NATO für den Dritten Weltkrieg? Bomben auf Belgrad – getarnt als „humanitäre Intervention“

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Seit 2005 hält das Belgrader Forum, eine Gründung des ehemaligen jugoslawischen Außenministers Zivadin Jovanovic und weiterer hochrangiger Diplomaten der alten Milosevic-Regierung, internationale Konferenzen ab, die sich der NATO-Aggression von 1999 widmen und vehement diese völkerrechtswidrige „humanitäre Intervention“ anprangern. Dieses Jahr nahmen rund 200 hochkarätige Wissenschafter aus 40 Nationen sowie kirchliche Würdenträger teil.

Dieses Forum, das sich der Aufarbeitung des Ereignis‘ verpflichtet fühlt und nach adäquaten politischen Lösungen sucht, macht sich stark für die Gleichberechtigung aller Staaten – ob groß oder klein – sowie für den Non-Interventionismus. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Aggression des NATO-Bündnisses gegen Serbien unter dem Motto NEVER TO FORGET und unter dem Titel „Frieden und Fortschritt statt Kriege und Armut“ wurde der österreichische Schriftsteller Peter Handke für seine Verteidigung von Wahrheit und Gerechtigkeit in jenen Zeiten geehrt, als die Macht und die Lügen über Serbien dominierten, wie Jovanovic sagte. Unter großem Beifall nahm Handke, der zu den bekanntesten zeitgenössischen deutschsprachigen Autoren zählt, den „Preis für Mut zur Wahrheit“ entgegen: Er hatte sich in den 1990er Jahren vehement gegen die antiserbische Hetze eingesetzt. Mit einer kleinen Gruppe von 15 Leuten um den Friedensforscher Rainer Rothfuss war ich ebenfalls zugegen.

In einem Gespräch mit Radio Belgrad, ausgestrahlt am 23. März 2019, deckten Jovanovic und weitere damalige Verantwortungsträger auf, wieso Milosevic 1999 einem Abzug der jugoslawischen Armee aus dem Kosvo zugestimmt hatte, obwohl diese „im Felde unbesiegt“ war – die NATO hatte in 78 Tagen Bombardierung nur 13 ihrer Panzer ausschalten können. Teilgenommen an dem Gespräch haben gleichfalls Momir Bulatovic, damaliger Ministerpräsident Jugoslawiens, sein Vize Nikola Sainovic und der Ministerpräsident Serbiens, Milan Milutinovic.

Die NATO sei seinerzeit der Meinung gewesen, den „Job“ in einer Woche erledigt zu haben. Als jedoch nach beinahe zweimonatiger intensivster Bombardierung die Serben/Jugoslawen sich immer noch nicht ergeben wollten, gaben sich die NATO-Generäle im Verteidigungsministerium zu Moskau die Klinke in die Hand. Man stellte Überlegungen an, von einer Luft- zu einer Boden-Offensive überzugehen. Das hätte den Dritten Weltkrieg bedeutet, denn Russland sah sich als Schutzmacht der Serben. Um eine Eskalation zu vermeiden, schickte der russische Präsident Boris Jelzin seinen Sondergesandten für Jugoslawien, Viktor Tschernomyrdin, nach Belgrad – gemeinsam mit dem finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari.

Im noblem Stadteil von Dedinje, in der ehemaligen königlichen Residenz Beli dvor, dem weißen Schloss, trafen sie mit Slobodan Milosevic zusammen. In Anwesenheit der oben genannten jugoslawischen Staatsvertreter machte der Finne Ahtisaari dem  jugoslawischen Präsidenten unmissverständlich klar: „Belgrad, die weiße Stadt, wird so flach und platt, wie der Tisch, der vor Dir steht.“ Dabei unterstrich er mit entsprechender Handgeste das Gesagte. Milosevic fragte zurück: „Könnten Sie den Tod von zwei Millionen Belgradern vor der Weltöffentlichkeit verantworten?“ Die Antwort Ahtisaaris lautete: „Hat die Weltöffentlichkeit jemals die genauen Zahlen, wie viele Vietnamesen getötet worden sind, erfahren?“ Milosevic allerdings glaubte immer noch, dass es sich dabei um einen zynischen Diplomatenscherz handele und wandte sich deshalb an Tschernomyrdin. Dieser allerdings blieb „stumm wie ein Stein“.

In diesem Augenblick hatte Milosevic begriffen, dass er von Jelzin verraten worden war und es keine Alternative zur Kapitulation gab… Einstimmig verurteilten die Teilnehmer der Konferenz die NATO-Aggression und bekräftigten, dass es sich dabei  um einen illegalen und kriminellen Invasionskrieg gegen ein friedliches, souveränes europäisches Land gehandelt hatte – durchgeführt ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats und unter brutaler Verletzung der Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen.

*** Terminhinweis: Jürgen Elsässers Neuveröffentlichung „Der Krieg der Grünen. Bomben für den Islam“ (COMPACT-Spezial 21) wird am Samstag, 6. April, in Berlin vorgestellt. Hier kann man sich für die Veranstaltung anmelden. 

1999 war das Jahr des grünen Verrats am Frieden: Beim völkerrechtswidrigen NATO-Krieg gegen Jugoslawien spielte Joschka Fischer die erste Geige. Sein Verdienst war es, die Aggression antifaschistisch zu legitimieren: Man müsse dem serbischen Hitler aka Slobodan Milosevic entgegentreten und ein Auschwitz an den Muslimen im Kosovo verhindern. „Der Krieg der Grünen – Bomben für den Islam“ entlarvt die Lügen aus dem Jahr 1999 und zeigt auf, wie sich die Grünen auch in weiteren Konflikten immer auf die Seite der Gotteskrieger stellten: in Afghanistan in den 1980er Jahren, in Bosnien 1992 bis 1995, in Mazedonien 2001, in Libyen 2011, in Syrien bis heute. Lesen Sie alles, was Sie darüber wissen müssen, in COMPACT Spezial 21. Hier erhältlich.

 

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11 Kommentare

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    US-Vizepräsident Mike Pence hat Deutschland erneut für die nach US-Auffassung zu geringen Verteidigungsausgaben gerügt – wie auch für die Kooperation mit Russland bei der Erdgaspipeline Nord Stream 2.

    Wer hat denn wann schon mal die USA angegriffen?…Immer hat die USA andere Länder angegriffen und zerstört!

    Nach der Deutschen Wiedervereinigung und den Fall der Sowjetunion hätte man die NATO auflösen müssen…wurde ja auch Gorbatschow versprochen.

    Das hat jedoch die WIRKLICHE REGIERUNG DER USA, nämlich ROTHSCHILD & WAFFEN LOBBY erfolgreich verhindert !

    Die Gefahr aus Richtung Russland kann ich nicht erkennen, zumal jede angebliche Aktion von russischer Seite ein Vorspiel der USA hatte und die an einem friedlichen Miteinander absolut nicht interessiert ist.

    Der Grund dafür ist die Waffenlobby mit ihrem militärisch industriellem Komplex und vor diesem hat schon Präsident Eisenhower in seiner Abschiedsrede zurecht gewarnt.

    Für Maximalprofit gehen die Rothschilds & Freunde über Leichen!

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    Ich hatte und habe größte Achtung vor Peter Handke!! Einer der ganz wenigen Personen des öffentlichen Lebens, die sich damals gegen den Nato-Terror und die faschistische Hetze in den westlichen Massenmedien ausgesprochen haben. Von einem Deutschen hätte man diesen Mut kaum erwarten können – ich habe Volldeppen kennengelernt, die diesen Krieg noch nicht einmal perzipiert hatten. Und wenn, dann plapperten diese Vollidioten nur den verlogenen Propagandadreck nach, der ihnen Abend für Abend eingetrichtert wurde. Ein Szenario, das ich mir angesichts des anti-serbischen deutschen Nationalsozialismus niemals hätte träumen lassen. Da wurde mit einem Male klar, wie weit es her ist mit der "kritischen Aufarbeitung" des Nazi-Terrors hierzulande.

    Das serbische Volk darf diesen Krieg niemals vergessen!!! Never to forget!!! Eine großartige Sache deshalb die beschriebene Erinnerungskultur, und sehr lobenswert auch, dass neben dem Schriftsteller Handke auch der Friedensforscher Rothfuß dabei ist!

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      heidi heidegger am

      @Michael_b am 4. April 2019 22:21

      Ölfuß-heidi (Oldtimer-Schrauberin) ist in diesem Bunde die Dritte. b-b-bittschön. Ich meine: Mähren, Slowenien, Pforzheim und Rrrrrothsch äh -Fuß together -> now ²they know they’re in trouble! *zwinkersmiley*

      ² NWO

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      Deutschösterreicher aus dem Wienerwald am

      Was war anitiserbisch? Zunächst verbündete sich Serbien /Jugoslawien mit England, das von Saloniki aus Deutschland von Südosten angreifen wollte. Das löste den Krieg am Balkan aus, in dem, wie zumeist in Kriegen, beide Seiten Verbrechen begingen. Die serbischen Kinder der 90er können nichts dafür, der Staat Serbien aber erhielt den Lohn für seinen Vasallendienste an den Westmächten.

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    Die UNO ist ein US-gesteuerter Spuk und kein Völkerrechtssubjekt,aber i m m e r,und nicht mal so, mal anders,wie es grade passt.

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      @ SOKRATES

      Stimmt zu 100%
      Man kann auch sagen, dass in Waschhinkton
      die Falken residieren und bei der UNO jene
      Tauben, die vorgeben Schach spielen zu können
      und alles nur, zur Freude der Falken, über den
      Haufen werfen können, dürfen und sollen.
      Und die Qualitätsmainstream Medien Deutschlands
      schauen zu und reden wie die Blinden über Farbe.
      Und der grüne Deutsche Michel glaubt’s.

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    Ah,siehe da,Frau Moser,es war eine lange Zeit,grüß Gott.
    Nun,daß Serben so eine Veranstaltung machen ist einleuchtend,sie hatten Dresche bekommen(mal wieder) und müssen das irgendwie verarbeiten. Nicht einleuchtend ist,daß Deutsche wie z.B. Jürgen Elsässer hartnäckig in den Chor einstimmen.Was geht uns Serbien an? Aber die Antwort liegt wohl bei der "Schutzmacht der Serben"(die allerdings gegenüber dem "Brudervolk" kläglich versagte). Duginisten m ü s s e n einfach für das "Brudervolk"Partei ergreifen.

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      heidi heidegger am

      ohSoki, deine Elsässer-Hermeneutik isch luschdig und euch 2 eint, dass ihr große Gegner aller Heuchelei seid (in Nachfolge MLuthers übrigens, ätsch!). also bass uff: meine JE-*Les(e)art* geht so:

      Menschenrechte sind Schürfrechte äh Lieferung von Hilfsgütern und wenn der Ami in Somalia menschenrechtlich uff die Gosch bekam, dann schmeisst er halt in Folge feige Bomben auf Belgrad, ohne am Boden gegen die tapferen Serben fighten zu müssen, doppelätsch! und grüßle!

      –Das Desaster von Mogadischu übte bleibenden Einfluss auf die US-Politik aus, der dazu führte, dass sich die USA in den Folgejahren nur zurückhaltend an Blauhelm-Einsätzen beteiligten. Unter anderem drückte sich dies im Nicht-Eingreifen während des Völkermords in Ruanda im April 1994 und in der fast ausschließlich auf Luftangriffen basierenden Strategie der NATO während der Jugoslawienkriege aus.–

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    humanitäre Intervention

    humanitäre Hilfsaktion

    Friedenstruppen

    Georg Orwell: Krieg ist Frieden

    Die Oliv-Grünen wurden, wie auch die SPD, zur Partei der Massenmörder!

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