Münchner Sicherheitskonferenz: Stelldichein der B-Politiker

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Was war das noch im Jahr 2017 ein Auftrieb in München. Die halbe Stadt glich Fort Knox. Fünfhundert Entscheidungsträger aus aller Welt – darunter mehr als 25 Staats- und Regierungschefs, 80 Außen- und Verteidigungsminister und umfangreiche Delegationen der US-Administration sowie des -Kongresses – trafen an der Isar zusammen, um über Herausforderungen im Bereich der internationalen Sicherheitspolitik zu diskutieren.

In diesem Jahr (15.-17.2.) wird es hoch hergehen, auch wenn München als weltgrößtes Expertentreffen in Sachen Sicherheitspolitik der Vergangenheit angehört. Heuer werden nicht nur die deutschen Verteidigungsausgaben im Visier der Amerikaner sein, Frau Merkel dürfte auch auf eine empörte US-Delegation treffen. Dennoch, man wird das Gefühl nicht los: die Stadt wird von den wichtigsten Playern gemieden.

Vor zwei Jahren stand die transatlantische Partnerschaft im Mittelpunkt. Heute schickt die Welt B- und C-Promis, Regierungsvertreter aus der zweiten und dritten Reihe. Man will sich den amerikanischen Tiraden nicht aussetzen. Selbst Emmanuel Macron und Benjamin Netanjahu haben ihre Teilnahme an der Konferenz abgesagt. Gründe für die Absage des israelischen Ministerpräsidenten und des französischen Staatschefs wurden nicht genannt.

Man könnte vermuten, dass sich Deutschland mit seiner Europapolitik des oberlehrerhaft erhobenen Zeigefingers in Abseits katapultiert hat. Wehrtechnisch gesehen haben wir auch nicht viel mehr anzubieten als intakte Kinderkrippen bei der Bundeswehr. Längst hat Angela Merkels ihre starke, internationale Stimme verloren und das Land hinsichtlich Sicherheitspolitik und Engagement die Bedeutungslosigkeit geführt. Diese Entwicklung war bereits in Davos auf dem Weltwirtschaftsgipfel abzulesen. Deutschland wird nicht mehr ernst genommen, egal, welcher Politiker dort auftaucht.

Nach München reisen Minister an und nicht die Chefs. Vor einer Woche ließ das Büro Netanjahus die Deutschen wissen, dass der Ministerpräsident unmittelbar vor der Sicherheitskonferenz am Mittwoch und Donnerstag an einer Nahost-Konferenz in Warschau teilnehmen wird. Dieses Treffen wird von Polen und den USA veranstaltet und gilt bei Kritikern als „Anti-Iran-Konferenz“. Möglicherweise werden einige westeuropäische Außenminister deswegen dort nicht dabei sein. Wer von deutscher Seite teilnimmt, ist noch unklar.

Die russische Delegation in München wird von Außenminister Sergej Lawrow angeführt, immerhin. Außerdem wird einer der Außenpolitiker der Kommunistischen Partei Chinas, Yang Jiechi, dabei sein. Den kennt zwar niemand, macht aber nichts. Aus Ägypten reist der Staatschef Absel Fattah al-Sisi an, der unserer Frau Merkel die Aufwartung machen will.

Nur die Amerikaner geben sich besuchsmäßig nicht schüchtern. Aus den USA kommen Vizepräsident Mike Pence, der geschäftsführende Verteidigungsminister Patrick Shanahan und die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Während Donald Trump vermutlich eine Runde Golf spielt, wird ihn Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner in München vertreten. Damit kommt der US-Delegation, die die größte in der Geschichte der Sicherheitskonferenz sein soll, eine große Bedeutung zu. Seit Trumps Amtsantritt ist das transatlantische Verhältnis einer „erheblichen Belastung“ ausgesetzt, und aus Sicht des US-Präsidenten stellen sich inzwischen grundsätzliche Fragen nach der Glaubwürdigkeit des Bündnisses.

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Und was hat die Bundesrepublik dem Unmut der Amerikaner entgegenzusetzen? Hochkaräter wie Olaf Scholz, Ursula von der Leyen, Heiko Maas und Jens Spahn – echte Schwergewichte deutscher Politik. Sie werden den Amis nachhaltig beweisen, dass die EU ein Sauhaufen ist, zumal zwei Drittel der europäischen Partner gegen die Gas-Pipeline von Russland nach Deutschland sind. Unsere Angela hat es einfach nicht hinbekommen, ihre heißgeliebten Partner in der EU auf Linie zu bringen.

Ach, eh ich‘s vergesse, die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, gibt sich in München ebenfalls die Ehre. Was sie allerdings dort will, weiß man noch nicht. Schwerpunkt des Treffens mit Zoff-Perspektive sollen neben den Krisen und den bewaffneten Konflikten dieser Welt der Zustand Europas sein, insbesondere in Zeiten von Brexit und zunehmendem Nationalismus. „Wir wollen zeigen, dass die EU nicht dabei ist, zu zerbröseln“, so Veranstaltungsleiter Wolfgang Ischinger. Offenkundig hat er die weit zerstreuten Brösel übersehen.

Selbstredend werden auch Demonstrationen erwartet. Das Aktionsbündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz will am Münchner Stachus mobil machen und in Richtung Hotel Bayerischer Hof – der Tagungsstätte – ziehen. Dumm nur, dass die wichtigsten Figuren der „Weltsicherheit“ gar nicht erst kommen, wenn man einmal von Flinten-Uschi absieht. Ach, was ist aus unserem schönen Deutschland geworden, in dem einst Ordnung, Sauberkeit und Wehrhaftigkeit noch eine Rolle spielten.

Über den Autor

Claudio Michele Mancini

19 Kommentare

  1. Jürg Rückert am

    Wir brauchen keine Bundeswehr. Zum einen gibt es keine Grenzen mehr, die zu verteidigen wären, alles offen. Zum anderen würden uns die USA gar nie abtreten: Sie verteidigten uns auch gegen unseren Willen! Im äußersten Fall hinterließen sie uns als verbrannte Erde.

    Die Sorgen der USA vor unserer Abhängigkeit im Energiesektor von Russland wäre leicht zu entkräften: Wir sorgen für ausreichend Erdgas-Terminals, um notfalls auf die hilfreichen Hände über dem Teich zugreifen zu dürfen. Aber gewünscht ist doch nur, uns in Abhängigkeit zu halten, eben der korrekten Abhängigkeit.

  2. Eine Sicherheitskonferenz mit Frau von der Leyhen ………. ,die sollte Nahles beauftragen die Vorrede zu halten ……. ,da kann das Fresse hauen richtig zur Geltung kommen.

    Eine Welt der Wunder …….. und Wundertueten.

  3. Ist doch schön, wenn nur die zweite oder dritte Reihe antanzt. Dann können sie uns nicht schaden!
    Oder wer glaubt daran, dass die zu UNSEREM Vorteil arbeiten?

  4. Direkter Demokrat am

    Man sollte dieses lächerliche Schauspiel ‚Sicherheitskonferenz‘ beenden und nie wieder aufführen. Da schon der Name dem Treiben dort ad absurdum führt, ist doch diese Veranstaltung, wie alle öffentlichen Auftritte der sogenannten Politiker, nichts als Show.

    • Diese Sicherheitskonferenz ist nichts weiter als die Vertuschung schlecchter Absichten die Welt zu unterdruecken,Herrschaft auszuueben.

      Die da am meisten Frieden wollen,haben die groessten Interessen es richtig knallen zu lassen.

  5. Ein Schelm der sich bei "Welt B- und C-Promis" was böses denkt.

    "B" hört sich nach Berater und "C" wie Cash/bezahlt an.

  6. Sicherheitspolitisch freut mich vor allem Trumps Kündigung des INF-Vertrages. Damit wird Europa endlich wieder in die internationale Sicherheitsarchitektur eingebunden und der Innovationsstandort D zu seiner alten Größe zurückfinden. Die Himmelsnetz AG kann sich vor Aufträgen kaum noch retten. Bis 2060 werden wir jährlich 260.000 neue Zuwanderer einstellen (BILD berichtete).

    Aber persönlich machen mir die neuen Raketen auch Sorgen. Ich werde mir in Bergedorf eine Pyramide bauen lassen, für den Fall, dass etwas schief geht ("Bergedorf – wo in Hamburg die Sonne aufgeht"). Dann kann ich mich von der City aus im Bedarfsfall leicht mit meiner Sonnenbarke dorthin rudern lassen. Auf den Kirchwerder Wiesen habe ich zehn Hektar samt Baugenehmigung gekauft. Die fünf Millionen Granitblöcke lasse ich aus aller Welt einfliegen. Claudia Eisinger habe ich als Architektin engagiert. Sie wird den Bau leiten. In vier Jahren wird alles fertig sein.

  7. Man könnte vermuten, dass sich Deutschland————————
    Dieser Absatz ist genau der Richtige. Nur das Wort vermuten ist nicht ganz richtig.
    Was hat Bennon gesagt. Merkel und Macron werden fallen wie die Kegel.

  8. Stelldichein der Stricher des Systems (Wolfgang Neuss).

    Sicherheitskonferenz?

    Kriegstreiberkonferenz!

    Für eine Hand voll Euro machen diese Stricher ALLES!

    Alles! Bishin zum Massenmord durch die SPD/CDU Waffendealer.

    Dafür gibts ja dann auch immer lecker Bargeld wie beim Bundestgaspräsidenten Reiner Barzel oder auch Dr. Wolfgang Schäuble, laut ARD.

    Wer korrupt ist steigt auf bei der Bimbes-CDU.

    Sicherheit heiß Krieg, auch gegen den Bürger.

  9. Franz Schröder am

    Warum müssen die immer eine Stadt lahm legen?

    Diese Polittraumtänzer könnten doch auch aufs Traumschiff und eine Runde durch die Nordsee schippern.

    Wäre sicher billiger als eine Stadt in einen Hochsicherheitstrakt zu verwandeln.

    • Gute Idee, aber ich empfehle die Ostsee. Dort sind sie in Reichweite russischer Raketen und sche… sen sich mit Sicherheit und doch gleich in die Hose.

  10. Jeder hasst die Antifa am

    Nach dem Merkel und ihr Ischiaskranker Erfüllungsgehilfe die Europäische Sicherheit an die Wand gefahren haben sollen die anderen jetzt den Scherbenhaufen zusammenkehren,kein wunder das die Meisten kein Interresse daran haben.

    • Erika Ferkel war noch nicht Kanzlerin da sagte die im Gewerkschaftshaus wörtlich: Ich könnte das Land gegen die Wand fahren, tue ich aber nicht.

      Das das Land an die Wand zu fahren hatte die sich als schon vor ihrer Intronisierung durch die Besatzer auf die Fahne geschrieben. Deshalb hat die den Job bekommen von den Besatzern.

      Diese Rede von IM Erika findet man im Net heute sehr schwer. War auch mal auf youtube.

      Diese Rede sollte COMPACT mal drucken.

  11. heidi heidegger am

    Hah, zum "Glück" sind Lawrow und der Chinese dabei, sonst hätte die Konferenz 12 Seemeilen vor Brest evtl. stattgefunden, auf einem US-Carrier ²(fast wie anno ’45) oder so..Macron hätte gewürgt, aber die Münchner Polizei hätte Zeit, Geld(!) und Nerven gespart.

    Will sagen: hier geht’s um Militärisches, und ich sehe nicht ein, dass ne Grossstadt zur Kaserne wird, damit die B-Promis nach der Konferenz auf kurzem Wege ins Nachtleben strömen (können).

    ² [General Douglas MacArthur unterzeichnet an Bord der USS Missouri die japanische Kapitulationsurkunde]

    • heidi heidegger am

      OT: Nachtrag zum "Thüringer VS-Chef-Faden"..also ich kramte beim Kramer und fand Judith Butler (die "Erfinderin" des Gender-Dingens bekam in Ffm den Adorno-Preis vor ner Weile) und musste schmunzeln. Ja weil das ist ja quasi irgendwie *Kramer gegen Kramer*, was da ablief weiter unten. Nur halt nicht im Kino, sondern in der Goethe-Stadt..achach..

      hier: >>..Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, kritisierte die Wahl Butlers als »systemisches Versagen« des Kuratoriums. Butler sei eine »bekennende Israel‐Hasserin«, die die »Todfeinde des jüdischen Staates«, die Hisbollah und die Hamas, als »legitime soziale Bewegungen« bezeichne. Es sei eine »deutsche Vorliebe, Juden auszuzeichnen, die für eine einseitige und politisch blinde Form der Kritik an Israel« stünden, so Kramer..<< quelle: jüd. allgemeine

      • heidi heidegger am

        OT(2): *omg* Seid ihr bereit für äh *Berlinale goes Forensik*/über 3 Stunden MBaraka (Berlin-Tempelhof)? D-d-dit ist großes Kino, besonders ab 01:39:02 -> habe mein fast gesamtes Büro-Power-Schläfchen darüber verschnarcht gerade (bis zum Zeitstempel): herrlich!-authentisch-real-physisch-forensisch quasi..hihi

        [ Mimon Baraka gelöschte Szenen 2018 [Feat. NWO Flunder & Hermod] ]

        NRAbeats NWO
        Premiere am 10.02.2019
        Ein satirischer Rückblick auf die Youtubeaktivität des Mimon el Barakas im Jahre 2018! Blockbuster garantiert für die ganze Familie!

      • heidi heidegger am

        @Jeder hasst die Antifa am 12. Februar 2019 11:03

        Jung, im a l t e n Testament..die Judith, tsstss

        ansonsten: bin ichichich gar kein Diener, sondern der Gentleman eines Gentleman (JE) und uffdämpfe/bügle SEINE Pyjamas..also früher, als running Gäg, in beiden foren. *kicher-schnatter-glucks!*

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