„Muslime in der Union“: Türkische CDU-Mitglieder gründen Islam-Initiative

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Im Konrad-Adenauer-Haus könnte es bald „Allahu akbar“ heißen.

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_von Katja Wolters

Circa 30 muslimische CDU-Mitglieder haben vor kurzem das Bündnis „Muslime in der CDU“ (MIDU) gegründet. Wer glaubt, durch sie käme endlich Islamaufklärung aus den Reihen der Union, wird enttäuscht. Der Laden ist eine Islamlobby konservativster Prägung. „Unser Ziel ist es, eine positive Gegenöffentlichkeit zu schaffen“, sagte Sprecher Cihan Sügür der Rheinischen Post am 27. Juni, „weg von den emotionalen Debatten rund um Kopftuch und Radikalismus“. (1) Die Preußische Allgemeine berichtet: „Liberale Erdogan-Kritiker, türkische Aleviten, Kurden oder Muslime, die für die […] von der CDU miteingebrachte Armenien-Resolution gestimmt haben, finden sich in dieser Initiative nicht.“ Die Mitglieder hätten bei der Gründungsversammlung Allahu akbar gerufen. (2)

Neben Vertretern des erzkonservativen Zentralrats der Muslime waren zu der Eröffnungsveranstaltung auch Repräsentanten der Ditib (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.) und der Atib (Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V.) geladen. Die türkischen Indoktrinationsanstalten sollen bald mit 900 Erdogan-Imamen aufgestockt werden. Sügür nimmt die fünfte Kolonne Ankaras in Schutz: „Alle verlangen plötzlich, die so genannten Importimame zu verbieten und verkennen dabei die Realität, dass die Moscheegemeinden sich hier in 60 Jahren eine Infrastruktur aufgebaut haben, die seinesgleichen sucht. […] Integrationsprobleme heute den Imamen aus dem Ausland in die Schuhe zu schieben, finde ich zu einfach.“ Report Mainz sprach Sügür auf die Nähe zum Erdogan-Regime an. Der antwortete: „Was heißt denn Erdogan-nah? Hier finden sich die konservativen Muslime zusammen.“ (3)

Sügür freut sich, dass es in Niedersachsen mit Aygül Özkan „die erste Muslima Ministerin in einer Landesregierung“ gegeben hat. „Auch hier war die CDU also Vorreiterin. Aber solange Leute hergehen und sagen, „Kopftuch hat im Gerichtsgebäude nichts verloren“, so lange wir für unnormal gehalten werden, bleibt es schwierig.“ Sügürs Arbeitskreis wolle die fehlenden „Kompetenzen“ in islamischen Fragen in der CDU übernehmen. Ein Job mit Aussicht. „Das Kernproblem der gegenwärtigen Debatten um den Islam ist der fehlende Zugang der Parteien zur muslimischen Basis“, zitiert ihn Die Welt. „Wir bieten unserer Partei einen exklusiven Zugang an, damit die CDU auch in Zukunft die Partei der Mitte bleibt.“ (4) Während der Gründungsveranstaltung der christdemokratischen Muslime bedankte sich eine junge Rednerin mit Kopftuch bei CDU-Generalsekretär Peter Tauber explizit für dessen Zuspruch. Er fände die Initiative „klasse“. Nach einem kritischen Bericht von Report Mainz, streitet Tauber dies jedoch ab. (5)

Die Christlich Demokratische Union ist moralisch bankrott. Die letzten Werte wurden ihr gründlich ausgemerkelt. Als Beispiel für den Einfluss christlicher Grundüberzeugungen auf ihre Politik gab Angela Merkel 2005 die „Wettbewerbsordnung“ an. Schließlich gehe diese davon aus, „dass der Einzelne sich mit Freude im Wettbewerb mit anderen entfalten will, nicht nur umsorgt werden.“ Man muss eine Menge Messwein saufen, um so eine Person zum Vorsitz/Kanzlerkandidaten einer christdemokratischen Partei zu ernennen – geschweige denn diese zur Bundeskanzlerin zu wählen. Der Islam nimmt das Wertevakuum ein. In Deutschland. In der CDU.

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(1) http://www.rp-online.de/politik/deutschland/interview-muslime-in-der-union-aid-1.6061461
(2) http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/mit-der-cdu-fuer-allah.html
(3) http://www.swr.de/report/erdogan-anhaenger-in-deutschland-wie-sich-akp-freundliche-tuerken-formieren/-/id=233454/did=17482096/nid=233454/1oldvuq/index.html
(4) http://www.welt.de/politik/deutschland/article157163316/Warum-die-CDU-die-neue-Partei-der-Migranten-ist.html
(5) https://www.facebook.com/tauber.peter/posts/1046197452138578

Über den Autor

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Katja Wolters ist bekennende Lipstick-Feministin, selbstbewusst und betont weiblich zugleich. Die zweifache Mutter und freie Journalistin lebte lange in England. Die Abwesenheit schärfte ihren Blick auf die Heimat. Denkverbote kennt sie nicht, Probleme nennt sie sofort beim Namen. Dafür lieben wir sie.

 

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