Niedergang der Ukraine in aktuellen Zahlen

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In welchem Ausmaß sich das Land nach dem Maidan-Putsch infolge von Korruption und Misswirtschaft im Niedergang befindet, verdeutlichen vier Komplexe statistischer Daten, die die ukrainische Regierung in den letzten Wochen veröffentlichte.

_von Thomas Wyrwoll

So stieg in der einstigen Kornkammer Europas zwischen Januar und September 2017 der Import von Lebensmitteln aus der EU gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 40% an. Im Lande werden immer mehr genetisch modifizierte Pflanzen angebaut, die zu einer massiven Vergiftung von Menschen und Umwelt führen, aber der Bevölkerung keinerlei Steigerung ihrer Ernährungssicherheit bringen.

Ebenfalls in den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 steigerte die kohlenreiche Ukraine ihren Steinkohlenimport um 80%. Etwa die Hälfte davon stammt aus Russland und rund ein Viertel aus den USA, die das Land als neue Vormacht in erheblichem Maße ausbeuten.

Nach offiziellen Zahlen der ukrainischen Militärstaatsanwaltschaft hat es seit dem Putsch allein in der formalen Armee des Landes, also ohne Berücksichtigung der sog. Freiwilligenbataillone, über 10.000 Todesfälle außerhalb von Kampfeinsätzen gegeben. Die meisten davon gehen auf Selbsttötungen zurück. Einen weiteren Hauptposten bildet der „unsachgemäße Umgang mit Waffen“, der in vielen Fällen zur Verschleierung von weiteren Suiziden herangezogen wird. Augenscheinlich sind die ukrainischen Soldaten als natürlicher Querschnitt der Bevölkerung wenig überzeugt vom Krieg im Osten des Landes, in den sie ihre Führung hineinschickt.

Noch ernüchternder sind die Zahlen bei jenen, die eigentlich die Speerspitze der Nation bilden sollten: Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU gab bekannt, dass von seinen 1.619 auf der Krim stationierten Mitarbeitern seit Anschluß der Halbinsel an Russland ganze 217 in die Ukraine übergesiedelt seien. Die große Mehrheit ist also dort geblieben – und hat sich so gut mit den neuen russischen Verhältnissen arrangiert, dass für Attentatsversuche des SBU auf der Krim eigens Agenten aus der Ukraine eingeschleust werden mußten.

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11 Kommentare

  1. Einen wichtigen Punkt haben Sie darüberhinaus noch vergessen. Die Enteignung der Lebensleistung, der Ansprüche aus Sozial- und Rentensystemen und der Sparvermögen aller Ukrainer durch Hyperinflation. Die Landeswährung Hrywen hat gegenüber dem US Dollar seit dem 6.12.2007 um mehr als 80% verloren. Dem ganzen Volk, also immerhin 43 Mio. Menschen, wurde somit mehr als 4/5 aller Ansprüche und Ersparnisse weggenommen. Da freut sich das westliche Anlegerherz, dass nun preiswert auf Einkaufstour geht. In der gleichen Zeit haben Edelmetalle in USD rund 300 % Wertsteigerung erfahren. Aber die Leute werden halt nicht klug und lassen sich jedesmal wieder von Politikern ausrauben.

    Grüsse,

    HvH

  2. Guten Tag Herr Wyrwoll,

    die Quellenangaben fehlen.

    Die prozentuale Angabe von 40% beim Nahrungsmittelimport besagt nicht viel. Ein Anstieg von Waren im Wert von 1,0 Mio. EUR auf 1,4 Mio. EUR würde ebenfalls zutreffen aber vollkommen irrelevant sein.

    Der Anbau von Hybridweizen, dessen Saatgut die Bauern und Landwirte jedes Jahr einkaufen müssen oder der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen wäre sicherlich einen ganzen Artikel wert. Hier haben sich meines Wisssens Mosanto und Bayer auf Jahre über die Ausbeutung bzw. Entwicklung der Agrarwirtschaft geeinigt.

    Tja, Bürgerkrieg in der Ostukraine und die Sezession der Krim sind keine schöne Sache. Erst recht nicht, wenn Sie mit westlicher Umerziehung einhergehen. Doch letztlich ist wirtschaftliche Repression für ein Volk nicht so schlimm wie der Austausch der Bevölkerung, wie in Deutschland. Während die Ukraine lediglich verarmt, aber das Volk seine Heimat behalten darf, wird in Deutschland das Volk systematisch zerstört und somit auch das Land. Die verbleibenden Deutschen müssen dann wohl in einer Diaspora leben oder sich ihr Staatsgebiet zurückerobern.

    Grüsse,

    HvH

  3. DerSchnitter_Maxx am

    Die steten Bestrebungen der Besatzer zu verhindern, dass Deutschland und Russland … niemals zueinanderfinden und zur Gefahr des Welt-Unruhestifters und Welt-Verbrechers No.1 ohnegleichen, werden könn(t)en. Das ist genau die Art von geistesgestörter Politik, welche diese Welt nicht (mehr) gebrauchen kann – und sollte wo geht eliminiert werden ! Die(se), ungezúgelten, nimmersatten, Gestörten … sind und waren mit welche, der ersten Protagonisten … der weltweit ersten Vertreibung und des ersten Genozids, auf einem neuen Kontinent – wo sie die rechtmäßigen Ur-Einwohner (Indianer) in jeglicher, Form, Art und Weise …. vertrieben, massakrierten und dezimiert haben. Diese Art&Form … der geistesgestörten Politik, führen und betreiben sie in, akribischer, verfeinerter und ausgeklügelter Weise, natürlich stets nur für ihre ur-eigenen Interessen, pathologisch fort … !

    "Wenn alle Weißen sich so verhalten hätten wie die Deutschen, wäre sehr viel weniger Blut meines Volkes vergossen worden."(Quanah Parker – ca. Ende 1840er-Jahre in Texas geb.; † 23. Februar 1911 – Häuptling der Komanschen)

  4. Werner Wolff am

    Der Sturz der demokratisch gewählten Regierung in der Ukraine durch westliche Demokratien ist ja nun hinlänglich nachgewiesen worden. Der Widerspruch dabei ist unübersehbar.

    Die Ukraine sollte, wie der MH17-Abschuss, den USA als Köder dienen, Russland in die Kriegsfalle zu locken. Das hat zum Glück nicht funktioniert. Damit entfiel der direkte Verwendungszweck der Ukraine und nun steht der Westen da und soll ein Land am Leben erhalten, das offensichtlich zum Sterben vorgesehen war.

    Als Deutschem drängt sich hier unwillkürlich eine historische Parallele auf und diese lässt interessante Rückschlüsse auf die benannte Vergangenheit und die ukrainische Gegenwart zu.

    Weil Russland auch außerhalb seiner Grenze sehr klug gehandelt hat, baut die USA sich und ihre Vasallen an der Westgrenze Russlands auf. Dass Russland mit Krieg durch die USA rechnen muss, scheint sicher. Die Frage, die sich stellt, ist lediglich: kommen die militärisch aus dem Westen oder Süden oder doch zuerst als Trojaner?

  5. Buergerblick am

    Da lässt sich nur resümieren: Einfach der ideal Beitrittskandidat für die EU! Ein failed state , der auf ewig alimentiert werden muss – natürlich nicht zugunsten der Bevölkerung, sondern der lokalen Eliten. Weshalb wurde die Vollmitgliedschaft der Ukraine immer noch nicht vollzogen?

    • Bei den geistigen Tieffliegern, die sich dort bei jeder passenden und auch unpassenden Gelegenheit als Vollpfosten outen, kein Wunder.
      Mit Trotteln kann man keinen Staat machen.

    • Heiko Stadler am

      Die Wirtschaftsdaten stimmen schon, aber die Kriminalität ist noch zu niedrig für die Vollmitgliedschaft. Wenn aber der Verteilungsschlüssel kommt, dann dürfte auch dieses Fachkräfteproblem schnell gelöst sein.

  6. Jürg Rückert am

    Wir müssen uns immer öfters fragen, wenn wir solche Länder sehen, ob dies nicht unser Schicksal sein wird.

    • @Jürg Rückert
      ——————————————–
      Guter Gedanke, so könnte es tatsächlich kommen, Parallelen kann man, was das Regime, die Eliten hier betrifft, ziehen ! Die tun schließlich auch nicht, was die normal denkende Bevölkerung gern hätte, aber die Angst gegen dieses "Pack", (wenn die z.B. mich so bezeichnen, darf ich das doch mit denen auch, oder) , etwas zu unternehmen ist eben viel zu groß und ich wäre mir auch sicher, daß die in letzter Instanz auf die Leute schießen lassen würden, da ja die "Demokratie" verteidigt werden müßte ….
      Und eine Sezession der 1990 hinzu gekommenen Bundesländer, wäre vielleicht gar nicht mal so schlecht …

  7. Die Ukraine ist so ein Kapitel für sich …
    Der Maidan-Putsch ist zwar geglückt und die Amis konnten, wie gewollt, ihre Marionetten dort in die Regierung einsetzen aber die großen Erfolge blieben aus !
    Die NATO und die Amis sind stinksauer, daß sie ihre Flotte, wie geplant, nicht in Sewastopl stationieren konnten und Trotz allem ihr Einfluß begrenzt ist und das ist auch gutso …
    Natürlich empören sich die Vasallen der EU ebenso darüber, weil es eben, wie genannt, dem großen Zampano U.S.A. nicht gelungen ist dort Fuß zu fassen um noch näher an Rußland zu sein.
    Mit den Sanktionen schadet sich doch die BRD selber am Meißten aber man muß ja gehorchen.

    Die Ukrainer können nur froh sein, daß Putin so "gutmütig" (besonnen) ist. Was ich mit dem Präsidenten Petro – Poroschenko und dergleichen gemacht hätte, darf ich hier nicht schreiben …
    Jedenfalls wäre dann, nach einem kurzen Aufbäumen, Ruhe im Karton und über die Ukraine würde keiner mehr sprechen …

    • In 5 Jahren wird über diese Ukraine auch niemadn mehr sprechen. Höchstens noch im Zusammenhang mit Lebensmittelspenden für Bedürftige und Winterhilfe gegen das Erfrieren.
      Das Schicksal von Regimen, die von Dummen reGIERt werden.

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