Österreichs Verkehrs- und Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) erwägt, bei der Landtagswahl im Burgenland 2020 als Spitzenkandidat der Freiheitlichen anzutreten. Eine Kandidatur schließe er „ganz und gar nicht“ aus, erklärte der 47-jährige FPÖ-Politiker in einem Interview mit dem ORF. Eine endgültige Entscheidung darüber wolle er innerhalb der nächsten 12 Monate treffen.

    Der gebürtige Steirer lebt mit seiner Familie in Pinkafeld im südlichen Burgenland. Seine Frau Verena wurde dort 2017 für die Freiheitlichen in den Gemeinderat gewählt. Hofer ist seit dem seit 18. Dezember 2017 Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie im Kabinett von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). 2016 war er als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl angetreten. Im wiederholten zweiten Wahlgang vom am 4. Dezember 2016 unterlag er mit 46,21 Prozent der Stimmen seinem Gegenkandidaten Alexander Van der Bellen knapp.

    Hofer sagte dem ORF: „Ich werde mich mit den Freunden im Burgenland zusammensetzen. Wir werden in aller Ruhe überlegen, welchen Weg wir gehen, in welcher Form ich die Landtagswahl im Burgenland bestmöglich unterstützen kann. Ein bisschen Zeit ist ja noch.“ Er wolle „in aller Ruhe“ überlegen und sei dabei für jeden Weg offen, der auch dem Burgenland zugutekomme. Diesem fühle er sich sehr verbunden. „Das wäre meine Motivation, hier in den Landtagswahlkampf einzutreten: zu wissen, dass ich mit Haut und Haaren Burgenländer bin“, so Hofer.

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    In den kommenden Monaten wolle er genau abwägen: „Wo kann ich mehr für das Land erreichen: in meiner Funktion als Bundesminister oder wenn ich direkt im Burgenland aktiv bin?“ Der Parteiobmann der burgenländischen FPÖ, Johann Tschürtz, hatte zuletzt mehrfach betont, dass er sich den Minister als Listenführer wünsche. Hofer indes stellte klar, dass er nur im Falle eines Wahlsieges als Landeshauptmann (Ministerpräsident) im Burgenland bleiben werde. Andernfalls werde er sein Amt in Wien behalten.

    Sollte Hofer antreten und die Wahl gewinnen, wäre er der erste Landeshauptmann der FPÖ nach Jörg Haider, der von 1989 bis 1991 sowie von 1999 bis zu seinem Tod 2008 Regierungschef im Bundesland Kärnten war.

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