Orbán trommelt zum Widerstand gegen die EU – „Homo Sovieticus wird Homo Brusselicus“

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In seiner Rede zur Gedenkfeier des ungarischen Volksaufstands von 1956 rief Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán zum geschlossenen Widerstand gegen die neue Sowjetherrschaft auf, die EU. Die sei ein „finanzielles Spekulanten-Imperium“. Zentraleuropa erklärte er zur „migrantenfreien Zone“. Dessen Völker müssten sich vereinen.

“Wenn Freiheit und nationale Unabhängigkeit verloren gehen“, so Orbán am Montag in Budapest, „dann werden auch wir verloren sein“.
„Sowjetische Herrschaft warf uns in einen geschichtsbefreiten Raum; sie wollte unsere Vergangenheit zerstören und unsere Kultur“, sagte Orbán. Der Ministerpräsident mahnte, „nationales Andenken“ sei die „stärkste Waffe“, um eine Wiederholung des physischen und intellektuellen Terrors vorbeugen zu können, dem Ungarn während der Sowjetherrschaft unterworfen war.
Die Rede fand vor dem 2002 eröffneten Haus des Terrors statt – zugleich eine Gedenkstätte und ein Museum, das an Faschismus und Sowjetsozialismus erinnert. Es vergegenwärtige die Welt, dass die Sehnsucht der Ungarn nach Freiheit nicht zu unterdrücken sei.
Hinsichtlich der gescheiterten Revolution vom 23.10.1956 sagte Orbán, dass Westeuropa diese Geschehnisse „vielleicht bewundern, jedoch nicht verstehen“ konnte. „Sie konnten nicht begreifen, dass wir auf unsere Kultur und unsere Lebensart bis zum Ende bestehen, dass wir uns nicht in irgendjemandes Schmelztiegel vermengen“. Der 54-Jährige fügte hinzu: Wir möchten, dass sie respektieren, wer und was wir sind.“
Orbán: „In Brüssel verstehen sie uns heute nicht, weil sie Ungarn in jenen Tagen ebenfalls nicht verstehen konnten.“ Europa sei aus der Bahn geraten und finde sich auf den Weg in eine Sackgasse wieder. Die EU und viele ihrer Mitgliedstaaten seien „Geiseln eines finanziellen Spekulanten-Imperiums“.

„Homo Sovieticus wird Homo Brusselicus“

Im 20. Jahrhundert sei Ungemach in Form „militanter Imperien“ erschienen. Heute würden sich Imperien im Schatten der Globalisierung erheben, so Orbán. „Sie haben keine Grenzen, aber verfügen über ein globales Mediennetzwerk, so wie sie über zehntausende Menschen verfügen, die bezahlt werden, um ihnen zu dienen. Sie agieren schnell, sind stark und brutal.“
„Nun, nach drei Jahrzehnten, ist alles, was wir als ungarische Lebensart betrachten, erneut bedroht“, mahnte Orbán. „Nachdem wir 1990 die Freiheit erlangten, sind wir erneut an einem Wendepunkt in der Geschichte unseres Landes angelangt.“
„Wir wollten glauben, dass die alten Sorgen nicht zurückkehren könnten“, so Orbán. „Wir wollten glauben, dass der Traum der Kommunisten uns in einen Homo Sovieticus zu verwandeln niemals wieder auftauchen könnte. Doch nun sind wir überwältigt zu sehen, wie die Kräfte der Globalisierung vor unserer Tür Ausschau halten, um uns Ungarn in einen Homo Brusselicus umzuformen.“
Was die Einwanderung betrifft, so sagte Orbán, das „finanzielle Spekulanten-Imperium“ habe die „Invasion neuer Migranten“ nach Europa gebracht. Sie seien es gewesen, die den Plan, Europa in einen „gemischten Kontinent“ zu transformieren, zusammengestellt hätten. Zentraleuropa stünde nun im Fokus des Kampf um die Freiheit Europas, da es eine „migrantenfreie Zone“ auf dem Kontinent sei.

Vereint gegen die Globalistendiktatur

„Wir möchten ein sicheres, gerechtes, bürgerliches, christliches und freies Europa“, plädierte der Ministerpräsident. Fortan seien alle Wahlen in Europa von „ausschlaggebender“ Bedeutung. Die Europäer seien nun gefragt zu entscheiden, „ob sie die politische Kontrolle über ihre nationalen Angelegenheiten von Europäischen Bürokraten, die eng mit Wirtschaftseliten verbunden sind, zurück nehmen“.
„Noch denken viele, das sei unmöglich“, sagte er. Doch 1956, 1988 und 2010 hätten die Menschen auch nicht an die Möglichkeit eines Wandels geglaubt. Orbán beharrte darauf, dass „Migration gestoppt, Globalisierung kontrolliert, Brüssel eingehegt und die Pläne der Finanzspekulanten abgewehrt“ werden könnten. Doch müssten die „Polen, Tschechen, Slowaken, Rumänen und Ungarn sich vereinen“.
„Es steht viel auf dem Spiel“, so Orbán. „Wir dürfen nichts auf die leichte Schulter nehmen. Wir dürfen die Macht der dunklen Seite niemals unterschätzen.“
Zum Schluss sprach er die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr an. Orbán zufolge hat seine Partei Fidesz gute Chancen zu gewinnen. Für einen Wahlsieg werde jedoch „jeder Wähler gebraucht“.
Deutschlands Mainstreammedien sprechen von einem „irren Auftritt“ (BILD). Orbán „wettert gegen die EU-Flüchtlingspolitik“ (Welt.de). Sie sind anderer Meinung? Wir auch! Patriotischer Journalismus braucht jedoch Unterstützung. Erfahren Sie mehr…
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Max Z. Kowalsky, Jahrgang 1979, bestreitet sein Dasein als Privatdozent im schönen Genf. Seit 2015 schreibt der studierte Slavist für COMPACT.

 

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