Neues Sarrazin-Buch: Merkel schafft sich ab

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Thilo Sarrazin schlägt wieder zu. Am kommenden Montag bringt die Deutsche Verlags-Anstalt sein neuestes Buch heraus: „Wunschdenken. Europa, Währung, Bildung, Einwanderung – warum Politik so häufig scheitert“. Seit „Deutschland schafft sich ab“ sorgen seine Einmischungen regelmäßig für Diskussionsstoff. Auch das aktuelle Werk dürfte kräftig spalten. Die „Bild“-Zeitung hat heute mit dem Vorabdruck begonnen, der in den nächsten Tagen fortgesetzt wird. Ein erster Eindruck:

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_von Michael Richter

Sarrazin äußert sich zu Merkels Flüchtlingspolitik. Ihr Satz „Deutschland schafft das!“ habe erfolgreich an die „Pack-an-Stimmung und Management-Fähigkeiten“ der Deutschen appelliert. Tatsächlich müsste „ein reiches Volk von 80 Millionen Menschen“ imstande sein, „800 000 oder auch 1,5 Millionen Flüchtlinge würdig unterzubringen und angemessen zu versorgen“. Was zunächst kaum bedacht wurde: Langfristige Problemen auf dem Arbeitsmarkt. Ein Großteil der Flüchtlinge und der aus ökonomischen Gründen zugewanderten Menschen werde auf dem Arbeitsmarkt kaum Platz finden. Sarrazin begründet dies mit Unterschieden zwischen dem hiesigen Ausbildungstand und dem der Herkunftsländer.

Diesbezüglich sagt Sarrazin nichts Neues. Nichts, was in den vergangenen Monaten nicht mehrfach erörtert worden wäre. Anders seine Einschätzung von Bundeskanzlerin Merkel, die seit langem Analytiker in Atem hält, die nach dem Warum ihrer Politik fragen. Weshalb tut sie dies? Ist sie eine Marionette der Globalisierung? Oder ein Fall für den Psychiater? Sarrazins Antwort: Die derzeitige deutsche Politik richte sich „entweder opportunistisch an ideologische Positionen und dem kurzfristigen Beifall der Idealisten in den Medien – dafür steht Sigmar Gabriel -, oder sie verfolgt eine Agenda, die sich von den konkreten Interessen der heute in Deutschland lebenden Bürger vollständig emanzipiert hat – dafür steht Angela Merkel.“

Merkels Perspektive auf die Bundesrepublik sei schon immer „ein Blick von außen“ gewesen. Ein Blick der „Dazugekommenen, der Migrantin im eigenen Land“. Auf jene Deutschen, die ihr Land gerne als eine Art „neutrale Schweiz“ verstünden, nehme sie keine Rücksicht: „Diese internationalistische Sicht Merkels hat möglicherweise das Wohl der Welt im Allgemeinen im Blick, kaum aber noch die Interessen Europas und schon gar nicht das Interesse der Deutschen an der Zukunft der eigenen Nation, dem Schutz ihres Lebensumfeldes und ihrer kulturellen Identität“. Sarrazin greift Merkel nicht an. Er macht sie, wie es scheint, nicht einmal persönlich haftbar. Vielmehr ist sie ihm die Verkörperung eines bestimmten Typs, sie transportiere  eine Auffassung von Weltpolitik, die scheitern muss. Nicht aus ideologischen, sondern rein pragmatischen Gründen.

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