Niki Lauda im Zeitalter des E-Autos – ein Nachruf

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Der Tod des Rennfahrers Niki Laudas hat sogar den Politwirrwarr um Kurz & Co. vom Thron medialer Aufmerksamkeit gestürzt. Sein letzter Triumph. Dabei ist die Favorisierung des Formel 1-Fahrers vor den Politk-Gladiatoren keinesfalls Zeichen von „Oberflächlichkeit“. Man weiß vielmehr: mit Lauda geht eine Ära unter, eine ganze Lebensform.

Lauda war ein Besessener, darin dem Bergsteiger Reinhold Messner ähnlich. Beide überschritten Grenzen: räumlich (Messner) und zeitlich (Lauda). Messner verlor auf Klettertouren regelmäßig Körperteile: Zehen oder Finger sterben ab, erlagen dem Frost. Und Lauda opferte seiner Passsion das wichtigste menschliche Ausdrucksmittel: sein Anlitz. Es verbrannte, wie bei einem Napalmangriff. Aber Lauda fuhr weiter. Obwohl seine damalige Frau Marlene ihn via Boulevard-Schlagzeile bat „Bitte Niki, fahr nie wieder“.

Solche Besessenheit bis zur Selbstzerstörung wirkt heute befremdlich. Der Ausdruck des unbedingten männlichen Willens würde bloß als „phallische Anmaßung“ gelten. Wenn Tabak, Zucker, Kaffee oder Alkohol – dann aber nur als Imitat oder in niedrigen Prozenten. Wenn das risikofreie Event wird, dann sind Draufgänger abgemeldet.

Was Lauda subjektiv riskiert hat, zeigt sich noch deutlicher, wenn man seinen Unglauben an ein Fortleben nach dem Tod in Rechnung stellt. Der Rennfahrer war sicher: Nach dem Tod kommt nichts! Ist Schluss! Herrscht Dunkelheit. Dennoch war ihm der Temporausch, der Siegestaumel wichtiger als das eine Leben, das jetzt, im Alter von 70 Jahren, für immer verlor.

Lauda McLaren MP4-2 1984 Dallas. Foto: twm1340 [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)]

Moderne Helicopter-Eltern werden das Nachwachsen solcher Draufgänger weitestgehend verhindern. Stattdessen ziehen sie ängstliche, genderverwirrte Softies heran, die sich ohne „Netzwerk“-Support verloren glauben. Selbst wenn diese Erziehungstendenz scheitern sollte: lärmfreie, selbststeuernde E-Autos sind für Formel 1 einfach ungeeignet Friday for Future sei Dank). Auch aufgedruckte Zigarrettenwerbung wird man darauf nicht finden.  Wette: In zwei bis drei Jahrzehnten wird die Persönlichkeit Niki Laudas nicht mehr nachvollziehbar sein.

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Trailer für Niki Lauda-Biopic:

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7 Kommentare

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    Marques del Puerto am

    Habe die Ehre,
    erst nach dem Tod von Ayrton Senna 1994 wurde die Formel 1 komplett was Sicherheit angeht auf Vordermann gebracht. Senna sein Tod machte meines Erachtens den Weg frei für einen anderen Fahrer der bis heute als Weltrekordhalter gilt.
    Die rollenden Särge aus den 70 und 80 Jahre sind was völlig anderes , aus einer Zeit wo jeder Fahrer wusste, wenn ich mit 200 in die Mauer knalle bin ich hin. 1999 bekam ich kurz vor Premiere vom neuen BMW in der Formel 1 den alten vor die Füsse geschmissen im Schrottzustand. Nach einigen langen Abenden und einen Haufen Überstunden, war der alte Wagen ein Arrows BMW von Marc Surer wieder zum Leben erweckt. Das Moderne sollte mit dem alten verglichen werden, Schönheit gegen das hässliche Entlein von 1984.
    Diese Auto von damals waren noch was völlig anderes. Die Ladeluftkühler waren so groß wie ein Motor vom Fiat 500. Die Leistung brachial, zum neuen Modell fehlten nicht mal 30 Ps und das Entlein war in Wirklichkeit ein Adler ein Jäger.
    Nur echte Fahrer konnten sowas fahren, echte Draufgänger die weder Tod noch Teufel fürchteten.
    Lauda war einer der ganz großen aus dem Rennsport und auch Kult. Kein Rennen ohne ihn, kein Tag ohne witzige Einlagen. Er gehört noch zu der Liga der Fahrer wie auch Jochen Rindt und Ayrton Senna über die man auch noch in 50 Jahren in der Formel 1 spricht auch wenn dann schon alles zum Elektro Tretroller mutiert sein sollte.

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    Das wird es in 50 Jahren auch wieder geben, aber dann wird es sich um einen Chinesen, Inder oder Schwarzafrikaner handeln! Frische Völker haben schon immer die verbrauchten abgelöst!
    In einer solchen Entwicklung wurden aus Römern Italiener, in der heutigen aus allen weißen Völkern sowas ähnliches wie Italiener. Irgendjemand meinte, D werde dann ein exklusives Reiseland für reiche Chinesen. Das klappt aber nur, wenn es für "Flüchtlinge" und andere internationale Lauschepper uninteressant wird. Wenn es sich vor allem um die Pflege der historischen Attraktionen kümmert und aus dem technischen Fortschritt ausklinkt ist das möglich!
    Europa als Touristenparadies mit viel belassener Natur und einer Bevölkerungsdichte wie im 17.Jh. dazu jede Menge Historisches, gewissermaßen ein großes Freilichtmuseum. Man lebt vom Fremdenverkehr, Kunsthandwerk und der Instalthaltung alter Technik und Bauwerken. Da dürfte der Fremdenführer im Dom auch Moslem sein – aber der will diese Arbeit garnicht, der geht lieber nach Dubai!

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    Andreas Walter am

    Ich habe es registriert.

    Zum Abschied ihm symbolisch kurz zugenickt, zugezwinkert.

    Konnte nicht auf zwei Beerdigungen gleichzeitig sein.

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    "Über die Toten nur Gutes" meinten die alten Römer. Es ist deshalb hier nicht Zeit und Ort, zu sagen,was Ich von Motor-Rennsportlern halte. Wenn Nikolaus Ritter v. Lauda dumm genug war,überzeugt zu sein,daß nach dem Tod Schluß ist,nichts mehr kommt, also sozusagen das Nirvana ohne eigene Anstrengung geschenkt zu bekommen, so ist das kein Grund,seine Risikobereitschaft höher zu veranschlagen,im Gegenteil. Man kann ja vor einem Nichts keine Angst haben. Meist kommt es anders als man denkt .Gefunden hat er jedenfalls statt eines frühen Todes ein langes Leben ohne Gesicht.

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    Terence Pickens am

    Die Euphorie für die Vollgas-Branche des Nikolaus Lauda, wurde seinerzeit von Papa & Mama nicht geteilt. Hinter deren Rücken, mit einem heimlich bei einer Wiener Bank aufgenommenen Kredit, finanzierte der Bub seinen Eintritt in die Welt der Boliden.
    Ich selbst partizipierte in den 1960er Jahren bei Sportwagenrennen mit einem direkt von Firmenchef Anthony Colin Bruce Chapman erworbenen LOTUS mit englischem Kennzeichen. Per Achse ging’s zu den Rennen. Der Nachdruck lag nicht auf Gewinnen, es war das "Dabeisein", der Spaß, die angenehme Amtosphäre eines Rennwochenendes. Betrüger gab’s schon damals: Teilnahme mit nicht homologierten Bremsen, die dann blamabel disqualifiziert wurden. Besonders auf abgesperrten Militärflughafenpisten konnte man heizen, als gäb’s kein morgen mehr. Bei Drehern rutschte man – ökologisch – über weiches Gras.
    Da gibt’s die Anekdote von der Mille Miglia, dem Tausend-Meilen-Rennen zwischen Brescia & Rom, auf abgesperrten öffentlichen Straßen: Luigi Musso führte mit dem "cavalino rampante". Eine Signorina winkte. Luigi ging in die Eisen. Stieg aus, herzte die Dulcinea, verabredete sich – und verspielte für den Commendatore Enzo Ferrari den Sieg . . .
    Alles vorbei. Fortschritt = Rückschritt !

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    brokendriver am

    Ein Glück für den Formel-1-Rennfahrer Niki Lauda, daß er den Riesenvolksbetrug

    mit den Elektro-Automobilen auf der Straße und auf den Rennstrecken dieser

    Welt nicht mehr miterleben muß.

    Diese widerlichen Elektro-Autos sind für das Volk zu teuer, fahren gerade mal

    200 bis 300 Kilometer weit und müssen dann 30 Stunden an die

    Haushaltssteckdose bevor sie wieder einsatzbereit sind.

    Wer in der Pampa mit einem dieser widerlichen Elektro-Autos liegen bleibt,

    hat die goldene Arschkarte gezogen und sein Urlaub verlängert sich um ein

    ganzes Jahr weil er sein Urlaubsziel erst nach 2000 Stunden vor der

    Ladesteckdose erreicht hat.

    Es wird die Zeit kommen, in der ist Autofahren der reinste Luxus für ein paar

    wenige Menschen in diesem Land.

    Das ist gut so, denn dann können wir uns endlich mal gelbe Westen anziehen,

    die in Frankreich zur Zeit sehr in Mode sind und bei uns in Deutschland

    (gibt es das noch?)

    hinter den Rücksitzen auf unseren dreckigen Betrugs-Dieseln von Volkswagen

    und Audi verstauben….

    Oder wie es ein frz. Autoboss mal zutreffend formuliert hat:

    "Autofahren wird in Zukunft ein elitäres Vergnügen für ein paar wenige im Volk."

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      Wiesel Flink am

      Elektroautos finde ich gar nicht mal so übel. Aber sie eignen sich derzeit (und seit jeher) allenfalls für den Stadtverkehr, zum Einkaufen auf der grünen Wiese oder für kleine Ausflüge in die Umgebung. Wenn so ein kleines Stadtauto für 8 -10 Tsd. € zu haben wäre, wenn man es einfach an eine Steckdose in der Tiefgarage anschließen könnte und es am nächsten Tag wieder aufgeladen wäre, dann, ja dann könnte ich mir so ein E-Auto vielleicht als Zweitwagen vorstellen. Aber als Ersatz für das herkömmliche Auto mit mindestens 700 -1000 km Reichweite und Volltanken in 5 Minuten scheint es mir doch ziemlich ungeeignet zu sein.
      (Kleines Randproblem: Wo nehme ich einen zweiten Parkplatz für mein Zweitauto her? Zweimal Kfz-Versichering? Zweimal Kfz-Steuern?)

      Zu Niki Lauda: Es hat mir immer imponiert, wie rational er mit seinem Leben und seinem Leiden umgegangen ist. Kein Selbstmitleid, keine Sentimentalitäten, keine überflüssigen Gefühlsregungen. Stattdessen ein eiskalter, zielstrebiger, analytischer Verstand. Zumindest habe ich ihn so wahrgenommen. Vielleicht hatte er insgeheim auch seine schwachen Momente…. ja ganz sicher sogar.

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