vor der Küste Borneos – herausgebracht wurden. Doch solche Unregelmäßigkeiten wurden wohl bewusst ignoriert.

Jho Low machte sich in den USA einen Namen als Jet-Set-Milliardär, der bei rauschenden Partys mit dem Geld nur so um sich warf und sich mit Showstars wie Paris Hilton, Britney Spears oder Kim Kardashian umgab. Das ging so lange gut, bis der Skandalfonds 1MDB im Jahr 2015 endgültig in Schieflage geriet. Low tauchte noch rechtzeitig unter und wird heute von Interpol gesucht, Leissner steht mittlerweile vor Gericht.

Generalstaatsanwalt droht mit Gefängnisstrafen

Die Machenschaften, die in den vergangenen Jahren ans Licht kamen, empörten den großen alten Mann der malaysischen Politik, Mahatir Mohamad, so stark, dass er im Jahr 2016 im Alter von über 90 Jahren die Regierungspartei UMNO (United Malays National Organisation) verließ und sich an die Spitze des Oppositionsbündnisses Pakatan Harapan („Allianz der Hoffnung“) setzte. Mahatir war 22 Jahre lang von 1981 bis 2003 Premierminister Malaysias und profilierte sich hier als Fürsprecher eines eigenen ostasiatischen Weges, der auf „asiatischen Werten“ ruhen sollte.

Der vorerst letzte Akt des 1MDB-Dramas wurde eingeleitet, als bei den malaysischen Parlamentswahlen am 9. Mai 2018 die „Allianz der Hoffnung“ einen klaren Wahlsieg verbuchen konnte. Malaysia erlebt seitdem eine politische Stunde Null, manche Beobachter sprechen gar von einer „zweiten Unabhängigkeitserklärung“.

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Höchste Priorität für die Regierung besitzt die Aufklärung des Korruptionsskandals, der Malaysia um einen Großteil seiner finanziellen Reserven gebracht hat. Der langjährige frühere Ministerpräsident Najib Razak steht seit Anfang April dieses Jahres wegen der Veruntreuung von Hunderten von Millionen Dollar vor Gericht. Der malaysische Finanzminister Lim Guan Eng hat die New Yorker Investmentbank dazu aufgefordert, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die gesamte Summe der durch die Anleihen eingenommenen Gelder sowie die Gebühren zurückzuzahlen.

Auch der malaysische Generalstaatsanwalt Tommy Thomas, der als erster Christ in der Landesgeschichte dieses Amt ausübt, ist nun aktiv geworden. Ende vergangener Woche wurde Anklage gegen 17 Mitarbeiter der Investmentbank Goldman Sachs erhoben, und zwar gegen Mitarbeiter der drei Tochtergesellschaften Sachs International, Goldman Sachs Asia LLC und die Niederlassung der Investmentbank in Singapur. Thomas beruft sich auf den malaysischen Capital Markets and Services Act und droht den Betroffenen mit Strafzahlungen sowie mitunter auch mit Gefängnisstrafen.

Goldman Sachs zeigt sich weiter völlig uneinsichtig und insistiert weiterhin auf seiner Unschuld, was dem Ruf des Instituts in der Region nicht gerade zuträglich sein dürfte.

 

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3 Kommentare

  1. Avatar

    Manche haben so viel Knete, daß sie nicht wissen, wohin sie damit sollen. Und andere, es werden immer mehr, haben am 20ten des Monats nichts mehr im Kühlschrank. Verrückt!

    Diese Nummer mit den Leerverkäufen jedenfalls,.. ganz großes Kino. Glaubt doch kein Mensch mehr, daß eine "Bank" wie GS einschreiten würde, wenn da noch mehr Knete, egal wie, gescheffelt wurde.

    Diese Leute lecken sich doch alle gegenseitig die Hintern. Wer will da noch rauskriegen, woher die ganze Schei*e kommt?

  2. Avatar
    Sag die Wahrheit am

    Zum Glück ist die Schweizer-Alice nicht mehr bei diesem Verein und rettet jetzt den deutschen Steuerzahler.

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